Impfkampagne

Impfstoff von Astrazeneca: Welche Nebenwirkungen drohen – und wer sich nicht impfen lassen sollte

Sind die Nebenwirkungen beim Impfstoff von Astrazeneca wirklich stärker? Für wen wird das Serum gegen Corona empfohlen? Wir haben alle Infos.

Der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca steht seit Längerem vermehrt in der Kritik. Der Grund dafür sind unter anderem die geringere Wirksamkeit im Vergleich etwa zu dem mRNA-Impfstoff von Biontech sowie die Nebenwirkungen, die offenbar stärker ausfallen.

Experten vermuten jedoch, dass die Impfreaktionen vor allem deshalb vermehrt gemeldet werden, weil die mediale Aufmerksamkeit dafür gerade größer ist. Zudem sollen die Nebenwirkung bei den anderen Vakzinen erst bei der zweiten Gabe stark ausfallen, bei dem Vektor-Serum schon bei der Ersten.

ImpfstoffAstrazeneca
Gründung des Unternehmens6. April 1999
CEOPascal Soriot

Astrazeneca: Diese Nebenwirkungen kann der Impfstoff haben

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat bestätigt, dass bei dem Impfstoff von Astrazeneca mit starken Nebenwirkungen nach der ersten Injektion gerechnet werden muss. Dazu zählen Grippesymptome, Gliederschmerzen und Fieber bis zu 40 Grad. Auch sogenannte Vernichtungskopfschmerzen können auftreten.

Darüber hinaus berichten die Patienten von Müdigkeit, erhöhter Schmerzempfindlichkeit, Juckreiz, Schwellungen nach der Injektion, Schüttelfrost und Übelkeit. Nicht all diese Nebenwirkungen treten jedoch zwangsläufig auf. Sie werden laut dem PEI aber als häufig eingestuft, treten also in über zehn Prozent der Fälle auf. Nach zwei Tagen klingen die Nebenwirkungen von Astrazeneca spätestens wieder ab. Bei der zweiten Impfung, die zwölf Wochen später stattfinden soll, treten hingegen nicht so starke Beschwerden auf.

Wer sollte sich mit Astrazeneca impfen lassen – und wer nicht?

Inzwischen dürfen auch Menschen über 65 Jahre mit Astrazeneca geimpft werden, wie die Stiko empfohlen hat. Da nicht genügend Daten vorlagen, wurden Senioren bislang ausschließlich mit Biontech immunisiert. Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren wird die Impfung bislang jedoch noch nicht empfohlen. Auch Schwangere oder stillende Frauen sollten zunächst auf die Immunisierung verzichten.

Corona-Impfung: So wirken die einzelnen Präparate von Biontech und Astrazeneca

Doch woher kommen die Unterschiede in der Wirkweise? Der Impfstoff von Astrazeneca funktioniert anders, als der von Biontech. Gemeinsam haben alle Stoffe, dass sie die Zelle dazu bringen, ein Spike-Protein an die Zelloberfläche zu transportieren. Dieses stimuliert vereinfacht gesagt das Immunsystem, Antikörper gegen das Coronavirus herzustellen .

Astrazeneca tut dies auf einem anderen Weg: Es handelt sich um einen Vektor-Impfstoff. Dabei werden für den Menschen harmlose Viren, die sich nicht reproduzieren können, in den Zellkern gespritzt. Das Virus enthält den Bauplan für das Spike-Protein, woraufhin der Körper Antikörper bilden kann. Der mRNA-Impfstoff von Biontech hingegen enthält den Bauplan für das Protein ohne zusätzliche Viren. Daher sind die Nebenwirkungen hier deutlich geringer.

Der Impfstoff von Astrazeneca steht in Deutschland in der Kritik. (Symbolbild)

Corona-Impfung: Astrazeneca hat geringere Wirksamkeit als Biontech

Auch in der Wirksamkeit der Mittel gibt es Unterschiede. So hat der mRNA-Impfstoff eine Wirkung von 90 Prozent, Astrazeneca hingegen nur eine Wirksamkeit von 60 bis 90 Prozent, je nach Dosierschema. Jedoch haben Studien belegt, dass schwere Verläufe des Coronavirus auch durch den Vektor-Impfstoff zu 100 Prozent verhindert werden können.

Auch bei Mutationen gibt es Unterschiede. Gerade in Bezug auf die Südafrika-Mutation des Coronavirus schneidet Astrazeneca schlecht ab. Dem Serum wird laut Experten eine deutlich geringere Wirksamkeit bescheinigt. Der Hersteller arbeitet nun daran, eine veränderte Version des Impfstoffs herzustellen. Bei msl24.de erfahren Sie mehr über die unterschiedlichen Coronavirus-Impfstoffe.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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