Anwalt prangert Verhalten des Verkäufers an

"Mehr Fingerspitzengefühl erhofft": Ahlens Bürgermeister verteidigt Stadt im Mops-Streit

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Sie ist Gegenstand (im wahrsten Sinne des Wortes) eines Streits zwischen der Stadt Ahlen und einer Käuferin: Mops-Dame Edda.  (Symbolbild).

Die Stadt Ahlen pfändete einen Mops und verkaufte das Tier bei Ebay. Der Bürgermeister verteidigte nun den Vorgang.

Update: 26. März. Ahlen – Dr. Alexander Berger, Ahlens Bürgermeister, sieht einer bevorstehenden Klage der Käuferin von Mopsdame Edda gelassen entgegen. In einem WDR-Interview bekräftigte er, dass die Stadt korrekt gehandelt habe.

"Materiell ist das rechtmäßig gewesen, den Hund dort zu pfänden. Der Hund als Tier ist juristisch eine Sache. Ich hätte mir aber etwas mehr Fingerspitzengefühl von unseren Mitarbeitern erhofft. Das war diese eine kreative Idee zu viel", so Berger.

Da der Hund bei ebay Kleinanzeigen vom Verkäufer als "kerngesund" angegeben wurde, das Tier jedoch eine OP benötigte, fordert die Käuferin von der Stadt Ahlen den Kaufpreis von 690 Euro sowie die Tierarztkosten von rund 2000 Euro zurück.

Ahlen: Mops-Käuferin erstattet Anzeige gegen Stadt

Update: 21. März. Ahlen – Der Streit um die mittlerweile über die Grenzen Ahlens hinaus bekannte Mops-Dame Edda geht in die nächste Runde. Nachdem die Stadt von einem Gutachter Rückendeckung bezüglich des Verkaufs des Hundes bekam, geht jetzt die Käuferin des Vierbeiners in die Offensive.

Michaela Jordan hat Strafanzeige wegen Betrugs gegen Eddas Verkäufer, ein Mitarbeiter der Stadt Ahlen, erstattet. Der Rechtsanwalt der Käuferin betonte gegenüber der dpa: "Der Vollziehungsbeamte wusste vor dem Verkauf von der Züchterin des Hundes, dass der Mops offenkundig krank war und nur einen Wert von 400 Euro hatte. Dennoch bot er ihn bei Ebay zu '750 Euro VB' an und nannte ihn dort 'kerngesund'."

Da die Stadt Ahlen keine Einsicht und kein Entgegenkommen gegenüber seiner Mandantin gezeigt, sondern sich vielmehr noch einen Gutachter zur Seite genommen habe, sei man nun diesen Schritt gegangen. Über das Verhalten der Verantwortlichen sagte der Anwalt: "Das ist enttäuschend für das Rechtsgefühl jedes redlich denkenden Bürgers."

Pfändung war rechtens: Stadt bekommt Rückendeckung im Mops-Skandal

Update: 19. März. Ahlen – Die mediale Aufmerksamkeit um Mopsdame Edda reißt nicht ab. Im Februar hat ein Mitarbeiter der Stadt Ahlen den gepfändeten Hund bei ebay verkauft. Nun bewertete ein Gutachter den ungewöhnlichen Vorgang. Eine Kanzlei aus Hamm hatte die Sache überprüft. 

Dass der Hund über ein privates Konto verkauft worden sei, soll nicht wieder vorkommen: Die Mitarbeiter der Stadt Ahlen seien entsprechend angewiesen worden. Die Klage der neuen Mopsbesitzerin wird derweil noch geprüft. Die Frau wollte den Kaufpreis zurück erstattet bekommen, da Edda eine aufwendige Augenoperation benötigt hatte. 

Der Gutachter gab dem Ahlener Bürgermeister nun Rückendeckung: Das Handeln der Stadt sei nicht rechtswidrig gewesen, heißt es. Zudem sei das Wohl des Tieres zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen. 

Ein Gutachter überprüfte die Pfändung von Mopsdame Edda. 

Nach heftiger Kritik: Kommt Mopsdame Edda wieder zu ihrer Familie zurück?

Update: 4. März. Ahlen – Es gibt Neuigkeiten im Fall Edda: Nachdem die Geschichte um die gepfändete und verkaufte Mopsdame sogar weltweit Schlagzeilen machte, meldete sich am Samstag Ahlens Bürgermeister Dr. Alexander Berger zu Wort. In einem Statement auf der Homepage der Stadtverwaltung verkündete Berger, dass Edda vielleicht bald wieder zu ihrer Familie zurückkehre.

Man sei an einer "Rückabwicklung" interessiert, sprich: Pfändung und Verkauf von Edda sollen rückgängig gemacht werden. "Voraussetzung hierfür sei, dass die beteiligten Parteien damit einverstanden sind", heißt es weiter. Demnach müssten nun Eddas ehemalige Besitzer in Ahlen sowie die Polizistin aus Wülfrath zustimmen, die Edda über Ebay Kleinanzeigen kaufte.

Doch die Chancen dafür scheinen eher schlecht zu stehen: Wie die Rheinische Post berichtet, ist Jordan nicht bereit, Edda wieder abzugeben. Seit mittlerweile drei Monaten ist der Hund nun schon in ihrem Besitz – und seiner neuen Besitzerin richtig ans Herz gewachsen. Unter ihrem neuen Namen "Wilma" solle die Mopsdame also weiterhin in Wülrath bleiben.

"Vielleicht eine Idee zu viel": Ahlens Stadtverwaltung zu kreativ?

"Hier hat jemand aus unserer kreativen Verwaltung vielleicht eine Idee zu viel gehabt", beschreibt Bürgermeister Berger die Vorkommnisse in der Stadtverwaltung Ahlen, über die sogar die New York Times berichtete. Ob mit diesen Worten die Tragweite des Geschehens angemessen beschrieben ist, darüber lässt sich streiten. Denn auch die Frage, ob die Handhabe der Stadtverwaltung legal war, steht noch aus, wie die WN berichten. 

Auch das Heimatministerium in Düsseldorf äußerte sich mittlerweile zu dem Vorfall in Ahlen. Und dort heißt es, dass Edda gar nicht hätte gepfändet werden dürfen. Nur unter ganz bestimmten Umständen dürften Haustiere gepfändet werden. Und auch der Verkauf über Ebay Kleinanzeigen entspreche nicht der üblichen Vorgehensweise – da gebe es ganz klare Vorgaben, die nicht beachtet worden seien, heißt es bei den WN.

Stadt pfändet Mops – Verantwortliche wehren sich gegen Kritik

Update: 28. Februar. Ahlen – Der Fall aus Ahlen, bei dem die Stadt eine gepfändete Mopsdame über ebay verkauft, sorgte für viel Aufsehen und Kritik an den handelnden Personen. Jetzt wehrt sich die Stadtverwaltung gegen die Vorwürfe.

Gegenüber dem dpa verteidigte Kämmerer Dirk Schlebes das Vorgehen der Stadt Ahlen. So könne wertvoller Besitz einer Familie im Notfall gepfändet werden. Die Stadt hatte bei der Familie zuvor diverse Haushaltsgegenstände gepfändet.

Die Stadtverwaltung muss jedoch mit einer Klage rechnen: Die Käuferin der Mopsdame Edda fühlt sich vom Käufer, einem Mitarbeiter der Stadt Ahlen getäuscht. Dass der Hund krank sei und eine teure Behandlung benötige, sei ihr nicht mitgeteilt worden.

Nun wolle die Stadt prüfen, ob der Vierbeiner vor dem Verkauf krank gewesen sei und ob es Regressansprüche geben könnte. 

Stadt pfändet Mopsdame Edda – und verkauft sie über Ebay

Ahlen – Anfang Dezember entdeckte die Polizistin Michaela Jordan aus Wülfrath im Rheinland eine Verkaufsanzeige auf Ebay: Dort bot nach Angaben Jordans ein privater Anbieter für 750 Euro Verhandlungsbasis eine gesunde und "süße Mopsdame mit Stammbaum" an, wie Die Glocke berichtet.

Obwohl Jordan als Polizistin durchaus skeptisch war und zunächst eine Abzocke vermutete, rief sie eine der dort angegebenen Nummern an – und landete im Büro der Stadtverwaltung Ahlen.

Stadt Ahlen verkauft gepfändeten Mops bei Ebay

Wie sich herausstellte, hatte die Stadtverwaltung die Mopsdame Edda von einer Ahlener Bürgerin gepfändet – unter anderem, weil diese die Hundesteuer nicht gezahlt habe und weiter Schulden bei der Stadt habe. Ein Mitarbeiter bot das Tier dann über seinen privaten Ebay-Account an. Ein Verwaltungsangestellter versicherte Jordan am Telefon, dass dies alles rechtens sei: sowohl die Pfändung als auch der Verkauf des Tieres.

Jordan sagte also zu, kaufte Mopsdame Edda für 750 Euro und holte sie in einer Pflegestelle in Hamm ab. Doch danach wartete eine weitere Überraschung auf die neue Hundebesitzerin.

Polizistin wirft Stadt Ahlen Täuschung vor

Bereits eine Woche nach dem Kauf habe Jordan festgestellt, dass mit Edda etwas nicht stimmte, berichtet die Glocke weiter. Kurz vor Weihnachten musste der Mops an den Augen notoperiert werden, insgesamt vier Mal lag er schon unterm Messer. Die Kosten belaufen sich bereits auf rund 1800 Euro.

Jordan hat sich mittlerweile einen Anwalt genommen und fordert die medizinischen Kosten sowie die 750 Euro Kaufpreis von der Stadt Ahlen zurück, wie die WN berichten. Sie sei von der Stadtverwaltung arglistig getäuscht worden, lautet ihr Vorwurf. Die Stadt habe ebenso einen Rechtsbeistand eingeschaltet. Man werde den Fall auch "intern genau prüfen", sagte Frank Merschhaus, Pressesprecher der Stadt Ahlen, am Dienstag.

Sie ist Gegenstand (im wahrsten Sinne des Wortes) eines Streits zwischen der Stadt Ahlen und einer Käuferin: Mops-Dame Edda.  (Symbolbild).

Mopsdame Edda aus Ahlen wird von Familie vermisst

Währenddessen wird Mops Edda von ihren ursprünglichen Besitzern schmerzlich vermisst: Der Hund wurde aus einer Familie mit drei kleinen Kindern gepfändet. Gegenüber der Glocke erzählte die ehemalige Besitzerin, dass eine Gerichtsvollzieherin zunächst den Rollstuhl des gelähmten Familienvaters pfänden wollte – ihr Mann sei seit einem Arbeitsunfall querschnittsgelähmt. 

Da dies nicht möglich war, da der Rollstuhl Eigentum der Berufsgenossenschaft ist und sonst keine teuren Gegenstände in der Wohnung zu finden waren, habe die Gerichtsvollziehern schließlich später die wertvolle Mopsdame Edda gepfändet.

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Im benachbarten Oelde kam es vor wenigen Wochen zu einem tragischen Zwischenfall: Hündin Bella wurde getötet. Doch die Familie sucht auf eigene Faust nach dem Täter. Für erheblichen Schaden sorgte in Ahlen ein Autofahrer: Er prallte gegen einen Sattelzug, der dabei stark beschädigt wurde. 

Die Polizei bittet die Bevölkerung außerdem dringend um Hilfe bei der Suche nach einem vermissten 90-jährigen Senior aus Ahlen – und hat dazu eine Beschreibung samt Bild von ihm veröffentlicht. 

Bei einer Party an Christi Himmelfahrt ist zudem ein Streit unter den Feiernden ausgebrochen: Provokationen, Wortgefechten und Schubsereien kam es zu einer Massenschlägerei mit drei Verletzten bei einem Schützenfest Ahlen.

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