Neues Medikament

Jens Spahn: Bund kauft Corona-Antikörpermittel für 400 Millionen Euro – wirkt wie „passive Impfung“

Laut Jens Spahn hat der Bund ein Coronavirus-Antikörpermittel für Deutschland gekauft. Es soll bei Risikopatienten zu einem milderen Verlauf führen – und ein ähnliches Medikament half schon Donald Trump.

Der Bund hat 200.000 Dosen eines Antikörpermittels für Deutschland gekauft. Dies sagte CDU-Politiker Jens Spahn in einem Interview mit der Bild am Sonntag (BamS). Das Medikament soll im Falle einer Coronavirus-Infektion für einen milderen Krankheitsverlauf bei den Patienten sorgen. Damit ist Deutschland Vorreiter in der Europäischen Union, denn noch kein anderer Mitgliedsstaat hat das Mittel bisher erworben.

„Ab nächster Woche werden die monoklonalen Antikörper in Deutschland als erstem Land in der EU eingesetzt. Zunächst in Uni-Kliniken“, kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an. 400 Millionen Euro solle der Kauf des Medikamentes gekostet haben – das wären 2000 Euro pro Dosis.

Name:Jens Spahn
Geboren:16. Mai 1980 (Alter 40 Jahre), Ahaus
Größe:1,92 Meter
Ehepartner:Daniel Funke (verheiratet sei 2017)
Partei:Christlich Demokratische Union Deutschlands
Ausbildung:FernUniversität in Hagen Regionalzentrum Hagen (2003 bis 2017), FernUniversität in Hagen Regionalzentrum Hagen

Jens Spahn: Corona-Antikörpermittel wirken wie „passive Impfung“

Das Medikament soll den Menschen helfen, die sich mit dem Coronavirus infiziert und bereits an Covid-19 erkrankt sind. Die Antikörpermittel sollen vor allem den Patienten helfen, die Gefahr laufen, einen schweren Krankheitsverlauf zu entwickeln: „Sie wirken wie eine passive Impfung. Die Gabe dieser Antikörper kann Risikopatienten in der Frühphase helfen, dass ein schwerer Verlauf verhindert wird“, sagte Jens Spahn weiter.

Ob das Medikament, das Jens Spahn für den Bund einkaufen ließ, bei einem Covid-Patienten eingesetzt wird, würden die behandelnden Ärzte nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung entscheiden. Dies gab laut der Tagesschau das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bekannt. Das Antikörpermittel solle nun nach und nach spezialisierten Krankenhäusern zur Verfügung gestellt werden.

Antikörpermittel: Auch ohne Zulassung in Deutschland einsetzbar

Das im Labor hergestellte Mittel, von dem Laut Jens Spahn nun 200.000 Dosen für Deutschland gekauft wurden, enthält monoklonale Antikörper. Dies bedeutet, dass die Antikörper alle gleich sind und das Coronavirus an einer bestimmten Stelle angreifen und stoppen. „Nach vorliegender Studienlage könnte die Medikation möglicherweise dabei helfen, die Virusmenge im Körper zu begrenzen und so einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben“, teilte eine Ministeriumssprecherin des BMG laut Tagesschau mit.

In der EU sind die Antikörpermittel bisher nicht zugelassen. Dennoch könne es in Deutschland verwendet werden. Laut Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), dem zuständigen Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, sei der Einsatz des Medikamentes zulässig – nach individueller Kosten-Risiko-Abwägung und wenn keine anderen Therapiemöglichkeiten vorliegen. Gleichzeitig läuft die Impfung mit dem mRMA-Wirkstoff von Biontech/Pfizer in Deutschland nur schleppend an. Dies hatte Jens Spahn bereits harsche Kritik eingebracht.

Jens Spahn setzt neben der Coronavirus-Impfung auch auf Antikörpermedikamente.

Jens Spahn kauft Antikörpermittel – Medikament half schon Donald Trump

Das BMG habe sich laut weiterer Angaben auch zwei weitere Medikamente gesichert: Diese beinhalten zum einen die beiden entwickelten Antikörper Casirivimab/Imdevimab der US-Firma Regeneron (welche gleichzeitig verabreicht werden müssen), zum anderen den Antikörper Bamlanivimab der US-Firma Eli Lilly. In den USA wurde bereits ein kombiniertes Antikörpermittel der Firma Regeneron eingesetzt: Der ehemalige Präsident Donald Trump hatte die Arznei REGN-COV erhalten, als er im vergangenen Herbst mit dem Coronavirus infiziert gewesen war. Die Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten, die FDA, hatte dem Medikament eine Notzulassung erteilt.

Zuletzt hatte der Bundesgesundheitsminister zudem trotz leicht sinkender Fallzahlen erneut vor den Coronavirus-Mutationen gewarnt. Die Variante steht mittlerweile im Verdacht, nicht nur ansteckender, sondern auch tödlicher zu sein. Jens Spahn lässt deswegen mehr Coronavirus-Proben auf Mutationen untersuchen.

Der CDU-Politiker Jens Spahn, der aus Ahaus im Münsterland stammt, wurde kürzlich samt seines Ministeriums von einem Wissenschaftler öffentlich zum Handeln aufgerufen: Virologe Hendrik Streeck fordert von Jens Spahn und dem Bundesgesundheitsministerium ein Umdenken in der Corona-Politik.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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