Missbrauchsfall in Ahlen

Enkelin missbraucht: Gericht verkürzt Haft für 71-Jährigen 

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Ein 71-Jähriger aus Ahlen muss wegen Kindesmissbrauchs ins Gefängnis. (Symbolbild)

Dass sich der 71-Jähriger an seiner Stief-Enkeltochter verging, ist mittlerweile acht Jahre her. Anfang September wurde er zu einer Gefängnisstrafe verurteil. Doch nun verkürzte ein Gericht die Haftzeit.

Update: 18. Juli. Im September 2018 ging am Landgericht Münster der Prozess gegen einen mittlerweile 71-Jährigen aus Ahlen zu Ende: Dem Mann wurde vorgeworfen, seine damals 13-jährige Stief-Enkeltochter missbraucht zu haben. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. Dagegen legte der Senior jedoch Berufung ein.

Mehr als ein halbes Jahr später fiel im Berufungsprozess nun ein neues Urteil: Der Angeklagte muss für zwei Jahre und drei Monate hinter Gitter – rund sechs Monate weniger als bei dem ersten Urteil. Bei der Verhandlung hatte der 71-Jährige aus Ahlen die Tat weitgehend eingeräumt, wie Radio WAF berichtet. Dies ersparte dem Opfer und weiteren Zeugen, erneut vor Gericht aussagen zu müssen. Deshalb habe der Richter die Strafe um ein halbes Jahr reduziert.

Erst kürzlich ging am Landgericht ein ähnlicher Prozess zu Ende: Einem 47-Jähriger aus Rheine wurde vorgeworfen, seine eigene Tochter missbraucht zu haben. Er wurde wegen des sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener verurteilt – doch bleibt auf freiem Fuß.

Ahlen: Eigene Enkelin missbraucht – Nach dem Urteil grinst der Täter

Erstmeldung: 5. September. Ahlen – Schwere sexuelle Misshandlung lautete die Anklage. Zwei Mal soll sich der Mann aus Ahlen 2010 an seiner damals 13-jährigen Stief-Enkeltochter vergangen haben. Zunächst soll der Ahlener seine Stief-Enkelin unsittlich berührt haben, als diese vor dem Fernseher eingeschlafen war. Dann soll es zu weiteren Handlungen im Ehebett gekommen sein. Seine Ehefrau bekam von den Übergriffen nichts mit. Der 70-Jährige stritt die Vorwürfe ab. 

Am letzten Prozesstag sagten die Frau des Angeklagten aus Ahlen, die jüngere Schwester und die Tante des Opfers aus. Dabei wurden pikante Details bekannt: Ein anderer Stief-Enkel habe einmal berichtet, dass der Angeklagte bestimmte Pornos schaue und von seinen sexuellen Übergriffen in Thailand geschwärmt habe. Der Angeklagte wehrte sich gegen die Darstellung: "Man hat hier versucht, mich ins schlechte Licht zu rücken". 

Schwerer Kindesmissbrauch in Ahlen: Strafe hätte höher sein können

In seinem Plädoyer forderte der Verteidiger den Freispruch. Trotz der Unschuldsbeteuerungen des Angeklagten aus Ahlen befand das Gericht ihn für schuldig. Es glaubte die Version des Opfers. Verurteilt wurde der Mann nun zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis. Wäre er vorbestraft gewesen, hätte die Strafe noch deutlich höher ausfallen können – das Höchststrafmaß für schweren Kindesmissbrauch liegt bei 15 Jahren Freiheitsstrafe. Der Rechtsanwalt des Verurteilten kündigte Berufung an.  

Als der Ahlener die Handschellen angelegt bekam, grinste er, wie Die Glocke berichtete. Seine Frau ertrug den Anblick nicht: "Warum lachst du jetzt noch?", schrie sie ihn an. "Weil ich hier im falschen Film bin. Das ist doch ein Scherz", lautete die Antwort des Täters.

Kürzlich kam es zu in der Stadt zu mehreren Belästigungen auf offener Straße: So verwickelte ein Fremder eine Frau in Ahlen in ein Gespräch. Dann begrapschte er sie. Kurz zuvor hatte sich zudem ein Fremder vor einer Fußgängerin in Ahlen entblößt

Kürzlich machte ein zudem ein Jogger eine schockierende Entdeckung: An einem Straßenrand in Ahlen lag ein verdächtiger Plastiksack. Die erste Vermutung: Dort drin befinde sich eine Leiche. Die Polizei wurde alarmiert.

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