Umfrageergebnis

Corona-Lockdown: Deutsche wollen vor allem drei Lockerungen – Beliebtheit von Spahn nimmt ab

Einer Umfrage zufolge ist die Mehrheit der Menschen in Deutschland für Lockerungen. Ist der harte Corona-Lockdown bald Geschichte?

Berlin – Monatelang standen die meisten Deutschen hinter dem harten Lockdown und den damit verbundenen strengen Corona-Regeln*, die noch mindestens bis zum 7. März andauern sollen. Doch mittlerweile scheint die Stimmung in der Bevölkerung zu kippen. Immer mehr Menschen sprechen sich offenbar für Lockerungen aus.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder werden beim Corona-Gipfel am Mittwoch (3. März) über das weitere Vorgehen in der Coronavirus-Pandemie* in Deutschland beraten. Die Politiker sprechen über mögliche Öffnungen, die schrittweise erfolgen sollen. Laut einer regelmäßigen YouGov-Umfrage stimmten erstmals eine Mehrheit der Deutschen für das baldige Ende des strengen Lockdown in der Bundesrepublik.

Land: Deutschland
Einwohner:83.19 Millionen (30. September 2020)
Hauptstadt:Berlin

Corona-Lockdown: Umfrageergebnis zu Lockerungen – Bundesregierung verliert an Rückhalt

Im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hat das Meinungsforschungsinstitut bei einer Umfrage folgende Werte ermittelt: 43 Prozent der Befragten möchten, dass beim Corona-Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) weitere Lockerungen beschlossen werden. Knapp ein Fünftel der Deutschen fordern sogar eine komplette Rückkehr zur Normalität. Dem entgegen stehen rund 26 Prozent der Bevölkerung, die sich weiterhin für strenge Corona-Regeln aussprechen und neun Prozent gehen die beschlossenen Maßnahmen noch nicht weit genug. Etwa fünf Prozent enthielten sich.

Die Bundesregierung in Deutschland steht angesichts dieser Umfragewerte unter Zugzwang, denn zu Beginn des harten Lockdowns in Deutschland standen noch rund 73 Prozent der Deutschen hinter den beschlossenen Maßnahmen von Bund und Ländern. Der Wert sank zuletzt kontinuierlich und liegt nun nur noch bei etwa 35 Prozent. Vor der vergangenen Bund-Länder-Konferenz am 10. Februar* waren es noch rund 50 Prozent, berichtet merkur.de.

Umfrage zum Lockdown in Deutschland: Drei Lockerungen stehen ganz oben auf der Liste

Der Weg aus dem harten Lockdown ist für die Politiker in Deutschland kein leichter. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen stieg zuletzt wieder an. Einer der Gründe sind vermutlich die Coronavirus-Mutationen*, die sich auf der ganzen Welt immer weiter ausbreiten. Dennoch gab es bereits erste Lockerungen. Beispielsweise wurden in NRW Schulen und Kitas ab dem 22. Februar schrittweise geöffnet.

Seit dem 1. März ist auch zunehmend mit der Lockdown-Matte auf den Köpfen der Menschen Schluss, denn Friseure durften in ganz Deutschland wieder ihren Betrieb aufnehmen. Einigen Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland reichen die gemachten Schritte aber noch nicht. Laut dem Ergebnis der aktuellen YouGov-Umfrage haben die Deutschen vor allem drei Lockerungswünsche:

  • 49 Prozent sagten, dass ihnen die Öffnung von Geschäften besonders wichtig ist.
  • 43 Prozent wollten weniger strenge Regeln, mit wie vielen Menschen man sich treffen darf.
  • 42 Prozent gaben an, dass ihnen die Öffnung von Restaurants besonders wichtig ist.

Die Öffnung der Schulen erreichte bei den Befragten nur einen Wert von etwa 32 Prozent. Die Unzufriedenheit mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung in der Corona-Pandemie nimmt unterdessen weiter zu. Besonders mit den letzten politischen Entscheidungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)* sind die Menschen unzufrieden.

Corona-Pandemie: Jens Spahn verliert an Beliebtheit in Deutschland

Der 40-jährige CDU-Politiker, der gebürtig aus dem Münsterland* stammt, musste in den vergangenen Wochen viel Kritik einstecken. Aktuell wird gegen Georg Nüßlein (CSU), der Mitglied im Deutschen Bundestag ist, wegen Korruptionsverdachts ermittelt. Laut einem Bericht vom Business Insider sollen E-Mails aufgetaucht sein, die darauf hindeuten würden, dass Gesundheitsminister Jens Spahn von den millionenschweren Schutzmasken-Deals gewusst und diese möglicherweise sogar gebilligt habe.

Die Umfragewerte von Jens Spahn (CDU) sinken weiter. Die Menschen in Deutschland fordern von der Politik einen Fahrplan raus aus dem harten Corona-Lockdown.

Einige Wählerinnen und Wähler fordern deshalb bereits seinen Rücktritt. Auch das Thema „Corona-Schnelltestes“ entwickelte sich für Jens Spahn zum Debakel und im Deutschen Bundestag in Berlin musste er diesbezüglich unangenehme Fragen von den Abgeordneten im Deutschen Bundestag über sich ergehen lassen. Laut einer Umfrage der „Bild“-Zeitung ist über die Hälfte der Befragten mit der Arbeit des Bundesgesundheitsministers unzufrieden. Mit dem Handeln der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) waren hingegen zuletzt rund 54 Prozent der Befragten zufrieden. (*Msl24.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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