Ein Gespräch mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl, das es nie gab

Im Ernst? TV-Magazin erfindet Interview mit Tatort-Stars aus Münster

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Am Sonntag wieder zu sehen: Axel Prahl (l.) und Jan Josef Liefers.

Ob schlechter Stil oder billige Masche: Ganz astrein war die Aktion der Zeitschrift "TV-Movie" jedenfalls nicht. Mit den Tatort-Münster-Darstellern druckte sie ein Fake-Interview ab.

Münster - Die neueste Ausgabe der Zeitschrift "TV-Movie" ging am vergangenen Freitag (18. Mai) über die Ladentheke. Darin enthalten: Ein Interview mit den beiden Tatort-Darstellern Jan Josef Liefers und Axel Prahl. Problem an der Sache: Dieses Gespräch hat es so nie gegeben. 

In dem Interview erzählen die beiden Münster-Darsteller über ihren neuen Fall in dem Tatort, der am Sonntag ausgestrahlt wird. Doch pfiffige Leser wurden bei der Lektüre schnell stutzig. Zurecht. Denn viele Passagen wurden aus alten Interviews und Auftritten der beiden Schauspieler einfach zusammengeschnitten.

Nicht das erste Fake-Interview 

Bereits in der Vergangenheit fiel das Blatt durch erfundene Interviews auf. So zum Beispiel im April 2016 als man ein Gespräch mit Jan Böhmermann aus Tweets und Zitaten des TV-Moderators zusammenbastelte.

Das Portal dwdl.de kontaktierte über Pfingsten das Management der beiden Tatort-Protagonisten und der Verdacht wurde bestätigt: Ein Interview mit der "TV-Movie" wurde nie arrangiert oder freigegeben. 

"Über uns als Agentur und Management von Jan Josef Liefers ist kein Interview zum „Tatort Münster - Schlangengrube“ [...] zur Freigabe vorgelegt und arrangiert worden", wird die Agentur des Schauspielers, der Dr. Karl-Friedrich Boerne verkörpert, auf dwdl.de zitiert. 

Axel Prahl wurde erneut zum Opfer von Identitätsklau – der Tatort-Münster-Star warnte seine Fans vor einem Fake-Profil in den sozialen Medien. 

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