Wohnungsnot zum Erstsemester in Münster

Suche Wohnraum, biete kleines Geld: So finden Studenten eine Unterkunft

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Verzweifelte Suche: Viele Erstsemester, die ab Oktober in Münster studieren, haben noch keinen Wohnraum gefunden – weil es kaum freien gibt.

10 Quadratmeter für 300 Euro Kaltmiete? Viele Studierende würden derzeit wohl auch solche Angebot annehmen, doch es gibt sie nicht – denn in Münster herrscht Wohnungsmangel. 

  • Wohnraum für Studierende in Münster gesucht
  • Informationsveranstaltung am Samstag
  • Arbeitskreis fordert Anwohner auf

Münster – Mit einer Kaltmiete von 8,90 Euro pro Quadratmeter macht die Westfalenmetropole den zweiten Platz im Ranking der "angespanntesten" Unistädte in Nordrhein-Westfalen von RP-Online, direkt nach Köln. 

Mit einem durchschnittlichen Preis von 310 Euro für ein WG-Zimmer schneidet die Domstadt zwar noch verhältnismäßig gut ab, doch das Problem liegt an anderer Stelle: Die Mieter würden auch teurere Preise bezahlen, wenn nur Angebote da wären – aber es gibt kaum freien Wohnraum. 

Kaum freier Wohnraum in Münster verfügbar

Zwar kämpft die Stadt bereits dagegen an, indem sie neues Bauland in Münster-Wolbeck gekauft hat und dort Wohnraum für 500 Menschen schaffen will – doch der Bau wird noch dauern. Gleiches gilt für das Projekt in Hiltrup: Dort hat die Stadtverwaltung den größten Ankauf seit Jahren getätigt und will Wohnungen für 2000 Menschen in Münster entstehen lassen

"Von Entspannung auf dem Wohnungsmarkt für Studierende kann keine Rede sein. Im Gegenteil. Betroffen sind ganz besonders die Erstsemester", berichtet der Arbeitskreis für Studentische Wohnraumversorgung (AKSW). So könnte es für viele Studierende, die sich zum Wintersemester in Münster eingeschrieben haben, sehr eng werden. Bereits im Jahr 2018 fehlten in Münster rund 700 Wohnungen, als die "Erstis" mit dem Studium begannen. 

Wohnung in Münster gesucht? Infos für Studierende

Deshalb informieren die Mitglieder des Arbeitskreises – zusammen mit der Stadt, den ASten der Westfälischen-Wilhelms-Universität (WWU) und der Fachhohschule (FH), dem Internationalen Büro der FH, dem Studierendenwerk Münster und dem Bischöflichen Studierendenwerk sowie "Wohnen für Hilfe" – am Samstag (14. September) von 10 bis 13 Uhr vor dem Bankhaus Lampe (Domplatz 41) über mögliche Alternativen.

All diese Organisationen wollen den Studierenden, besondern den "Erstis", bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum helfen. Dass das nicht einfach ist, hat auch Stefanie Masuch erfahren müssen: In ihrem Kommentar vergleicht sie ein gutes Angebot auf dem Wohnungsmarkt mit der Sichtung eines Einhorns und erklärt, warum die Mieten in Münster so teuer sind

Können Anwohner neuen Wohnraum in Münster schaffen?

Doch der AKSW nimmt nicht nur die Studierenden in die Verantwortung, sondern auch die Einwohnern aus Münster und der Stadtregion: Sie wollen dafür werben, dass mehr Menschen sich als Vermieter für Studierende engagieren. "Wer zusätzlichen Wohnraum für Studierende bereitstellen möchte, kann zum Beispiel das frühere Kinder- oder ein Gästezimmer oder den nicht genutzten Spitzboden vermieten oder auch eine Wohnung für eine WG anbieten", heißt es in einer Pressemitteilung. 

Es gibt zahlreiche Plattformen, um Studierende und Mieter in Münster zusammenzubringen – beispielsweise die Aktion "Wohnen für Hilfe", die Generationen verbindet, oder "Deine Couch für Erstis" bei der das eigene Wohnzimmer temporär als Unterkunft angeboten wird. 

Neu in Münster? Diese Ansprechpartner helfen

Der Arbeitskreis für Studentische Wohnraumversorgung steht übrigens nicht nur am Samstag für Fragen zur Verfügung. Er ist im Studierzimmer-Büro beim Amt für Wohnungswesen im Stadthaus 3 (Albersloher Weg 33) sowie per Telefon (0251/492 64 01) und E-Mail (studierzimmer-buero@stadt-muenster.de) zu erreichen. 

Informationen zu Themen wie Wohnen, Studiengängen und Lebenshaltungskosten finden Studierenden auch in diesem Artikel: "Studieren in Münster: Das müssen Erstis wissen". Außerdem hat unsere Redaktion ausgerechnet, wie viel Geld ein Studierender in Münster mindestens zum Leben braucht

Auf der Suche nach einer Lösung zur Entspannung des Wohnungsmarktes in der Stadt schlägt nun der Mieterverein vor, in Münster einen neuen Stadtteil zu bauen. Auch der FDP gefällt diese Idee. 

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