Neue Vorwürfe gegen Angeklagte

Missbrauchskomplex Münster: Zwei weitere Anklagen

Der riesige Missbrauchskomplex von Münster zieht enorm weite Kreise. Derzeit wird gegen 37 Verdächtige aus Deutschland und Österreich ermittelt.

Münster – Wie die Staatsanwaltschaft Münster mitteilt, gibt es neue Entwicklungen in dem Missbrauchsfall, der sich rund um eine Kleingartenanlage in der Stadt im Münsterland aufgetan hatte. Ende Mai 2020 kamen die grausigen Details und die enormen Dimensionen dieses Falles ans Licht. Am Donnerstag (12. November) startet der Prozess.

Stadt Münster
Einwohner315.293
BundeslandNRW
Einer der Tatorte des vermutlichen Haupttäters in einem Missbrauchsfall in Münster.

Münster: Neue Anklagen im Missbrauchskomplex

Ganz aktuell wurde bekannt, dass in den Kindesmissbrauch aus Münster 19 weitere Beschuldigte involviert sein sollen. Aktuell laufen Ermittlungen gegen 37 Verdächtige. Gegen zwei davon, Adrian V. aus Münster und einen Angeklagten aus Schorfheide, wurden nun weitere Anklagen erhoben. Diese stützen sich auf die weitere Auswertung von Datenträgern und eines Mobiltelefons des Hauptbeschuldigten.

Der Mann aus Schorfheide soll ein Kind, mit welchem er entfernt verwandt sein soll, an einem Tag im August 2018 mehrfach schwer missbraucht haben. Weiterhin wird seitens der Staatsanwaltschaft Münster vermutet, dass der Mann das Kind mit Gammabutyrolacton (GBL) in einen hilflosen Zustand versetzt haben und die anschließenden Handlungen mit einem Mobiltelefon gefilmt haben soll. Bereits zuvor wurde gegen den 42-Jährigen am Landgericht Münster Anklage wegen eines ähnlichen Delikts Anklage erhoben.

Kindesmissbrauch in Münster: Gemeinsame Taten zweier Angeklagter

Weitere Vorwürfe richten sich gegen beide Angeklagte. Im März 2020 sollen sie in dem Haus des Mannes aus Schorfheide zwei Kinder missbraucht haben. Bei ihren Opfern soll es sich um den damals sieben Jahre alten Sohn des Schorfheiders und den damals zehnjährigen Jungen aus Münster gehandelt haben. Bei dem Zehnjährigen handelt es sich um das Kind, welches in dem Komplex von mehreren verschiedenen Tätern wiederholt missbraucht worden ist.

Auch in diesem Fall sollen die beiden Männer die Kinder mit dem Betäubungsmittel GBL gefügig gemacht und die schweren Missbräuche gefilmt haben. Bislang haben sich beide noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die Staatsanwaltschaft Münster plant, dieses Verfahren mit dem bereits laufenden zu verbinden. Die Ermittlungen laufen derweil weiter. Der Hauptprozess gegen Adrian V. und weitere Angeklagte im Missbrauchsfall von Münster startet am 12. November.

Rubriklistenbild: © Fredrik von Erichsen

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