Fehlende Tests

Trotz steigender Corona-Zahlen: Schulen öffnen in NRW – Eltern planen Boykott

Die Schulen öffnen in NRW nun im Wechselunterricht. Doch die Landesregierung wird dafür scharf kritisiert. Eltern kündigten nun einen Boykott an.

NRW – Trotz der steigenden Inzidenz fährt das Land NRW in Sachen Schulöffnungen eine klare Linie. Seit Montag (15. März) gilt für alle Schüler in NRW wieder der Präsenzunterricht im Wechselbetrieb. Ein mutiger und umstrittener Schritt, blickt man auf die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie*, denn die Zahlen sprechen eine klare Sprache.

Der mutmachende Abwärtstrend der vergangenen Wochen scheint erst einmal vorüber zu sein. Die lokalen Inzidenzwerte steigen, laut RKI stieg die bundesweite Inzidenz am Tag der Schulöffnungen auf 82,9 an. Zur Erinnerung: Die von Bund und Ländern festgesetzte Corona-Inzidenz für Lockerungen wurde auf 35 festgelegt. Davon ist Deutschland aktuell also weit entfernt. Dennoch werden die Schulen in NRW geöffnet und auch im Einzelhandel stehenden den Kunden die Türen auch ohne „Click & Meet“ wieder offen, wie msl24.de* berichtet.

BundeslandNRW
Einwohner17.947.221 (2019)
Ministerpräsident Armin Laschet (CDU)

Schulöffnung in NRW: Scharfe Kritik an Vorgehen der Landesregierung

Hand in Hand mit der Öffnung der Schulen in NRW sollten Corona-Schnelltests gehen, die einmal wöchentlich für jeden Schüler zur Verfügung stehen sollten. Doch, wie Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag (12. März) mitteilte, können diese Tests vorerst nicht geliefert werden:

Es kann durchaus sein, dass es in der kommenden Woche nicht zu Testungen für die Schülerinnen und Schüler kommen kann.

Yvonne Gebauer (FDP)

Auch der Ablauf der Testungen ist noch unklar. Sicher ist, dass sich die SchülerInnen im Unterricht testen sollen, die Corona-Tests jedoch keine Voraussetzung für die Teilnahme sind. Eigentlich sollte es eine Dreifach-Maßnahme an den Schulen in NRW zum Schutz vor Corona geben*, wie auch ruhr24.de* berichtet. Viele Eltern halten dieses Verhalten für untragbar und kündigten an, ihre Kinder eigenverantwortlich aus dem Präsenzunterricht zu nehmen.

Auch die Bürgermeister aus Düren, Lüdenscheid, Halver und Iserlohn haben ihre Bedenken in einem Brief an die Schulministerin geäußert. Die SPD kritisiert die NRW-Landesregierung für das aktuelle Vorgehen scharf: „Dass die Landesregierung hierbei so viel Zeit verschlafen hat und keinerlei Vorbereitungen für eine funktionierende Testinfrastruktur getroffen hat, ist ein echtes Versäumnis und geradezu fahrlässig.“

Sprach sich klar für die Öffnung der Schulen in NRW aus: Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP).

Eltern wollen Schulöffnungen in NRW boykottieren

Der Kreis Düren hatte am vergangenen Mittwoch (10. März) aufgrund hoher Corona-Inzidenzen eine Aussetzung des Präsenzunterrichts beantragt. Am Freitag (12. März) wurde dieser Antrag vom Land NRW jedoch abgelehnt. Daraufhin haben Eltern angekündigt, die Schulöffnungen in NRW zu boykottieren und ihre Kinder bis zu den Osterferien (29. März bis 10. April) aus der Schule zu nehmen. Erst kürzlich gab es auch im westfälischen Münster mehrere Corona-Ausbrüche an Schulen*.

Neben den Schulen gibt es in NRW auch weitere Lockerungen: In zwei Kreisen in OWL ist termin-freies Shopping bereits seit der vergangenen Woche wieder möglich*. Auch Bielefeld* öffnete nicht nur die Innenstädte wieder für Kunden, auch der Tierpark Olderdissen darf wieder Besucher empfangen*. (*Owl24.de, ruhr24.de und msl24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe / dpa

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