Prinzenbrücke in Hiltrup

Taucher üben im Kanal – und finden Beweise für mehrere Verbrechen

Diese Woche sorgten fünf Rettungstaucher der Feuerwehr Münster für Aufmerksamkeit. Sie sollten eigentlich nur eine Übung durchführen. Doch am Ende brachten sie unerwartete Funde ans Licht.

Münster – Zwei Rettungswagen, mehrere Feuerwehreinsatzfahrzeuge, ein Abschleppwagen und ein Streifenwagen der Polizei, dazu ein Schiff der Wasserschutzpolizei und mehrere Taucher im Wasser: Der Mittwoch (18. Juli) in Hiltrup fing spektakulär an. 

Dabei war der Hintergrund dieser Aktion eher unbedeutend: Fünf Rettungstaucher der Feuerwehr Münster hatten sich zu einer Übung an der Prinzenbrücke zusammengefunden. Im Dortmund-Ems-Kanal sollten sie eigentlich nur eine Puppe mit einer Schleifkorbtrage aus dem Wasser holen und einige Tauch-Methoden ausprobieren.

Eine Taucherübung an der Prinzenbrücke in Hiltrup hat gestern unerwartete Funde ans Licht gebracht.

Zufällig entdeckt: Taucher finden Tresore

Doch im Laufe ihrer Aufgabe entdeckten die Rettungstaucher mehrere Tresore im Wasser. „Die Rettungstaucher wühlten mit den Händen durch den schlammigen Boden, als ob sie nach einem vermissten Opfer suchen würden. Dabei haben sie dann zufällig die Tresore gefunden“, berichtet Zugführer Helmut Böckenholt gegenüber den WN. Die berichten außerdem, dass eine Schreckschusspistole im Wasser entdeckt wurde – Die Polizei konnte diese Information jedoch nicht bestätigen.

In dem Gewässer werden regelmäßig Gegenstände entsorgt: Fahrräder, Einkaufswagen, Baustellenleuchten, Mülltonnen, Tresore. "Wir finden im Kanal alles", erklärte Matthias Fegeler von der Wasserschutzpolizei gegenüber msl24 in einem früheren Interview. Lesen Sie dazu unseren Artikel zu Fundsachen im Kanal.

Trotz schlechtem Zustand: Tresore könnten zum Indiz werden

Nach dem Fund wurde die Polizei verständigt, um die gefundenen Gegenstände sicherzustellen. Schließlich handelte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Diebesgut. Laut WN wurden alle Tresore hinten aufgeschweißt, um an die Wertgegenstände im Inneren zu gelangen. 

Dass die Banditen ihre Beute anschließend im Kanal entsorgen ist logisch – Wohin sonst mit so einem großen Tresor? "In die Mülltonne passt das Ding ja nicht. Manche flexen die Tresore klein, um sie auf dem Recyclinghof zu entsorgen", erklärte die Polizei gegenüber den WN. Die Diebe erleichtern sich damit also ihre Arbeit.

Doch genau das könnte ihnen nun zum Nachteil werden: Obwohl die Tresore durch den Einfluss des Wassers mittlerweile in eher schlechtem Zustand sind, könnten sie der Polizei Hinweise auf die Täter geben. Allein der Fundort könnte ein belastendes Indiz sein. 

Rubriklistenbild: © unsplash.com/Chris Rogerson

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