Pandemie

NRW-Vorstoß: Wegen Coronavirus frühere Weihnachtsferien für ganz Deutschland

Um die Corona-Pandemie weiter einzudämmen und ein Weihnachtsfest mit der Familie zu ermöglichen, hat NRW die Winterferien verlängert. Die anderen Bundesländer ziehen nun nach.

Update: 26. November. Nun ist es beschlossene Sache: Nach dem Vorstoß von NRW werden nun in ganz Deutschland die Weihnachtsferien bereits am 21. Dezember beginnen. Darauf hatten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch (25. November) in einer weiteren Bund-Länder-Konferenz geeinigt. Der letzte Schultag fällt somit auf den 18. Dezember (Freitag). Auf msl24.de* haben wie alle neuen Coronavirus-Regeln* zusammengefasst, die ab dem 1. Dezember gelten werden.

NRW-Vorstoß: Frühere Weihnachtsferien nun in ganz Deutschland?

Update: 25. November, 6.44 Uhr. Als erstes Bundesland in Deutschland hat das Land NRW die Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie verlängert. Nun ziehen offenbar auch die anderen Länder nach. Weitere Informationen dazu lesen Sie in diesem Artikel zum Thema „Verlängerung des Lockdowns? Erste Einigung bei Bund und Ländern“*.

Bundesland:NRW
Einwohner:17,93 Millionen
Hauptstadt:Düsseldorf

Corona-Winterferien an NRW-Schulen verlängert: Familien können sich freiwillig in Quarantäne begeben

Update: 12. November, 6.53 Uhr. Noch am Dienstagabend (10. November) hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in einer Sondersendung des WDR berichtet, dass die Landesregierung über frühere Weihnachtsferien nachdenke. Nur einen Tag später scheint dies bereits beschlossen zu sein: Laut einem Bericht des WDR soll Yvonne Gebauer (FDP), Ministerin für Schule und Bildung, dies am Mittwoch auf Nachfrage bestätigt haben.

Demnach würden die Weihnachtsferien an NRW-Schulen statt am Tag vor Heiligabend (23. Dezember) bereits am Montag davor (21. Dezember) beginnen, der letzte Schultag wäre der Freitag (18. Dezember). Das ergebe fünf zusammenhängende freie Tage für die Schüler. Die Idee dahinter: Familien könnten sich in dieser Zeit in die Isolation begeben, um dann Weihnachten im Kreise der Familie mit einem geringeren Infektionsrisiko zu verbringen. Vor allem für die Großeltern und andere potenzielle Risikopatienten solle dies hilfreich sein. Fraglich bleibt, ob fünf Tage ohne das Infektionsrisiko in der Schule dafür ausreichend sind – und ob eine Isolation in der Vorweihnachtszeit überhaupt möglich ist.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) steht frühere Weihnachtsferien, wie sie nun für NRW beschlossen worden seien, offen gegenüber. Denn dies würde eine bessere Planbarkeit für die Familien und Lehrer bedeuten. „Das ist sicherlich ein Teil der Debatte, auch für Montag oder auch für die Folgewochen“, sagte Spahn in der TV-Sendung Frühstart (NTV berichtet) mit Blick auf die kommende Bund-Länder-Konferenz zu den Lockdown-Maßnahmen. „Das wäre mit so einer Maßnahme gegeben.“

Während die vorgezogenen Weihnachtsferien das Infektionsrisiko senken könnten, stellt dies manche Familien vor andere Probleme: Nicht alle Eltern können sich in dieser Zeit freinehmen und die Betreuung ihrer Kinder gewährleisten. Laut WDR kündigte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer jedoch an, dass in den freien Tagen vor Weihnachten eine Notfallbetreuung organisiert werde. Dies sei noch in der Planung.

Längere Weihnachtsferien wegen Corona? Laschet erwägt Maßnahmen für NRW

Erstmeldung: 11. November, 10.58 Uhr. Düsseldorf/Köln – Wegen des drastischen Anstiegs der Corona-Fallzahlen in den letzten Wochen befindet sich Deutschland seit dem 2. November im Teil-Lockdown. Während Gastronomie und Freizeiteinrichtungen schließen mussten, durften Schulen und Kitas jedoch geöffnet bleiben – anders als noch während der ersten Welle der Corona-Pandemie* im März und April. Armin Laschet (CDU), Landes-Chef von Nordrhein-Westfalen, erwägt nun jedoch die Verlängerung der Weihnachtsferien, wie msl24.de* berichtet.

Corona in NRW: Weihnachtsferien könnten früher beginnen

„Bildung darf nicht leiden“, begründete Laschet in einem WDR-Extra zur Corona-Lage vom Dienstagabend nochmals die Entscheidung von Bund und Ländern, Schulen in der angespannten Corona-Lage weiter offenzulassen. Die Schließungen von Gastronomie und anderen Bereichen seien jedoch nötig, um den exponentiellen Anstieg der Corona-Infektionen zu unterbrechen. Gegen die Lockdown-Maßnahmen hatte bereits eine Restaurant-Betreiberin erfolglos am OVG in Münster geklagt.*

Auch an Weihnachten dächten die Kanzlerin sowie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet dabei, wie sie bereits während ihrer Pressekonferenzen Ende Oktober sagten. Man wolle den Menschen ein Weihnachtsfest mit der Familie ermöglichen. Doch wie solle das gehen, wenn die Kinder in den Schulen einem ständigen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, wird in der Sendung gefragt. Eine Lösung, um an Weihnachten das Risiko einer Ansteckung mit Corona innerhalb der Familie zu minimieren, könnten laut WDR frühere Schulferien sein.

Demnach würden die Weihnachtsferien in NRW zwei Tage früher beginnen – also statt erst am 23. Dezember bereits am 21. Dezember. Somit wäre der letzte Schultag vor Weihnachten der 18. Dezember (Freitag). So könnten sich die Familien sechs Tage vor Heiligabend freiwillig isolieren, bevor sie sich mit der erweiterten Familie träfen, zum Beispiel den Großeltern. Diesen Vorschlag erwägt die NRW-Landesregierung bereits, wie Laschet bestätigte.

Längere Weihnachtsferien in NRW? Armin Laschet prüft Möglichkeit

„In der Tat ist das von den Ferienzeiten denkbar, auch die Schulministerin denkt bereits darüber nach“, entgegnet Armin Laschet. Der Haken bei der Sache: Die beiden zusätzlichen Ferientage könnten von der Karnevalszeit „abgezogen“ werden, wie auch wa.de berichtet*. Für Laschet denkbar, wie er sagt: „Eins ist klar: Karneval gibt es nächstes Jahr gar nicht. Weder auf den Straßen noch in der Art, wie wir das am Rosenmontag kennen.“ Auch vom Skiurlaub im Frühjahr sollten die Bürger im kommenden Jahr absehen, mahnt Laschet.

Frühere Weihnachtsferien in NRW müssten nun unter anderem mit Lehrer-Verbänden und Schulen besprochen werden, kündigte Armin Laschet an. „Die Idee ist nicht schlecht.“ Eine Aufhebung der Schulpflicht statt vorzeitigem Ferienbeginn lehnt der NRW-Chef zwar auch nicht ab, aber er vertritt eher eine striktere Lösung: „Ich glaube, wenn, dann muss man es auch konsequent machen. Aber es ist eine denkbare Möglichkeit.“ Diese Handhabe würde berufstätigen Eltern, die in den frühzeitigen Ferien keine Betreuung gewährleisten könnten, ermöglichen, dass ihre Kinder auch an diesen beiden Tagen weiterhin zur Schule gingen.

Eines ist klar: Wenn es uns gelingt, substantiell die Zahlen runterzubringen, gehen wir entspannter in die Advents- und Weihnachtszeit.

Armin Laschet, Ministerpräsident von NRW

NRW: Intensivbetten-Lage kritisch – vermehrt Corona-Infektionen in Schulen

Die Entscheidung von Bund und Ländern, Schulen in der sogenannten zweiten Corona-Welle offenzulassen, war und ist nicht unumstritten – zumal die Anzahl der mit Corona infizierten Schüler und Lehrer zuletzt deutlich angestiegen sein soll, wie merkur.de* berichtete. Demnach befänden sich derzeit mehr als 300.000 Schüler und bis zu 30.000 Lehrkräfte in Quarantäne. In Bielefeld (NRW) mussten bereits erste Kitas schließen.*

Armin Laschet hält längere Winterferien an den Schulen in NRW für eine mögliche Corona-Maßnahme.

In Münster (NRW) wurde derweil zum Schutz vor Corona-Ansteckungen in Bussen der Unterrichtsbeginn an mehreren Schulen verschoben.* Aufgrund der zuletzt drastisch gestiegenen Coronavirus-Infektionen besteht weiterhin die Gefahr, dass die Intensiv-Pflegeplätze in deutschen Krankenhäusern bald an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Die Lage in Deutschland und NRW sieht laut dem Intensivregister momentan folgendermaßen aus (Stand: Mittwoch, 11. November):

  • In NRW gibt es insgesamt 6679 belegbare Intensivbetten.
  • 5302 dieser Intensivbetten sind momentan belegt, 1377 sind somit frei.
  • Zusätzlich gibt es noch eine Notfallreserve von 2644 Intensivbetten binnen sieben Tagen.
  • In NRW werden derzeit 849 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 530 werden beatmet.
  • Von den 28.472 Intensiv-Pflegebetten deutschlandweit sind aktuell 21.756 belegt und 6716 frei (Notfallreserve: 12.312 Betten)

Die Lage sei ernst, aber keineswegs hoffnungslos, urteilte Professor Uwe Janssens von der Vereinigung für Notfall und Intensivmediziner in dem WDR-Beitrag. Denn der Mediziner erwarte eine deutliche Entlastung in den Kliniken durch den sogenannten „Wellenbrecher-Lockdown“. (*Msl24.de, owl24.de und wa.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa und picture alliance/Gregor Fischer/dpa

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