Virusinfektion

Pferdeherpes: So gefährlich ist er wirklich

Das Virus kann toedlich enden: Pferdeherpes sorgt derzeit für Angst in Reiterkreisen. (Symbolbild)
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Das Virus kann tödlich enden: Pferdeherpes sorgt derzeit für Angst in Reiterkreisen. (Symbolbild)

Pferdeherpes ist ein Thema, das in Reiterkreisen hohe Wellen schlägt. Die Angst der Besitzer um ihre Tiere ist groß – auch in Münster und Umgebung. Das müssen Halter über das Virus wissen. 

  • Pferdeherpes löst Sorgen unter Besitzern in Münster und Umgebung aus
  • Zahlreiche Tiere in NRW bereits erkrankt
  • Wie schlimm ist das Virus wirklich?

Münster – Pferdebesitzer in ganz NRW sorgen sich derzeit um die Gesundheit ihrer Stallbewohner. Seit Dezember kursieren zahlreiche Meldungen von Pferdeherpes in der Region. Nachrichten von Tieren, die eingeschläfert werden mussten und Warnungen, fremde Ställe zu betreten, wurden über Whatsapp, Twitter und Facebook verbreitet. 

Doch was hat diese Welle ausgelöst? Auf einem Pferdehof in Kleve mussten nach Informationen des WDR 13 Tiere eingeschläfert werden. Ein weiterer Ausbruch wurde in Isselburg (Kreis Borken) gemeldet. Dort erkrankten 12 bis 15 Pferde aus einem Stall. Anschließend verselbstständigte sich die Sorge der Reiter in Münster und Umgebung und es kamen laufend Gerüchte von weiteren Fällen hinzu, die bislang noch nicht bestätigt werden konnten. 

Reiter in Münster ergreifen Vorsichtsmaßnahmen gegen Pferdeherpes

Da das Herpesvirus bei Pferden nicht meldepflichtig ist, bleiben die meisten Fälle unbekannt. Dennoch wurden die Aufmerksamkeit unter Reitern für die Krankheit in den vergangenen Wochen stark erhöht. Man solle keine fremden Ställe besuchen, nicht auf Turniere wie etwa dem "K+K-Cup" in Münster gehen und eine Impfung der Tiere veranlassen, hieß es in Reiterkreisen. 

Drastische Maßnahmen ergriff auch das Landgestüt NRW, das seine Stallungen in Warendorf bei Münster hat. Es sagte die Hengstpräsentation, bei der die neuen Tiere vorgestellt werden sollten, zum Schutz vor dem Pferdeherpes ab. Das Gelände hatte zwischenzeitlich für Besucher geschlossen, ist inzwischen jedoch wieder frei zugänglich: "Wir haben keine Information über eine weitere Ausbreitung von Herpesfällen in der Region", sagte die Gestütsleiterin Kristina Ankerhold.

Welche Symptome hat Pferdeherpes?

Das Herpesvirus verläuft für Pferde in einem Großteil der Fälle tödlich – und wird oft erst spät bemerkt. Pferdeherpes wird in fünf verschiedene Kategorien eingeordnet, dabei gelten die Varianten I und V als am gefährlichsten. Gerade Typ eins verläuft häufig tödlich. Das Virus wird aufgrund der weit gefächerten Symptomatik meistens erst spät erkannt – wenn überhaupt. 

Ein Pferd, bei dem der Herpesvirus ausgebrochen ist, bekommt häufig Fieber und Atemwegsprobleme. Fressunlust, Lethargie und Ausfluss aus Nase und Augen kommen hinzu. In extremen Fällen greift die ansteckende Krankheit auch das Rückenmark an – dann kann es zu Bewegungsstörungen kommen. 

Wie wird Pferdeherpes übertragen? 

Pferdeherpes wird als Tröpfcheninfektion von Tier zu Tier übertragen. Menschen können nicht daran erkranken – sie können den Erreger jedoch über die Kleidung oder Hände weitergeben. Auch Hunde können sich nicht mit dem Virus anstecken. Tiere, die dem Pferd ähnlich sind, wie Maultiere und Esel, sind jedoch gefährdet. 

Wie wird Pferdeherpes behandelt? 

Gegen Pferdeherpes wurde noch kein Heilmittel gefunden. Wenn ein Tier erkrankt ist, können nur die Symptome bekämpft werden. Um eine weitere Ansteckung zu vermeiden, sollte das betroffene Pferd in Quarantäne gestellt werden. 

Um einem Ausbruch des Pferdeherpes vorzubeugen, kann dagegen geimpft werden. Zudem sollte bei Ställen, die von dem Virus betroffen sind, stark auf Hygiene geachtet werden. Bevor andere Pferde angefasst werden, sollten Hände gewaschen und Kleidung gewechselt werden. 

Im Kreis Borken starben vor einigen Monaten zwei Pferde an einer anderen Ursache: Sie wurden vermutlich von einem Unbekannten vergiftet – es war nicht der einzige Fall in der Region. Für Empörung sorgte zudem dieser Fall: Ein Kutscher prügelte auf einem Hof in Rhede so lange auf ein Pferd ein, bis dieses bewusstlos zu Boden fiel. Gegen den 71-Jährigen wurde ermittelt.

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