Prozess

Im Chat kennengelernt: Mann fordert Nacktbilder von 11-Jähriger

Obwohl er wusste, dass sie erst elf Jahre alt war, forderte ein 27-Jähriger in einem Online-Chat Nacktbilder von einem Mädchen. Nach nur einem Prozesstag in Ahaus fiel das Urteil.

  • Wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften stand ein Mann vor Gericht
  • Er hatte eine Elfjährige dazu gebracht, ihm Nacktfotos zu schicken
  • Nach nur einem Prozesstag am Amtsgericht in Ahaus fiel das Urteil

Ahaus – Ein Prozess ist am Montag (27. Januar) am Amtsgericht zu Ende gegangen: Angeklagt war ein 27-Jähriger. Der Mann meldete sich bei dem Online-Portal "Knuddels" an, wo er Kontakt zu einer Elfjährigen aufbaute. Dann forderte er Nacktbilder von ihr.

Ahaus: Mann fordert Nacktbilder von Elfjähriger

Das Kind kam seiner Aufforderung nach und schickte ihm die Fotos. Nun musste sich der 27-jährige aus Ahaus wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften vor dem Amtsgericht verantworten. Der Fall wurde innerhalb eines Prozesstages abgehandelt. Der Angeklagte gestand gleich zu Beginn der Verhandlung, dass die Anschuldigungen gegen ihn der Wahrheit entsprechen.

Im Februar 2019 ist es zu der Kontaktaufnahme mit der Elfjährigen bei "Knuddels" gekommen. Der Mann war gezielt auf der Suche nach pornografischen Inhalten, wie Benedikt Viet, der Pressesprecher des Amtsgerichtes Ahaus auf Anfrage von msl24.de berichtet. 

Prozess in Ahaus: Angeklagter kennt sein Problem

Obwohl sie sich nicht persönlich kannten, überzeugte der 27-Jährige das Mädchen nach einem Austausch von Nachrichten, ihm drei Nacktbilder von sich zu schicken. Ob das Kind wusste, wie alt ihr Chatpartner ist, ist nicht bekannt. Auch wie der Fall in Ahaus schließlich ans Licht kam, bleibt unklar. 

Der Angeklagte aus Ahaus gab an zu wissen, dass sein Verhalten problematisch ist. Er stellte jedoch klar, nicht generell pädophil zu sein, sondern auf dem Online-Portal auf der Suche nach pornografischen Inhalten als solches war. In einem anderen Fall in der Region hatte ein Mann eine ähnliche Erklärung: Der 69-Jährige aus Borken fand die kinderpornografischen Inhalte auf seinem PC "nett"

Urteil in Ahaus (NRW) gefallen

Da der Angeklagte zuvor bereits selbst eingeräumt hatte, sich seines Problems bewusst zu sein, forderte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von drei Monaten sowie eine Geldbuße. Dieser Forderung schloss sich der Richter in Ahaus an: Er setzte die Strafe zur Bewährung aus. Zudem muss der 27-Jährige einen Betrag von 600 Euro an den Kinderschutzbund Münster zahlen und sich einer ambulanten Psychotherapie unterziehen. 

Immer wieder kommt es in der Region zu ähnlichen Fällen: So wurde ein 28-Jähriger aus Greven verurteilt, weil er Nacktbilder von Kindern auf seinem Handy hatte.  Seine Strafe wurde jedoch zur Bewährung ausgesetzt. In einem anderen Prozess musste sich ein 26-Jähriger verantworten: Dem Mann aus Münster wird vorgeworfen, mehrere Kinder in einem Ferienlager missbraucht zu haben. 

Rubriklistenbild: © dpa

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