Testspflicht

Urlaub an Ostern: Deutschland verschärft Corona-Regeln – was Reiserückkehrer wissen müssen

In Deutschland haben sich viele auf einen Oster-Urlaub gefreut. Doch wegen der Corona-Lage beschränkt die Bundesregierung nun auch Auslandsreisen wie etwa nach Mallorca.

Berlin/Münster – An Urlaub innerhalb von Deutschland ist zu Ostern in diesem Jahr nicht zu denken. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und auch die meisten Ministerpräsidenten haben sich beim Corona-Gipfel am Montag (22. März) ausdrücklich gegen das Reisen im Inland ausgesprochen. Der Grund ist die Ausbreitung des Coronavirus. Zuletzt waren die Corona-Neuinfektionen in der Bundesrepublik massiv gestiegen. Am Donnerstag (25. März) liegt die 7-Tage-Inzidenz laut dem Robert Koch-Institut (RKI) bei 113.

Deutschland befindet sich aktuell mitten in der dritten Corona-Welle. Die Fälle steigen exponentiell. Dennoch sind Auslandsreisen, wie etwa nach Mallorca, seit einigen Tagen wieder möglich. Auch eine Quarantäne steht den Reiserückkehrern aktuell nicht bevor, da das Reiseziel derzeit nicht als Corona-Risikogebiet gilt. Viele Deutsche nutzten deshalb die Gelegenheit für einen Tapetenwechsel. Sie tauschen ihren Corona-Alltag gegen Sonne, Strand und Meer auf der spanischen Insel aus. Einige Touristen traten ihren Oster-Urlaub vom Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) aus an.

ThemaOster-Urlaub (z.B. Mallorca)
Neue RegelTestpflicht für Reiserückkehrer nach Deutschland
Datum29. März bis 12. Mai

Oster-Urlaub: Mallorca erlebt Buchungsansturm – Bundesregierung prüft Verbot

Mallorca-Reisen sind im Augenblick mitten in der Coronavirus-Pandemie bei den Deutschen sehr beliebt. Die Bundesregierung rät jedoch vom Oster-Urlaub ab und prüft sogar, ob Reisen in beliebte Urlaubsgebiete vorübergehend gesetzlich untersagt werden können. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer teilte in diesem Zusammenhang am Mittwoch (24. März) in Berlin mit, dass „große verfassungsrechtliche Hürden“ überwunden werden müssten, bevor man ein Verbot aussprechen könne. Die Insel vor der Ostküste Spaniens gilt seit dem 12. März nicht mehr als Corona-Risikogebiet.

Seit mehreren Tagen liegt die 7-Tage-Inzidenz auf Mallorca unter 50. In der Urlaubsregion selbst haben Cafés, Restaurants und Geschäfte für Kunden geöffnet. Es gelten jedoch strenge Corona-Regeln, wie beispielsweise das Tragen einer Schutzmaske, die nahezu überall getragen werden muss. Darüber hinaus gibt es auf Mallorca eine Sperrstunde (ab 17 Uhr) und eine strikte Ausgangssperre (22 bis 7 Uhr). Wer hier von seinem Oster-Urlaub zurück nach Deutschland fliegt, muss nicht in Quarantäne. Eine Verschärfung gilt jedoch ab Montagnacht (29. März).

Oster-Urlaub: Deutschland verschärft Corona-Regeln – Testpflicht für alle Reiserückkehrer

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben sich darauf geeinigt, dass alle Flugpassagiere, die nach Deutschland einreisen, auf das Coronavirus getestet werden sollen. Die Verschärfung der Regel für Reiserückkehrer* tritt Montagnacht (29. März) in Kraft. Nach dpa-Informationen soll die Maßnahme zunächst bis zum 12. Mai gelten. Die bekannten Schutzvorkehrungen, wie die Maskenpflicht und die Abstandsregeln gelten weiterhin. Die Kosten für den Corona-Test müssten die Reisenden selbst übernehmen. Nach „Bild“-Informationen sei das Testzentrum am Flughafen Palma de Mallorca einsatzbereit.

Zuvor hatte das Bundesgesundheitsministeriums unter Jens Spahn (CDU) ein Vorabschreiben zu der Testpflicht für Reiserückkehrer verfasst: „Sie soll unabhängig davon gelten, ob die Beförderung aus einem Risikogebiet stattfindet“, heißt es in dem Dokument. Eine Testpflicht war bisher nur für Personen vorgesehen, die sich in den zehn Tagen vor ihrer Einreise in einem Gebiet aufgehalten haben, wo die Corona-Infektionszahlen besonders hoch oder die Corona-Mutationen verbreitet sind. „Personen, die einen entsprechenden Testnachweis nicht vor Abreise ihrem Beförderer vorlegen können, dürfen nicht befördert werden“, heißt es in dem Schreiben. Laut „Bild“ müssten positiv Getestete zunächst auf der Balearen-Insel bleiben. Die Kosten für die Hotelunterbringung während der Quarantäne werde nur bei Pauschalreisende übernommen.

Eine Restaurant-Mitarbeiterin in Mallorca trägt Mund-Nasen-Schutz und ein Tablett mit Cocktail.

Oster-Urlaub nach Mallorca: Droht für die Deutschen ein Urlaubsverbot?

Die Bundesregierung prüft aktuell Reisen ins Ausland zu untersagen. Die SPD lehnte ein Urlaubsverbot für die Deutschen hingegen ab. „Ein generelles Verbot von Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland wird es mit der SPD-Fraktion nicht geben“, äußerte sich Sozialdemokrat Carsten Schneider gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Reisen ins Ausland generell zu untersagen gehe über die sinnvollen Schutzmaßnahmen hinaus und würde zur weiteren Verunsicherung der Bevölkerung beitragen, so der SPD-Politiker. Doch Einigkeit darüber herrscht innerhalb der Patei nicht.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rät auf Twitter ausdrücklich vor einer Mallorca-Reise ab. Hintergrund ist die „brasilianische Mutante P1“. „Leider ist sie auch auf Mallorca“, twitterte der Epidemiologe. Diese Virusvariante gilt unter den Wissenschaftlern als besonders ansteckend und tödlich. Darüber hinaus besteht der Verdacht, dass die Mutation resistent gegen die bisher vorhandenen Corona-Impfstoffe sein könnte. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) lehnt Oster-Reisen im Augenblick ab. In einem Radio-Interview mit dem Hörfunksender BBR äußerte er sich so: „Mallorca wird als Viren-Inkubator in die Geschichte eingehen.“ (*merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare