Ergänzung zur Impfstrategie

So funktioniert der Corona-Schnelltest für Zuhause

Gesundheitsminister Jens Spahn macht den Weg frei für Corona-Selbsttests. Damit können Privatpersonen demnächst selbst einen Abstrich machen. So funktioniert der Test.

Corona-Schnelltests könnte es bald frei verkäuflich in der Apotheke geben. Dies soll ein weiteres Mittel im Kampf gegen die Pandemie sein, das die Impfstrategie ergänzen kann. Bislang können die Testungen nur von geschultem Fachpersonal durchgeführt werden.

PersonJens Spahn
AmtGesundheitsminister
GeburtsortAhaus (Kreis Borken)

Jens Spahn hält Corona-Selbsttests im Hinblick auf Mutation für sinvoll

Gesundheitsminister Jens Spahn hatte sich bereits für die Einführung von Corona-Selbsttests für Jedermann ausgesprochen. Der 40-Jährige hält die Methode gerade angesichts der neuen Coronavirus-Mutationen für ein wertvolles Mittel: „Solche Tests sind ein wichtiger Beitrag zur Optimierung der Teststrategie in Deutschland“, heißt es in einem Entwurf seines Ministeriums.

Doch wie genau funktioniert ein solcher Selbsttest? Bislang wird getestet, indem ein Abstrich aus dem tiefen Rachen- oder Nasenbereich genommen wird. Für die zu testende Person kann die Prozedur recht unangenehm sein. Zudem können die Tests nur von geschultem Fachpersonal durchgeführt werden und sind nicht freiverkäuflich erhältlich.

Wie funktioniert der Corona-Selbsttest?

Bei den zukünftig frei verkäuflichen Selbsttests handelt es sich um Antigen-Tests. Diese schlagen auf bestimmte Virusproteine an und zeigen anhand eines oder zwei Streifen, ob die Person mit dem Coronavirus infiziert ist. Konkret wird ein Abstrich aus der Nase oder dem Rachen genommen – jedoch deutlich weiter vorne, als bei den medizinischen Tests.

Nachdem der Abstrich aus dem Selbsttest in einer Flüssigkeit verdünnt wurde, wird er auf einen Prüfstreifen aufgetragen, der nach kurzem Warten das Ergebnis anzeigt. Der Ablauf ist vergleichbar mit einem Schwangerschaftstest. Bislang sind die Corona-Selbsttests noch nicht zugelassen. CDU-Politiker Jens Spahn will das Verfahren jedoch beschleunigen, um einen weiteren Schritt im Kampf gegen die Pandemie zu gehen. Denn das Coronavirus hat Deutschland seit nunmehr einem Jahr fest im Griff.

Wann sind die Corona-Selbsttests in Deutschland verfügbar?

In Wien, der Hauptstadt von Österreich, werden bereits so genannte Spucktests durchgeführt: Angestellte in Schulen und Kitas können sich so ein Mal pro Woche selbst auf das Coronavirus testen. Die genommenen Proben müssen jedoch zunächst abgeholt und im Labor ausgewertet werden – der Test ist daher mit recht großem Aufwand verbunden.

Bis auch in Deutschland Privatpersonen einen Selbsttest in der Apotheke kaufen können, dürfte es noch einige Wochen dauern. Pharma-Unternehmen arbeiten nach der Zusicherung von Jens Spahn, der gebürtig aus dem Münsterland stammt, mit Hochdruck an der Fertigstellung der Prototypen. Dann müssen die Produkte zunächst noch von der Dekra oder vom Tüv geprüft und zertifiziert werden, bevor sie letztlich in den Handel kommen.

Schon bald könnte es Schnelltests in der Apotheke für zu Hause geben.

Jens Spahn fordert Corona-Selbsttests – Wie sicher ist die neue Methode?

Eine Studie an der Berliner Charité hat die Wirksamkeit solcher Selbsttests überprüft. 150 Corona-Verdachtsfälle haben einen Prototypen mit Anleitung bekommen und sollten sich damit testen. Das Ergebnis ist annähernd genauso aussagekräftig wie bei Tests durch geschultes Personal: 33 von 40 Fälle wurden richtig erkannt. Bei den Fachkräften waren es 34.

Für den Selbsttest gilt, wie für alle verfügbaren Corona-Schnelltests: Eine 100-prozentige Sicherheit bietet er nicht. Ob der Test letztendlich aussagekräftig ist, hängt mitunter von der Viruslast der Testperson ab. Auch wenn das Ergebnis negativ ist, kann es vorkommen, dass sie mit dem Coronavirus infiziert ist. Nur ein PCR-Test im Labor könne abschließende Gewissheit geben, gibt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände zu bedenken.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen

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