Kaum Teilnehmer im Münsterland

"World Cleanup Day" 2019: Demonstrieren? Ja, klar. Müll sammeln? Nein, danke!

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Müll an jeder Ecke: Am Samstag findet der "World Cleanup Day" 2019 statt, doch es fehlen die Teilnehmer im Münsterland (Symbolbild).

Weil sich die Welt zur Müllhalde entwickelt, wollen Aktivisten mit Aktionen wie dem "World Cleanup Day" auf die Probleme des 21. Jahrhunderts aufmerksam machen. Doch es fehlen die Teilnehmer.

  • "World Cleanup Day" am Samstag
  • Aktion zum zweiten Mal in Deutschland
  • Motto: Ein Tag, eine Welt, unserer Zukunft

Münster – Plastik in den Meeren, Plastik am Wegesrand, Plastik im Verdauungssystem: 3,5 Millionen Tonnen Müll werden täglich auf dieser Erde produziert – bis 2025 soll sich diese Zahl sogar verdoppeln. 

"World Cleanup Day" 2019: Der Kampf gegen den Müll

Darauf haben Aktionen wie der "World Cleanup Day" am Samstag (21. September) zwar keinen direkten Einfluss, aber sie wollen zumindest auf das Problem aufmerksam machen. Die globale Bürgerbewegung nimmt den Verbraucher direkt in die Verantwortung, denn im Mittelpunkt steht die Frage: Wie kann ich eine nachhaltige Zukunft mitgestalten? 

"Abfall hat eine böse Eigenschaft", erklären die Veranstalter, "er bleibt nicht da, wo man ihn entsorgt. Sobald der Müll sich zu zersetzen beginnt, entstehen schädliche Chemikalien und Toxine. Diese wandern in den Boden, dann verbreiten sie sich in Wasser, Luft und unserer Umwelt, die wir alle für ein gesundes Leben brauchen."

Die Entstehung des weltweiten "World Cleanup Day" 

Der Grundstein für den "World Cleanup Day" wurde bereits 2008 in Estland gelegt, als sich 50.000 Menschen für fünf Stunden zu einer Bewegung zusammenschlossen, um Müll zu sammeln und diesen fachgerecht zu entsorgen. 

Die Initiative hat weltweit großen Anklang gefunden und sich schnell verbreitet. Doch erst zehn Jahre später wurde aus der Aktion der "World Cleanup Day", der am 15. September 2018 zum ersten Mal stattfand – und weltweit 17,5 Millionen Menschen in über 150 Ländern zum Müllsammeln bewegte. 

Hohe Ziele für den "World Cleanup Day" 2019

2019 findet der "World Cleanup Day" am Samstag also zum zweiten Mal statt – und die Organisatoren haben große Ambitionen: "Unser Ziel ist es, fünf Prozent der Weltbevölkerung für dieses Projekt zu begeistern." Dazu bräuchte die Aktion allerdings 380 Millionen Teilnehmer – also fast 22 Mal so viele Menschen wie im Vorjahr. 

Plastikmüll im Mittelmeer: Gegen solche Bilder will der "World Cleanup Day" 2019 ankämpfen. 

In Deutschland – wo jährlich 18,1 Millionen Tonnen Müll verbraucht werden – haben sich bislang offiziell 241 Städte sowie Gemeinden und 29.381 Teilnehmer angemeldet. Sie wollen 673 Cleanups starten. Während sich im Ruhrgebiet zahlreiche solcher Aufräumaktionen finden lassen, ist das Angebot im Münsterland überschaubar: Nur ein Event ist in der Region angekündigt – und zwar in Münster, wie die Karte des "World Cleanup Day" zeigt.

Kaum Beteiligung am "World Cleanup Day" 2019 im Münsterland

Organisiert wird die einzige Aktion zum World Cleanup Day im Münsterland von den Mitglieder der Partei "Volt", die sich für nachhaltige und umweltbewusste Politik in ganz Europa einsetzt. "Wir fangen damit an, indem wir jede Woche bis zum World-Cleanup-Day in der Innenstadt von Münster Müll aufsammeln", erklärt Leonie Kattein. Anmeldungen sind telefonisch (0157/83 82 25 83) und per Mail (leonie.kattein@volteuropa.org) möglich.

In Zeiten von "Fridays For Future", die am Freitag davor noch demonstrieren und 10.000 Menschen fürs Klima in Münster auf die Straße bringen wollen, erstaunt die geringe Beteiligung. Nur zwei Monate später versuchen die Aktivisten, erneut Tausende Menschen auf die Straße zu bringen: Im November findet in Münster eine weitere Groß-Demo von "Friday for Future" statt

Schließlich hatten sich tausende Menschen per Petition im Internet dafür ausgesprochen hatten, dass in Münster der Klimanotstand ausgerufen wird. Fast wirkt es, als fände der Kampf für den Klimawandel mehr im Internet als vor der eigenen Haustür statt. Denn mit nur 29.381 Teilnehmer in ganz Deutschland wird der "World Cleanup Day" sein Ziel wohl kaum erreichen – und den Kampf gegen den Klimawandel verlieren.

Die Wertstofftonne soll im kommenden Jahr den gelben Sack ersetzen. Sie wird in Münster im kommenden Jahr eingeführt. Zudem werden ab 2020 Gebühren erhöht: Die Müllbeseitigung wird in Münster um knapp zwölf Prozent teurer.

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