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Uni Münster: Der Kaiser soll weg – Neuer Name für WWU?

Die WWU heißt in Zukunft moeglicherweise anders. (Symbolbild)
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Die WWU heißt in Zukunft möglicherweise anders. (Symbolbild)

Eine Namensänderung könnte bei der Uni Münster anstehen. Mit Kaiser Wilhelm II. setzt sich die Leitung derzeit kritisch auseinander. 

  • Die WWU Münster wurde von Kaiser Wilhelm II. in den Universitätsstand gehoben.
  • Seitdem trägt die Uni den Namen des letzten deutschen Kaisers. 
  • Möglicherweise gibt es in der Zukunft jedoch eine Namensänderung.

Münster – Seit 1902 ist die WWU (Westfälische-Wilhelms-Universität) eine feste Institution in der Domstadt. Jährlich erwerben hier 7300 Studenten ihren Abschluss in den 280 angebotenen Fächern. Nun steht für die Universität möglicherweise eine große Veränderung an. 

Münster

Fläche

302,9 Quadratkilometer

Höhe

60 Meter

Bevölkerung

310.039 (Stand: 2016)

WWU Münster will mit Maßnahmenpaket über Namensgeber informieren

Ganze zwei Jahre nehmen sich die Leiter der Einrichtung in Münster Zeit, um über den Namen nachzudenken. In der Zwischenzeit soll ein Maßnahmenkatalog für Klarheit sorgen. Vor einigen Jahren wurde schon der Name des Platzes vor dem Verwaltungsgebäude der WWU in vom Hindenburgplatz in den Schlossplatz geändert. 

Mittels Infotafeln am Schloss soll fortan über den letzten deutschen Kaiser informiert werden, der der Uni in Münster seit 1907 seinen Namen leiht. Erstsemestler an der WWU in Münster, die übrigens laut einer Studie in drei Fächern zu den bestens Unis der Welt zählt, sollen schon bei der Einführung über den Stifter informiert werden. Eine Ausstellung über die Geschichte der Universität soll einen öffentlichen Diskurs fördern und zur Meinungsbildung beitragen.

Namensänderung in Sicht? Deshalb könnte die WWU Münster bald anders heißen

Der Wunsch nach einem neuen Namen der WWU wurde nicht zum ersten Mal geäußert: Studenten fordern bereits seit 1997 eine Änderung. Der Antrag wurde damals jedoch abgelehnt. Seitdem wurde in Münster immer wieder über den Stifter diskutiert. 

Eine Arbeitsgruppe rund um den Historiker Dr. Olaf Blaschke hatte sich nun intensiv mit dem Leben des Kaisers auseinandergesetzt. In ihrem Abschlussbericht kommen sie zu dem Ergebnis, dass Wilhelm II. "überaus militaristisch und nationalistisch, antislawisch und geradezu obsessiv antisemitisch" war. Dementsprechend fordern sie, die Wahl des Namensgebers der Uni in Münster erneut zu überdenken. 

WWU Münster: Namensänderung entscheidet sich 2022

Der Beschluss zum Überdenken des Namens wurde von den Mitgliedern des WWU-Vorstands einstimmig angenommen. 2022 soll nach der öffentlichen Meinungsbildung dann über eine Änderung abgestimmt werden. Bis dahin werden rund 83.000 Euro für das Projekt veranschlagt. Eine Umbenennung der Uni in Münster ist jedoch nicht die zwingende Konsequenz aus der Debatte – je nach Ausgang der Diskussionen könnte Wilhelm II. auch der Namensgeber bleiben. 

Die Verwaltung der WWU sitzt im Schloss Münster. 

Wer immer schon wissen wollte, mit welchem Studiengang man die besten Voraussetzungen für die finanziell abgesicherte Zukunft hat, bekommt in diesem Video die Antwort: 

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