Jugendliche in Ahlen beleidigt

Rassismus auf offener Straße: Staatsschutz ermittelt nach Angriff auf Syrer

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Nach einem offenbar rassistischen Übergriff in Ahlen ermittelt nun die Polizei. (Symbolbild)

Offenbar ausländerfeindliche Männer waren am Sonntag in Ahlen unterwegs. Sie bepöbelten und beleidigten syrische Jugendliche. 

  • Männer beleidigen Jugendliche in Ahlen
  • Trio flieht
  • Staatsschutz ermittelt

Ahlen – Drei Jugendliche wurden am frühen Sonntagmorgen (11. August) von drei Männern beleidigt. Die Tat hatte wohl fremdenfeindliche Hintergründe.

Eine junge deutsche Frau war gegen 5 Uhr mit zwei aus Syrien stammenden Freunden auf dem Marktplatz in Ahlen unterwegs, als plötzlich drei Männer auf sie zukamen. Sie fingen an, die Jugendlichen verbal zu attackieren, wie die Polizei mitteilt. 

Ahlen: Ausländerfeindliches Trio verfolgt Jugendliche

Das Trio bekam Angst und flüchtete vor den Männern in Richtung Kirchplatz in Ahlen. Diese ließen die Jugendlichen jedoch nicht in Ruhe und beleidigten sie weiter aufgrund ihrer Herkunft. Die Opfer alarmierten die Polizei – erst dann verschwanden die Täter in unbekannte Richtung.

Erste Ermittlungen der Polizei ergaben, dass sich die Gesuchten zuvor in einer Kneipe am Marktplatz in Ahlen aufhielten. "Da als Motiv für die Beleidigungen ein fremdenfeindlicher Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann, hat der Staatsschutz der Polizei Münster die Ermittlungen übernommen", heißt es in einer Pressemitteilung.

Polizei bittet um Hinweise nach Vorfall in Ahlen

Die Polizei bittet nun dringend um Hinweise zu den Ausländerfeinden aus Ahlen. Zeugen können sich unter  0251/27 50 melden. Das Trio wird wie folgt beschrieben:

  • deutsches Erscheinungsbild
  • zwei von ihnen trugen eine Glatze, der dritte kurze, dunkle Haare 
  • zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß und etwa 18 bis 35 Jahre alt
  • ein Täter ist muskulös und trug ein gelbes, kurzes Hemd, eine Jeanshose und schwarze Turnschuhe
  • er hatte ein neongrünes Mountainbike dabei
  • der zweite Täter hatte einen langen, leicht grauen Bart und eine kräftige Statur
  • hatte ein graues, kurzes Hemd, eine Jeanshose und weiße Schuhe an
  • hatte eine Narbe an seinem Hinterkopf und über dem rechten Auge
  • der dunkelhaarige Mann ist dünn und hat ein Piercing an der rechten Augenbraue
  • er trug ein weißes Shirt, eine schwarze Hose und eine schwarze Lederjacke

Rassisten versuchen hin und wieder im Münsterland Fuß zu fassen – meist erfolglos. In Ochtrup verteilten Neonazis vor einigen Monaten Flugblätter. Sie instrumentalisierten sie den Tod eines Jungen aus der Stadt. In der Domstadt ist die Ablehnung gegen rechtes Gedankengut weit verbreitet. Anfang des Jahres protestierten mehrere Tausend Menschen in Münster gegen den Neujahrsempfang der AfD.

Für Aufsehen sorgten Neonazis vor einigen Monaten, als sie auf einem Friedhof in Münster mit einem Fackelmarsch aufliefen. Zudem ereignete sich vor Kurzem ein Verkehrsunfall mit drei Verletzten. Auf einer Kreuzung in Ahlen waren zwei Autos kollidiert. Unter den Verletzten war auch eine Neunjährige.

Ermittelt wird auch in der Domstadt wegen Volksverhetzung: Nach einem Vorfall in Münster ist der Staatsschutz eingeschaltet worden. Auch in diesem Fall ermittelt der Staatsschutz: Ein Jugendlicher aus Guinea wurde in Borken attackiert. Die Polizei sucht nach einem wichtigen Zeugen.

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