Coronavirus

Mehr Tempo beim Impfen: Astrazeneca jetzt auch für über 65-Jährige

Um das Impfen schneller voranzutreiben gibt es das Serum von Astrazeneca nun auch für Menschen über 65 Jahren. Doch das Vakzin steht in der Kritik.

Neuen Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts (RKI) nach wird der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca nun auch für Menschen über 65 Jahren empfohlen. Bislang war das Serum nur Personen unter dieser Altersgrenze verabreicht worden, da verlässliche Daten zur Wirksamkeit für Senioren noch fehlten.

ImpfstoffAstrazeneca
Hauptsitz des HerstellerCambridge, Vereinigtes Königreich
Gründung6. April 1999

Corona: StiKo empfiehlt Impfstoff von Astrazeneca nun auch für ältere Menschen

Die Ständige Impfkommission (StiKo) hat am Donnerstag (4. März) jedoch neue Ergebnisse veröffentlicht. Demnach erzielt Astrazeneca auch bei älteren Menschen eine verlässliche Wirkung. Bei der Mitteilung der StiKo handelt es sich jedoch nur um eine Empfehlung – ob diese auch angenommen wird, ist Ländersache.

Die neuen Erkenntnisse haben einen großen Vorteil: Das Impfen in Deutschland könnte so schneller vorangehen. Den Impfstoff des Herstellers Astrazeneca gibt es in größeren Mengen. Viele Menschen sind jedoch skeptisch, was das Vakzin gegen das Coronavirus angeht, und lehnen die Impfung damit ab. Deshalb gibt es das Serum in der Bundesregierung derzeit beinahe im Überfluss.

Impfung gegen Corona: Daher kommt die Kritik an Astrazeneca

Das liegt daran, dass die Wirkung von Astrazeneca bei etwa 70 Prozent liegt – und damit deutlich niedriger ist, als etwa der mRNA-Impfstoff von Biontech und Pfizer oder von Moderna, die jeweils bei 90 Prozent liegen. Außerdem sollen die Nebenwirkungen des Serums von dem britisch-schwedischen Hersteller stärker sein, als bei den anderen Präparaten.

Insbesondere jüngere Menschen zeigen starke Reaktionen auf den Impfstoff von Astrazeneca. Das liegt daran, dass ihr Immunsystem aktiver ist, als bei älteren Personen, und daher deutlichere Symptome bei der Verarbeitung des Impfstoffs zeigt. Nebenwirkungen wie Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Erschöpfung können auftreten.

Der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca ist nun für alle Altersgruppen verfügbar. (Symbolbild)

Wirkt Astrazeneca auch gegen Corona-Mutationen?

Ein weiterer Punkt, weshalb Astrazeneca in die Kritik geraten ist, ist der Hinblick auf die Coronavirus-Mutationen. Gerade in Bezug auf die Variante aus Südafrika soll der Impfstoff laut ersten Studien deutlich weniger wirksam sein, wie Stern-TV berichtet. Vor einem schweren Verlauf der Krankheit schützt das Serum dennoch.

Menschen, die sich zum Beispiel im Impfzentrum in Münster gegen das Coronavirus immunisieren lassen, haben ohnehin keine Wahl, welches Serum ihnen verabreicht wird. Generell galt bislang: Menschen über 65 Jahren haben bislang stets Astrazeneca bekommen, Älteren wurde Biontech verabreicht. Welche Auswirkungen das Anheben der Altersgrenze nun hat, ist noch nicht klar.

Rubriklistenbild: © Hannibal Hanschke

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