Coronavirus

Astrazeneca von EMA freigegeben – Thrombose-Zusammenhang nicht auszuschließen

Astrazeneca bleibt in der EU weiterhin zugelassen – das hat nun die EMA bestätigt. Ein Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und aufgetretenen Thrombosen kann noch nicht ausgeschlossen werden.

Update: 18. März. Die EMA hat sich dafür ausgesprochen, Astrazeneca weiterhin einzusetzen. Die Europäische Arzneimittelbehörde hatte das Mittel in den vergangenen Tagen mehreren Tests unterzogen um herauszufinden, ob ein Zusammenhang mit kürzlich aufgetretenen Thrombose-Fällen besteht.

Die Behörde sprach sich zudem gegen einen generellen Impfstopp aus. Der Nutzen von Astrazeneca übersteige die Kosten, sagte die Vorsitzende Emer Cooke bei einer Sondersitzung am Donnerstag. Die Blutgerinnsel, die möglicherweise durch das Vakzin ausgelöst wurden, werden aber künftig unter den möglichen Nebenwirkungen aufgeführt sein. Der Zusammenhang konnte noch nicht ausgeschlossen werden.

Wie die Untersuchung zeigte, ist das Risiko für eine Thrombose bei jüngeren Frauen am höchsten. Genauere Erkenntnisse konnten in der kurzen Zeit jedoch noch nicht gewonnen werden. Am Donnerstagabend will sich nun Gesundheitsminister Jens Spahn zur Freigabe von Astrazeneca äußern und was diese für Deutschland bedeutet. Mehr zum Thema Zweitimpfung mit Astrazeneca erfahren Sie bei owl24.de.

HerstellerAstrazeneca
CEOPascal Soriot
Gründung6. April 1999

Astrazeneca: WHO empfhielt Fortsetzung der Impfung

Update: 17. März. Zwei Tage ist es nun her, dass Deutschland die Impfung mit dem Präparat von Astrazeneca vorerst gestoppt hat. Das Vakzin wurde in jüngster Vergangenheit in Verbindung mit Blutgerinnseln gebracht. Jetzt hat sich die Weltgesundheitsorganisation in den Fall eingeschaltet, nachdem zuvor auch Länder wie Dänemark, Frankreich und Spanien diesen Schritt gegangen waren.

So empfiehlt die WHO eine Fortsetzung der Impfungen mit Astrazeneca. „Die WHO ist der Meinung, dass die Vorteile die Risiken überwiegen“, teilte die Organisation am Mittwoch (17. März) mit. Kate O‘Brien, Chefin der Weltgesundheitsorganisation, betonte, dass, selbst wenn eine Verbindung der aufgetretenen Blutgerinnseln mit dem Impfstoff nachgewiesen werde, sei das medizinische Phänomen dennoch sehr selten. Ob in Deutschland mit dem Präparat weiter geimpft wird, entscheidet die Europäische Arzneimittelbehörde EMA am Donnerstag (18. März)

Deutschland stoppt Impfung mit Astrazeneca

Erstmeldung: 15. März. Am Impfstoff von Astrazeneca gibt es bereits seit Wochen heftige Kritik. Nicht nur die leichteren Nebenwirkungen, von denen viele Behandelte berichten, stehen im Fokus. In der jüngsten Vergangenheit wurde das Vakzin gegen das Coronavirus immer wieder in Verbindung mit Blutgerinnseln und einer Thrombose in den Hirnvenen.

Deutschland setzt Impfungen mit Astrazeneca aus – aus diesem Grund

Jetzt reagieren die Verantwortlichen in Deutschland: Die Impfung mit Astrazeneca wird bis auf Weiteres ausgesetzt. Das Serum soll zunächst intensiveren Tests unterzogen werden. Die Bundesregierung ist damit der Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) gefolgt. Dieses hatte erst vor Kurzem noch empfohlen, auch Menschen über 65 Jahren mit Astrazeneca zu impfen.

Bei Astrazeneca hatten viele Patienten über starke Nebenwirkungen geklagt, unter anderem Fieber, Schüttelfrost und Übelkeit. In mehreren Ländern in Europa wurde die Gabe des Präparats bereits ausgesetzt. Dazu zählen die Niederlande, Irland, Norwegen und Island. In Italien und Österreich werden bestimmte Chargen nicht verwendet.

Impfstopp in Deutschland: Bleibt die Zulassung für Astrazeneca bestehen?

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) informierte auf einer Pressekonferenz über den Impfstopp mit Astrazeneca. Die Prüfung des Serums soll noch in der laufenden Woche abgeschlossen werden, sodass dann entsprechend weiter geimpft werden könnte. Personen, die das Vakzin bereits erhalten haben und länger als vier Tage unter Nebenwirkungen leiden, sollen sich bei ihrem Hausarzt melden.

Das Risiko für solche starken Nebenwirkungen sei jedoch sehr gering, betont Spahn weiter. Das letzte Wort hat die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA). Sie entscheidet nach den Untersuchungen des PEIs, ob die Zulassung für Astrazeneca weiterhin bestehen bleiben kann. Die Behörde hat jedoch auch bereits erklärt, dass das Risiko für eine Thrombose durch die Impfung nicht größer sei, als in der Allgemeinbevölkerung. Der Stopp bei den Corona-Impfungen mit AstraZeneca wirft die Impftermine in BIelefeld gewaltig durcheinander* und auch in anderen deutschen Städten hagelt es Absagen.

Deutschland setzt Impfungen mit Astrazeneca vorsorglich aus

Impfstoff in Deutschland wegen Nebenwirkungen: Astrazeneca weist Vorwürfe zurück

In Deutschland sind derzeit drei Impfstoffe zugelassen: Der mRNA-Impfstoff von Biontech, das Vakzin von Moderna sowie das Präparat von Astrazeneca, das nun ausgesetzt wird. Dass Letzteres immer wieder in der Kritik steht, liegt auch daran, dass Astrazeneca eine geringere Wirksamkeit hat, als die anderen beiden Mittel. Insbesondere gegen Mutationen des Coronavirus kann das Serum weniger ausrichten. Ein vierter Impfstoff von Johnson&Johnson wurde in der EU kürzlich zugelassen.

Astrazeneca selbst weist derweil die Vorwürfe zu Zusammenhängen mit Blutgerinnseln zurück. Der britisch-schwedische Hersteller habe Daten von über 17 Millionen Menschen geprüft, die mit dem Serum immunisiert wurden, und keine Korrelation festgestellt. Die Impfung gegen das Coronavirus gilt derzeit als einer der wichtigsten Bausteine für eine Rückkehr zur Normalität. Da jedoch durch die Lockerungen der letzten Wochen die Inzidenzwerte in NRW wieder steigen, fordern einige Intensivärzte einen sofortigen neuen Lockdown. (*owl24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Chaiwat Subprasom/dpa

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