Vier Monate nach der Katastrophe

Erstes Gutachten nach Fischsterben: Düstere Prognose für Aasee

+
Was bringt die Zukunft für Münsters Aasee? Die Prognose verheißt nicht nur positives.

20 Tonnen Fische starben im August in Münsters Aasee. Das Gewässer hatte lange mit den klimatischen Bedingungen zu kämpfen. Jetzt wurden erste Ergebnisse eines Gutachtens veröffentlicht – mit teilweise schlechten Nachrichten.

Hunderte tote Fische im Aasee

Aasee Münster Fischsterben Feuerwehr
 © Stefanie Masuch
Aasee Münster Fischsterben Feuerwehr
 © Stefanie Masuch
Aasee Münster Fischsterben Feuerwehr
 © Stefanie Masuch
Aasee Münster Fischsterben Feuerwehr
 © Stefanie Masuch
Aasee Münster Fischsterben Feuerwehr
 © Stefanie Masuch
Aasee Münster Fischsterben Feuerwehr
 © Stefanie Masuch
Aasee Münster Fischsterben Feuerwehr
 © Stefanie Masuch
Aasee Münster Fischsterben
 © Stefanie Masuch
Aasee Münster Fischsterben
 © Stefanie Masuch

Erstes Gutachten zum Aasee in Münster: Düstere Prognose

Update Dienstag (11. Dezember): Ein von der Stadt Münster beauftragter Gutachter sollte herausfinden, wie es zu dem großen Fischsterben im August am Aasee kam und wie es um die Zukunft des Gewässers bestellt ist, wie die WN berichten. Die Ergebnisse geben keinen Grund zum Aufatmen.

Zwar sei der Aasee, so Prof. Dr. Dietrich Borchardt von der Technischen Universität Dresden, aufgrund der derzeit kühlen Temperaturen und des geringen Fischbestandes in einem guten Zustand. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass sich so eine Katastrophe wie im Sommer in Münster wiederholt. 

20 Tonnen tote Fische wurden im August aus dem Aasee geborgen.

Gutachten zum Aasee: Vorwurf gegen Stadt Münster nicht haltbar

Schuld seien die Blaualgen, die das Fischsterben in Münsters Aasee verursacht hatten. Haben sie sich einmal in einem Gewässer verbreitet, ist es schwer sie wieder loszuwerden. Eine Maßnahme, eine erneute Katastrophe in Zukunft zu verhindern sei es, auf Fischereibewirtschaftung zu setzen. "Mehr angeln, auch mit Netzen, und vor allem mehr Raubfische wie Zander und Hecht einsetzen“, rät der Gutachter.

Der Stadt Münster wurden nach dem Fischsterben am 9. August Vorwürfe gemacht, sie hätte die Katastrophe vorhersehen und frühzeitig verhindern müssen. Der Gutachter widerspricht jedoch: „Das Umkippen des Aasees war nicht vorherzusehen“, wird er bei den WN zitiert. Schuld sei das "Zusammenwirken extremer Bedingungen" gewesen. Das komplette Gutachten soll im Mai 2019 vorgelegt werden.

Neue Hoffnung für den Aasee in Münster

Update Dienstag (13. November): Auch viele Wochen nach dem Fischsterben am Aasee hatte das Gewässer in Münster mit den klimatischen Bedingungen zu kämpfen. Noch im Oktober war der See aufgrund der geringen Niederschlagsmenge in kritischem Zustand. Doch jetzt gibt es Hoffnung: Experten des Experten des Landesfischereiverbandes führen seit Dienstagmorgen (13. November) Untersuchungen am Aasee durch und haben festgestellt: "Der Aasee lebt." Das hat Karl-Heinz Wortmann, Vorsitzender des Angelvereins Frühauf Münster, gegenüber den Westfälischen Nachrichten bestätigt.

Die Experten fuhren mehrmals durch den Aasee, betäubten die Fische und fingen sie ein. An Land stellten sie dann fest, dass sich mittlerweile wieder viele verschiedene Fischarten in Münsters größtem Gewässer befinden. Wie viele inegsamt dort Leben, sei laut Wortmann nicht bekannt. Dies sei auch nicht das Ziel der Bestandsaufnahme gewesen. 

Update Freitag (19. Oktober): Münsters Aasee weiterhin im kritischen Zustand

Über zwei Monate ist es nun her, dass der Aasee in Münster und dessen Population Tribut für die klimatischen Bedingungen in diesem Jahr zollen musste. Durch die heißen Temperaturen starben die für die Fische lebensnotwendigen Algen ab – und letztlich auch die Fische selber. 

20 Tonnen Tiere überlebten die Aasee-Katastrophe nicht. Der Zustand des Aasees hat sich seitdem jedoch nicht wirklich verbessert. Auch zwei Monate nach dem Fischsterben ist das Gewässer noch immer in einem labilen und kritischen Zustand, teilt die Stadtverwaltung gegenüber den WN mit.

Die Witterung sei noch immer untypisch. Der Herbst habe bisher erst wenig Niederschläge gebracht. "Deshalb hat sich der Zustand des Aasees auch nicht grundlegend geändert", heißt es in einer Stellungnahme der Stadt. Die Tiefe des Gewässers beträgt derzeit etwa den Wert den es hatte, als es zum großen Fischsterben im August kam. 

Update Donnerstag (20. September): Das Risiko fürs Fischsterben im Aasee wächst

Das Fischsterben in Münsters Aasee hat die Stadt aufgewühlt. Bürger und Politiker diskutierten und stritten, wie es zu der Katastrophe kommen konnte, wer Schuld sei und wie so etwas in Zukunft verhindert werden könne. Nun hat ein erstes Gutachten einen Zwischenbericht vorgelegt. Und dieser zeichnet ein düsteres Bild für die Zukunft.

Aufgrund des Klimawandels sieht das Magdeburger Helmholtz-Zentrum die Gefahr, dass das Risiko flächendeckender Algenblüten steige. Das bedeutet: Das Fischsterben wird sich sehr wahrscheinlich wiederholen. Und das schon bei weniger extremen Witterungen wie im zurückliegenden Sommer.

In dem Zwischenbericht wird ebenso Kritik an den zuvor vorgenommenen Schutzmaßnahmen laut. Die Vorkehrungen gegen Blaualgen seien vermutlich kontraproduktiv gewesen, heißt es dort. Gegen das Algenwachstum habe man chemische Mittel verwendet. Das habe jedoch sehr wahrscheinlich die Aasee-Katastrophe erst gefördert. 

Wie die Stadt Münster am Dienstag (18. September) bekanntgab, sei der Aasee derzeit erneut in einem "bedenklichen Zustand". Große Teile des Gewässers seien mit Cyanobakterien bedeckt. Die Feuerwehr setzte Boote ein, um den Algenteppich zu zerstören.

Update Dienstag (18. September): Landwirte äußern sich zu Vorwürfen am Fischsterben

Rund 20 Tonnen Fische verendeten diesen Sommer im Aasee in Münster. Schuld war unter anderem der zu niedrige Sauerstoffgehalt im Wasser. Dazu hätten vor allem die Landwirtschaft mit Düngemitteln beigetragen, lautete die Kritik von Seiten der Grünen.

Gülle sei auf Feldern und Ackern am Fluss Aa eingesetzt und so in den Aasee geschwemmt worden. Im Gespräch mit dem WDR äußerten sich nun Landwirte zu den Schuldzuweisungen. Hendrik Dieckman vom Hof Dieckmann weist die Vorwürfe entschieden zurück: Man habe mehrere Meter Abstand zum Ufer der Aa eingehalten und dort keine Gülle eingesetzt. Außerdem habe er dort einen Grünstreifen samt Hecken gepflanzt. Die Landwirte fühlen sich unfair behandelt: "Man kann es jetzt nicht nur auf die Landwirtschaft schieben", betonte er im WDR-Interview.

Die Hitze sowie fehlender Regen führten dazu, so Dieckmann, dass die Aa kaum bis gar kein Wasser führte. So hätte der vertrocknete Flusslauf auch keine Nährstoffe durch Düngemittel in den Aasee transportieren können. Auch der Fischereiverband sieht das Problem nicht bei der Landwirtschaft: Nährstoffe durch Düngemittel seien schon über mehrere Jahrzehnte in den Aasee gelangt und hätte sich dort abgelagert.

Update Dienstag (11. September): Umweltausschuss tagt zum Fischsterben

Der Umweltausschuss der Stadt Münster wird am Dienstag (11. September) ab 17 Uhr über das Fischsterben im Aasee debattieren. Die Sitzung findet im Stadthaus 3 (Albersloher Weg 33) im Sitzungssaal statt und ist öffentlich. 

Update Dienstag (28. August): Experten-Runde mit Lewe angekündigt

Bald drei Wochen ist es her, dass die Münsteraner am frühen Morgen des 9. August eine schlimme Entdeckung machen mussten: An der Oberfläche des Aasees trieben tausende Fische – insgesamt 20 Tonnen. Sie alle waren im Wasser erstickt. Der Grund: Sauerstoffmangel. 

Die Ereignisse ging schnell durch die Medien. Auch lokale Politiker äußerten sich schnell und teils unbedacht.  Besonders die Frage nach der Schuld wurde immer wieder gestellt und voreilig beantwortet. Die Stadtverwaltung Münster ist sich sicher: Die Tragödie war nicht vorherzusehen. Denn die Messwerte des Umweltamtes hätten am Tag vor der Katastrophe noch einen überdurchschnittlich hohen Sauerstoffgehalt angezeigt. 

Trotzdem wären Präventivmaßnahmen wie in anderen Städten möglich gewesen und hätten das Fischesterben verhindern – oder zumindest eindämmen – können. Die Kommunalpolitiker verlangen deshalb nach Aufklärung und Ideen für die Zukunft. Am Montagabend (27. August) informierte die Stadtverwaltung sie deshalb über die Ereignisse. Nach Berichten des WDR soll noch in dieser Woche eine von Oberbürgermeister Markus Lewe angekündigte Experten-Runde tagen.

Update Freitag (24. August): Aasee stabilisiert sich

Aufgrund der aktuellen Wetterverhältnisse geht die Stadt Münster von einer dauerhaften Verbesserung  der Lage am Aasee aus. "Die Sauerstoffwerte haben sich auf einem höheren Niveau stabilisiert", heißt es in einer Pressemitteilung am Freitag. 

Deshalb nehme die Stadt die Hochleistungspumpe auch wieder außer Betrieb. Denn dabei handelt es sich um eine Maßnahme, um dem Sauerstoffmangel entgegenzuwirken. Anfang des Monats waren am Aasee tausende Fische verendet, weil sie im Wasser erstickt waren.

Update Donnerstag (23. August): Saugwagen vernichten Blaualgen im Aasee

Der Aasee ist noch nicht über den Berg. Am Donnerstag (23. August) gab die Stadt Münster bekannt, dass die Blaualgendichte in dem Gewässer wieder zugenommen habe. Mit einem Feuerwehrboot wurde versucht, den Algenteppich zu vernichten, ehe sich dieser übelriechend zersetzt.

An den Aaseetreppen hat das Tiefbauamt erneut Saugwagen zur Bekämpfung der Blaualgen eingesetzt. Die Sauerstoffwerte des Aasees sind in den vergangenen Tage wieder in die kritischen Werte gerutscht. Vorsorglich wurden daher am Donnerstag Pumpen eingesetzt. Zudem habe sich der Verdacht bestätigt, dass die über 50 verendeten Vögel an Botulismus oder einer von Blaualgen verursachten Vergiftung gestorben sind. Vogelgrippe-Viren wurden hingegen nicht nachgewiesen.

Hochleistungspumpen spritzten stündlich 3,5 Millionen Liter Wasser in den Aasee, um das Gewässer mit Sauerstoff anzureichern.

Update Mittwoch (22. August): Bezirksregierung fordert Stellungnahme

Nicht nur in Münster wurde hitzig über die Frage diskutiert, ob das massive Fischsterben im Aasee hätte verhindert werden können. 20 Tonnen tote Fische kamen beim Drama in Münsters bekanntestem Gewässer ums Leben. Jetzt hat sich auch Bezirksregierung eingeschaltet.

„Wir haben bei der Stadt einen Bericht angefordert“, erklärte Sigrun Rittrich, Sprecherin der Bezirksregierung, gegenüber den WN. Dieser liege derzeit noch nicht vor. Die Stadt Münster habe um mehr Zeit gebeten, den Bericht vorzulegen. Dieser Bitte wurde seitens der Bezirksregierung nachgegeben. In den kommenden Tagen wird mit einer Stellungnahme der Stadt Münster gerechnet.

Update Samstag (18. August): Münsters Aasee erholt sich von der Katastrophe

Gute Neuigkeiten für den Aasee: Der Sauerstoffgehalt des Gewässers pendelt sich mittlerweile wieder bei soliden Werten von 13 bis 15 Milligramm pro Liter ein. Regenschauer der vergangenen Tage haben zudem für einen Anstieg des Wasserstands geführt. 

Auch die Temperatur des Aasees ist wieder auf 21 Grad abgesunken, wie die Stadt Münster mitteilt. Das Stillgewässer bleibt jedoch weiter unter Beobachtung: Das Tiefbauamt und das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit wird auch am Wochenende weiterhin Kontrollgänge durchführen. 

Der Aasee in Münster leidet immer noch unter den Bedingungen in diesem Jahr.

Es werden zudem weitere Pumpen abgebaut. Sorge bereitet indes das erhebliche Blaualgenvorkommen im Aasee. Sollte es erforderlich werden, wird das Boot - wie schon erfolgreich am Donnerstag (16. August) - durch den Algenteppich pflügen und damit versuchen, die übel riechenden Aufrahmungen vor der Bildung von Toxinen zu zerstören.

Update Freitag (17. August): Blaualgen könnten zum Problem werden

Die Sauerstoffwerte im Aasee sind weiterhin stabil. Das teilte die Stadt am Donnerstag mit. Jetzt bereiten allerdings Blaualgen Sorgen. Diese belasten momentan vor allem den alten Teil des Aasees sowie die Uferbereiche des neuen Abschnitts. Solange die Algen noch grün sind, sind sie aktiv und unschädlich. Fangen sie aber an, sich zu zersetzen, werden sie im Uferbereich übel riechende "Aufrahmungen" und dadurch noch mehr Toxine bilden. 

Um es nicht so weit kommen zu lassen, "wird die Feuerwehr mit einem Hartschalenbot durch den Algenteppich fahren und ihn auf mechanischem Weg zerstören", so Umweltdezernent Matthias Peck. Intensiver Kontakt mit dem Wasser soll weiterhin vermieden werden, um Hautreizungen zu vermeiden. Hundebesitzer sollen ihre Vierbeiner nicht aus dem Aasee trinken lassen.

Update: Donnerstag (16. August): Diskussion in der Lokalpolitik

Das große Fischsterben am Aasee hat jetzt auch die Lokalpolitik auf den Plan gerufen. FDP und Grüne attackieren sich gegenseitig und schieben sich die Schuld und die Schuhe. Alles zur Diskussion in Münsters Lokalpolitik rund um das Aasee-Drama lesen Sie hier.

Update: Mittwoch (15. August): Ökosystem stabilisiert sich

Langsam kehrt wieder Normalität ein in einem Gewässer, das inzwischen nur noch wenige Fische beherbergt. Messungen am Dienstagabend haben einen Sauerstoffgehalt von 13 bis 15 Milligramm pro Liter ergeben. In der Nacht sank der Wert – wie üblich – auf 8 Milligramm. 

Umweltdezernent Matthias Peck erklärte die Entwicklung: "Die Grünalgen im See sind teilweise zurück und produzieren tagsüber wieder Sauerstoff". Trotzdem wurden noch weitere tote Wasservögel gefunden. Insgesamt stieg die Zahl sogar auf 50 verendete Tiere. Die Stadt mahnt, tote Vögel nicht selbst zu entsorgen, sondern zum Telefon zu greifen: 0251/4 92 67 01. 

Das Gesundheits- und Veterinäramt hat mehrere tote Vögel beim Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe untersuchen lassen. Dort wurden Hinweise auf Botulismus, eine durch Bakterien hervorgerufene Krankheit, und auf Vergiftung durch Blaualgen gefunden. Als nächstes soll noch überprüft werden, ob eine Infektion als Todesursache infrage kommt.

Update: Dienstag (14. August), 13.01 Uhr – Bereits 20 Vögel nach Fischsterben tot

Die Katastrophe vom Aasee beschäftigt Münster weiterhin. Von einem auf den anderen Tag ist fast der komplette Fischbestand im berühmtesten Gewässer der Domstadt erstickt. Das Sterben der Fische hat mittlerweile eine Kettenreaktion ausgelöst, die auch andere Arten betrifft.

Mindestens 40 Vögel sind nach dem Fischsterben am Aasee verendet. Schuld könnten sogenannte Faulgase und wuchernde Bakterien sein. Möwen fehlt zudem die Nahrung, die sie bis jetzt in dem Gewässer gefunden hatten.

Nachdem nun fast der komplette Fischbestand im Aasee gestorben ist, sind auch nun die Vögel in Gefahr. 

Auch kleinere Lebewesen wie zum Beispiel Plankton wurden durch das Drama am Aasee komplett vernichtet. Wie groß das Ausmaß letztlich sein wird, ist schwer zu sagen. 

Derweil hat sich die Situation im Aasee stabilisiert. "Der Sauerstoffgehalt des Wassers hat sich deutlich über dem kritischen Wert stabilisiert", berichtete Umweltdezernent Matthias Peck nach einer Sitzung des städtischen Krisenstabes am Dienstag.

Update: Dienstag (14. August), 8.01 Uhr – Empörung über "Krokodilstränen" der Angler

Seit Tagen wird über das schreckliche Fischesterben am Aasee in Münster diskutiert: Die Frage nach der Schuld ist derzeit ein beliebtes Thema – besonders in den sozialen Netzwerke. 

Viele Menschen sind empört über die Geschehnisse. Auch Horst Kröber, der Chef des Landesfischereiverbandes Westfalen und Lippe, zeigte sich in einem Interview mit dem WDR sehr bestürzt.

Seine Reaktion wird derzeit heiß diskutiert. Denn im Interview sagte er dem WDR: "Vor allem ist man so emotional dadurch, dass das Fische sind, die man selbst oft geangelt hat, die man selbst gerne fangen wollte und mochte – und jetzt sowas, wie dort vorgekommen ist, trifft mich ganz tief in meiner Seele." 

Seine Trauer über die toten Fische löste bei einigen Zuschauern enorme Wut auf: "Was sind das denn für Krokodilstränen? Geht es ihm nun um die armen Fische – oder um sich selbst und sein leibliches Wohl Irgendwie eine scheinheilige Äußerung!", kommentiert Brigitte B. bei Facebook. 

Update: Montag (13. August), 17.45 Uhr – Sauerstoffgehalt des Aasees hat kritische Marke verlassen

Für eine Entwarnung rund um das Aasee-Drama in Münster ist es noch zu früh. Dennoch: Die Hochleistungspumpen, die seit Freitagabend (10. August) im Einsatz sind und Wasser in den Aasee pumpen, zeigen ihre Wirkung. Die Chancen stünden gut, erklärt die Stadt Münster in einer Pressemitteilung, dass nicht der komplette Fischbestand des Gewässers vernichtet wurde. "Auch die Sauerstoff-Werte haben sich stabilisiert", bilanziert Stadtrat Matthias Peck den aktuellen Stand.

Der Sauerstoffgehalt des Aasees hat sich mittlerweile auf 9 bis 14 Milligramm pro Liter erhöht. Vergangenen Donnerstag (9. August) war er noch auf zwei Milligramm gefallen. Die Hochleistungspumpen sollen noch bis Dienstag (14. August) frisches Wasser in den Aasee befördern. 

Dieser Wasseraustausch habe insbesondere dem oberen Aasee-Bereich gut getan, so die Stadt Münster: Dort hat der Fischereiverein "Frühauf Münster" Fischbewegungen ausmachen können. Diese Restbestände seien überaus wichtig für den Wiederbaubau, so der Vorsitzende Horst Kröber, der sich zuvor noch zutiefst traurig über das große Fischsterben am Aasee zeigte. In den kommenden Tagen entscheidet die Stadt, ob die Pumpen weiterhin in Betrieb bleiben.

Update: Montag (13. August), 11.25 Uhr – 3,5 Millionen Liter Wasser pro Stunde

Zwei Hochleistungspumpen sind seit Freitagabend (10. August) am Aasee im Einsatz. Sie sollen verhindern, dass noch mehr Fische im Aasee sterben. Bislang sind rund 20 Tonnen von ihnen erstickt. Der Grund: Sauerstoffmangel in dem stehenden Gewässer.

Hochleistungspumpen spritzten stündlich 3,5 Millionen Liter Wasser in den Aasee, um das Gewässer mit Sauerstoff anzureichern.

Deshalb werden aktuell jede Stunde – rund um die Uhr – 3,5 Millionen Liter an Wasser in den Aasee gepumpt, um das Gewässer wieder mit Sauerstoff anzureichern. Trotzdem trieben am Samstagmorgen (11. August) erneut kleinere Mengen verendeter Fische im Wasser. Diese wurden mit einem Saugwagen des städtischen Tiefbauamtes entfernt. Auch waren zahlreiche Freiwillige mit Keschern unterwegs, um die toten Fische an der Wasseroberfläche einzusammeln. 

Horst Kröber (Fischereiverein), Willi Kemper (Feuerwehr Emsdetten), Lutz Hirschmann (Umweltamt), Umweltdezernent Matthias Peck und Heiner Bruns (Umweltamt).

Über das Wochenende hat sich die Anzahl der toten Fische, die am Freitagmorgen bei 20 Tonnen lag, nochmals um mehrere Zentner erhöht. "Es muss davon ausgegangen werden, dass der weit überwiegende Teil der Fische in dem aufgeheizten Gewässer erstickt ist, dessen Zuflüsse wegen der Trockenheit fast versiegt sind", heißt es von der Stadt in einer Pressemitteilung. 

Update: Freitag (10. August), 18.30 Uhr – Hätte das Fischsterben verhindert werden können?

Hätte das Fischsterben im Aasee vorhergesehen werden können? Diese selbstkritische Frage stellten sich die Fachleute aus Ämtern und vom Landesfischereiverband Westfalen und Lippe am Freitagnachmittag im Krisenstab der Stadt. Einhelliges Urteil: "Nein". Noch am Mittwoch hätten Messungen des Umweltamtes überdurchschnittlich hohe Sauerstoffwerte von zwölf bis 14 Milligramm pro Liter Wasser ergeben, wie die Stadt Münster mitteilt. In der Nacht auf Donnerstag sei die Situation dann schlagartig gekippt.

Alle Fische im Aasee gestorben? Diese Frage ist noch nicht geklärt

Die für die Fische lebensnotwendigen Grünalgen seien auf einen Schlag abgestorben und hätten dabei selbst Sauerstoff verbraucht. Der Wert sank auf die kritische Schwelle von zwei Milligramm. Die Folge: 20 Tonnen Fische sind mittlerweile im Aasee verendet. Diese wurden mit Saugwagen und Keschern eingesammelt, wie Umweltdezernent Matthias Peck berichtet.

20 Tonnen tote Fische wurden im August aus dem Aasee geborgen.

Ob überhaupt Fische das Drama überlebt haben, lässt sich erst Mitte September sagen, sobald sich die Situation im Gewässer normalisiert hat. Die Stadt Münster rät zudem weiterhin: Hunde nicht ins Wasser lassen und keine toten Fische mitnehmen. Ab Samstag ist der See wegen des Einsatzes von Hochleistungspumpen stellenweise eventuell nur eingeschränkt zugänglich.

Update: Freitag (10. August), 13.27 Uhr – Knapp 80 Prozent des Fischbestandes im Aasee verendet

Schätzungen zufolge sind seit Donnerstag etwa 80 Prozent des gesamten Fischbestands des Aasees gestorben. Laut Informationen der WN betrug der Sauerstoffwert im Wasser am Freitagmorgen immer noch nur zwei Milligramm pro Liter. Fische brauchen zum Überleben mindestens vier. Die Wassertemperatur habe sich allerdings durch den Wetterumschwung gestern auf 22 Grad abgekühlt. 

Update: Freitag (10. August), 07.46 Uhr – Fischesterben am Aasee: Keine Besserung in Sicht

Auch am Freitag ist keine Besserung in Sicht. Am frühen Morgen wurden bei Facebook bereits Fotos veröffentlicht, welche die Nutzer schockierten. Darauf sind rund 500 tote Fische zu sehen, die nahe der Freitreppe im Aasee an der Wasseroberfläche treiben. Der Regen, der gestern in Strömen fiel, könnte die Lage noch verschlimmert haben. 

Am Freitag scheint sich die Lage noch verschlimmert zu haben. 

Wie der WDR berichtet, suchen Anglerverein, Stadt und Feuerwehr derzeit nach freiwilligen Helfen: Die Tiere sollen möglichst schnell aus dem See gekeschert werden. Aktuelle Aufnahmen zeigen die dramatische Situation:

Erstmeldung von Donnerstag, den 9. August

Münster – Es ist ein trauriges Bild: Hunderte Fische schwimmen mit dem Bauch nach oben an der Oberfläche des Aasees. Einige von ihnen versuchen noch hektisch zu atmen. Ihnen fehlt der Sauerstoff. 

Seit dem frühen Morgen erhielt die Stadt Münster Anrufe von besorgten Bürgern, berichtet Lutz Hirschmann von der Umweltbehörde. Bilder, die bei Facebook auftauchten, schockierten die Nutzer. Viele richten auch Vorwürfe an die Stadt. 

Ausmaß des Fischsterbens in Münster nicht absehbar gewesen

Zu den Vorkehrungen sagt Horst Kröber, stellvertretende Vorsitzende des Vereins für Fischerei und Gewässerschutz Frühauf Münster: "Das Fischsterben ist in dieser Form vielleicht vorhersehbar gewesen, jedoch in seiner Konsequenz nicht." 

Bildergalerie

Die Wassertemperatur im Aasee beträgt momentan 26 Grad, die Sauerstoffsättigung sank überraschend schnell. Die Stadt Münster hat in der vergangenen Woche regelmäßig die Sauerstoffwerte im Wasser gemessen. Anfang der Woche waren es noch über 14 Milligramm pro Liter – vier müssen es mindestens sein. 

Aasee in Münster: Fischsterben kam unerwartet

In der vergangenen Nacht kam es durch den Wetterumschwung allerdings zu einem großen Algenabsterben. Zuvor hatten sich die Blaualgen aufgrund der Hitze massenhaft vermehrt (msl24 berichtete). Durch den heftigen Regen am Mittwoch (8. August) sind diese dann gestorben und haben dabei große Mengen an Sauerstoff verbraucht. Und genau dieser Sauerstoff fehlt jetzt den Fischen.

Am Ufer des Sees finden sich hunderte Fische, die ums Leben kämpfen.

Die Stadt Münster hat sich an die Feuerwehr gewandt. Diese hat nun eine Pumpe an einer kritischen Stelle installiert, die das Wasser aufwirbelt. So soll das Wasser wieder mehr Sauerstoff aufnehmen können. Die Stadt hofft, so wenigstens noch die Fische retten zu können, die noch in der Notatmung sind. Auch das Tiefbauamt soll im Laufe des Tages noch eine Pumpe aufstellen. 

Lesen Siedazu auch unseren Artikel über die Folgen der Hitzewelle: Bäche trocknen aus – Fische kämpfen ums Überleben.

Tote Fische im Aasee: Tiere werden vom Tiefbauamt Münster entsorgt

"Abzuwarten bleibt, wie sich das Unwetter auf den Aasee auswirkt, das für den Nachmittag erwartet wird", sagt Kröber. Eigentlich hätte der Mann heute arbeiten müssen. Doch er hat sich freigenommen, um zu helfen. Viele seiner Vereinskollegen sind ebenfalls gekommen. Für die Entsorgung der toten Fische ist das Tiefbauamt Münster zuständig. "Die meisten Fische werden wohl von der AWM genommen", sagt Hirschmeyer. 

Lesen Sie auch22-Jährige sorgt mit Schal für Unfall: Radler prallt gegen Auto

Auch interessant

Kommentare