Ostern 2021

Gründonnerstag nun doch kein Ruhetag: Angela Merkel gesteht Fehler ein

Der Vorschlag kam überraschend: Beim Corona-Gipfel wurden verschärfte Regeln für das Osterfest beschlossen. Was bedeutet dies für Arbeitnehmer an Gründonnerstag?

Update: 24. März. Nur zwei Tage lang hielten die Beschlüsse, die Bund und Länder beim Corona-Gipfel am Montag (23. März) beschlossen hatten. Dann kam die überraschende Kehrtwende: Die Osterruhe wurde zurückgenommen – Kanzlerin Angela Merkel sprach von einem Fehler und entschuldigte sich bei den Bundesbürgern.

Über die Idee, Gründonnerstag und Ostersamstag zu Ruhetagen zu machen sagte sie am Dienstag: „Sie hatte ihre guten Gründe, war aber in der Kürze der Zeit nicht gut genug umsetzbar.“ Somit gilt: An Gründonnerstag wird normal gearbeitet. Wegen des Coronavirus änderten jedoch einige Supermärkte ihre Öffnungszeiten an den Ostertagen, um auf einen möglichen Kunden-Ansturm vorbereitet zu sein.

Gründonnerstag wird Ruhetag: Muss in NRW gearbeitet werden?

Erstmeldung: 23. März. NRW – Fast zwölf Stunden lang verhandelten Vertreter von Bund und Länder über die richtigen Corona-Maßnahmen. Erst gegen 2.30 Uhr trat Kanzlerin Angela Merkel mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vor die Presse, um die Ergebnisse des Corona-Gipfels zu verkünden. So konnten sich alle Beteiligten auf verschärfte Corona-Regeln für das kommende Osterfest einigen.

Zunächst hatte Angela Merkel (CDU) vorgeschlagen, vom 1. bis zum 6. April einen kompletten Shutdown vorzunehmen – somit sämtliche Geschäfte, auch Supermärkte, schließen zu lassen. Letztlich einigte man sich darauf, nur am Gründonnerstag (1. April) alles herunterzufahren. Am Ostersamstag (3. April) soll zumindest der „Lebensmittelhandel im engen Sinne“ öffnen dürfen. Alles andere bleibt aufgrund der prekären Coronavirus-Lage bis einschließlich Ostermontag (5. April) geschlossen.

FeiertagOstern
Gründonnerstag1. April 2021
Karfreitag2. April 2021
Ostersamstag3. April 2021
Ostersonntag4. April 2021
Ostermontag5. April 2021

Strenge Corona-Regeln an Ostern 2021: Muss an Gründonnerstag gearbeitet werden?

Gründonnerstag wurde für dieses Jahr also zum Ruhetag deklariert – es gelten demnach dieselben Regeln wie sonst an Sonn- und Feiertagen. Sämtliche Geschäfte des Einzelhandels sowie Supermärkte bleiben geschlossen – lediglich Lieferdienste sind für die Essensversorgung noch geöffnet. Wie sieht es jedoch mit der Arbeit an diesem zusätzlichen Ruhetag zu Ostern aus?

Laut Arbeitszeitgesetz darf an einem Ruhetag nicht gearbeitet werden, Ausnahmen gibt es jedoch bereits, da in vielen Bereichen die Arbeit auch an Sonn- und Feiertagen nicht ruht. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Wer am kommenden Gründonnerstag arbeiten muss, dem steht laut des Arbeitszeitgesetzes ein Ersatzruhetag zu, der innerhalb von acht Wochen in Anspruch genommen werden muss. Wie die genaue Regelung für NRW aussieht, steht jedoch noch nicht fest.

Arbeiten an Gründonnerstag? Land NRW will Lage prüfen

„Die genaue rechtliche Ausgestaltung muss jetzt geklärt werden. Klar ist, dass das ähnlich wie an einem Feiertag sein soll“, erklärte dazu Joachim Stamp (FDP), Vize-Ministerpräsident von NRW. Genauere Antworten auf die Frage, ob am kommenden Gründonnerstag gearbeitet werden muss, sollen im Laufe der Woche folgen. Wenn es nach Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, ginge, würde die Arbeit am 1. April ruhen.

Da Gründonnerstag aufgrund der prekären Corona-Lage in Deutschland in diesem Jahr zum Ruhetag deklariert wurde, müssten auch Unternehmen und Betriebe ruhen, so der Grünen-Politiker. Aufgrund der neuen Regelungen für den bevorstehenden Gründonnerstag fürchtet der Handel bereits einen massiven Ansturm der Supermärkte am Mittwoch vor Ostern. Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Handelsverbandes, kritisierte daher die Entscheidung des Corona-Gipfels*: „Bund und Länder agieren nur noch im Tunnelmodus“, wird er bei wa.de* zitiert.

Ob an Gründonnerstag in diesem Jahr gearbeitet werden muss, ist noch unklar. (Symbolbild)

Derweil wurde am Tag nach dem Corona-Gipfel eine weitreichende Entscheidung getroffen: Das Land NRW hat aufgrund steigender Inzidenz die Notbremse gezogen. Somit fällt ab kommender Woche unter anderem auch das Einkaufen per „Click und Meet“ weg. Mit einer Teststrategie versuchen die Verantwortlichen viele Kreise und Städte jedoch, strengere Corona-Regeln zu umgehen. Corona-Schnelltests sind vor Ostern nun auch online bei Amazon erhältlich und aktuell in den Supermärkten heiß begehrt. (*wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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