Nach Coronavirus-Ausbruch

Dramatische Situation bei Tönnies: Stadt Münster hilft im Kampf gegen das Coronavirus

Im Kreis Gütersloh ist das Coronavirus erneut schlagartig ausgebrochen. Grund dafür sind zahlreiche Infektionen beim Schlachtbetrieb Tönnies. Die Stadt Münster bietet nun Hilfe an.

  • Im Kreis Gütersloh ist das Coronavirus ausgebrochen.
  • Über 1300 Mitarbeiter beim Schlachtbetrieb "Tönnies" sind infiziert.
  • Die Stadt Münster will Infektionsscouts in die Region schicken.

Gütersloh/Münster – 1331 Mitarbeiter des Schlachtbetriebes "Tönnies" in Rheda-Wiedenbrück haben sich mittlerweile mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Mehrere Tausende Personen mussten in Quarantäne gesteckt werden. Im Kreis Gütersloh spitzt sich die Lage weiter zu.

Für zwei Wochen wurde der Betrieb des Schlachthauses nun komplett stillgelegt. Nach dem Coronavirus-Ausbruch sprach sich Armin Laschet (CDU) jedoch gegen einen Lockdown für die Region im Kreis Gütersloh aus*. Zwar gebe es ein "enormes Pandemierisiko", so der Ministerpräsident von NRW, es gebe jedoch keinen "signifikanten Übersprung" in die restliche Bevölkerung hinein. Nun hat auch die Stadt Münster Maßnahmen ergriffen.

Coronavirus im Kreis Gütersloh: Infektions-Scouts aus Münster sollen helfen

Angesichts der dramatischen Situation im Kreis Gütersloh hat Markus Lewe, Oberbürgermeister in Münster, Unterstützung für die Region im Kampf gegen das Coronavirus angekündigt. "Die Stadt Münster hat bereits Infektions-Scouts entsandt und ist in Gesprächen, um auch intensivmedizinische Versorgungskapazitäten und Testkapazitäten anbieten zu können", so Lewe.

Diese Infektions-Scouts sollen dabei helfen, Kontaktpersonen von Coronavirus-Infizierten zu informieren und so das Infektionsgeschehen zu verlangsamen. "Wenn wir helfen können, steht Münster bereit", betonte Markus Lewe und mahnte zugleich die Bewohner der Domstadt zur Achtsamkeit. "Das Drama bei unseren Nachbarn zeigt, dass die Pandemie jederzeit auch in Münster wieder gefährlich akut werden kann", so der Oberbürgermeister.

Nach Westfleisch nun Tönnies: Beim Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück sind zahlreiche Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt.

Münster: Bürger sollen sich weiter an Corona-Regeln halten 

Daher sei es weiterhin wichtig, sich an die Regeln des Infektionsschutzes zu halten. "Abstand, Masken und Hygiene sind der bislang beste und auch einzige Schutz gegen das Virus. Es mag lästig sein, sich bei Restaurantbesuchen identifizieren zu müssen. Aber der ganze Anti-Corona-Aufwand ist leider immer noch dringend notwendig", sagte Lewe. In Münster sind aktuell nur noch elf Personen an Covid-19 erkrankt.

Auch im Münsterland ereignete sich vor wenigen Wochen ähnliches wie bei Tönnies im Kreis Gütersloh. Beim Schlachtbetrieb Westfleisch in Coesfeld brach ebenfalls das Coronavirus aus. Dort musste der Betrieb zeitweise ausgesetzt werden. Beide Fälle entfachten Debatten über die Arbeitsbedingungen in Deutschlands Schlachthäusern.

Die Stadt hat nun auf die Lage in den Kreisen Warendorf und Gütersloh reagiert: In Münster gelten ab sofort verschärfte Regeln zur Maskenpflicht. Doch darin sehen viele eine Stigmatisierung der Bewohner der Kreise. Deshalb stießen die Corona-Maßnahmen der Stadt Münster auf massive Kritik.

Wegen des Corona-Massenausbruchs bei Tönnies, musste die NRW-Landesregierung die Reißleine ziehen: Nachdem der Lockdown für den Kreis Gütersloh verkündet wurde und der Krisenstabsleiter Thomas Kuhlbusch zusammengebrochen war, spitzt sich die Lage in dem Risikogebiet weiter zu, wie owl24.de* berichtet.

*Owl24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Rubriklistenbild: © picture alliance/David Inderlied/dpa

Auch interessant

Kommentare