Umstellung in Münster beginnt

Die Wertstofftonne kommt – darf aber noch nicht benutzt werden

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Die Wertstofftonne wird in Münster eingeführt (Symbolbild).

Zwar dürfen die Wertstofftonnen erst ab 2020 genutzt werden. Doch die Stadt lässt sie demnächst bereits aufstellen –denn ab dem Neujahr verschwindet der Gelbe Sack aus Münster.

  • Wertstofftonne ersetzt Gelben Sack
  • AWM und Remondis in Münster zuständig
  • Austeilung bereits ab Oktober

Münster – "Stichtag ist der 1. Januar 2020", verkündet die Stadt. Dann wird der Gelbe Sack flächendeckend aus der Domstadt verabschiedet und vor den Türen der Häuser steht neben der blauen Papier-, der schwarzen Restmüll- und der braunen Biomülltonne noch eine weitere: die gelbe Wertstofftonne.

Wertstofftonne darf in Münster erst 2020 genutzt werden

Damit am 1. Januar 2020 alle Haushalte mit der gelben Wertstofftonne ausgestattet sind, werden diese demnächst ausgeteilt. "Aber – darauf weisen wir ausdrücklich hin – die Wertstofftonne kann erst im neuen Jahr befüllt werden", erklärt Manuela Feldkamp von den Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM). Bis zum Jahresende gehören Verpackungsabfälle also wie gehabt in den Gelben Sack.

Die AWM fahren allerdings nur 22 Prozent der Tonnen ab, 78 Prozent übernimmt das Unternehmen "Remondis". Dieses stellt seine Tonnen ab Mitte Oktober in Münster auf, die AWM beginnen damit im November.

Vorteile der Wertstofftonne in Münster

Ansonsten werden die Anwohner kaum eine Veränderung merken, denn der 14-tägige Abfuhrrhythmus wird beibehalten. Allerdings bringt die Einführung der Wertstofftonne eine Gebührenerhöhung mit sich: von 2,50 bis 3 Euro pro Einwohner und Jahr.

Trotzdem hat die gelbe Wertstofftonne ihre Vorteile, beispielsweise ihre Stabilität: "Anders als der Gelbe Sack kann die Wertstofftonne nicht reißen, nicht wegwehen oder von Tieren zerfetzt werden, der Abfall bleibt dort, wo er hingehört", erklären die AWM, die für 2020 in Münster die Kosten für die Abfallbeseitigung erhöhen

Münster: Was darf in die Wertstofftonne?

Außerdem dürfen darin auch nun auch "stoffgleiche Nichtverpackungen" entsorgt werden. Generell sollten nur folgende Materialien und Gegenstände in der Wertstofftonne landen:

  • Verpackungen, wie Aufschnittfolien, Frischhaltefolien und Kunststoffflaschen (von Weichspüler oder Waschmittel), Joghurtbecher, Milch- und Saftkartons, Konservendosen, Plastiktüten, beschichtete Tiefkühlverpackungen 
  • Kunststoffe, wie Eimer und Gießkannen, Kanister, Kunststoffschüsseln, Klappkisten, Spielzeuge 
  • Metalle, wie Aluminiumfolien und -schalen, Bestecke, Dosen, Töpfe und Pfannen, Scheren, Werkzeuge

Verboten sind hingegen holzige Materialien sowie Textilien, CDs und DVDs, Elektrogeräte und Altbatterien sowie schadstoffhaltige Füllgüter (beispielsweise entleerte Farb- oder Lackdosen). 

Wertstofftonne soll Mülltrennung in Münster erleichtern

Mit diesem neuen System soll vor allem dem Chaos bei der Mülltrennung entgegengewirkt werden. Bislang waren Konsumenten oft unsicher, in welche Tonne sie ihre aussortierten Gegenstände werfen sollen. Dies soll nun einfacher werden: Wenn es nicht in den Papier-, den Rest- oder den Biomüll gehört, dann gehört es höchstwahrscheinlich zu den Wertstoffen. 

Erfreulich ist übrigens auch, dass die Menschen in der Domstadt einen neuen Tiefstand erreicht haben: Sie produzieren durchschnittlich nur 421 Kilo Müll pro Jahr – also 16 Kilo weniger als im Vorjahr. Das zeigen die Zahlen für Münster im Jahr 2018. Einige Tonnen landen trotzdem nicht in der Entsorgung, sondern in der Natur. Deshalb haben sich mehrere Menschen zusammengetan, um freiwillig in Münster Müll aufzusammeln. Dabei fanden sie schon die kuriosesten Gegenstände.

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