Nagetiere

Kehrt der Biber zurück ins Münsterland?

Biber werden in NRW wieder heimisch – bald werden sie auch im Muensterland erwartet.
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Biber werden in NRW wieder heimisch – bald werden sie auch im Münsterland erwartet.

Er ist das größte Nagetier Deutschlands: Der Biber. Nachdem er in NRW fast ausgerottet war, hat er sich inzwischen wieder verbreitet. Das hat auch positive Auswirkungen auf die Umwelt. 

  • Der Biber ist in NRW auf dem Vormarsch.
  • Die großen Nagetiere siedeln sich in der Nähe von Flüssen an. 
  • Im Münsterland werden künftig auch Biber erwartet. 

Münsterland – Der Biber war in NRW beinahe ausgerottet. Jäger hatten es auf sein Fleisch und das Fell abgesehen. Umso erfreulicher ist die Nachricht, dass die Population des Nagetiers in den hiesigen Wäldern wieder steigt. 

Rund 1000 Tiere sollen inzwischen in NRW leben, wie die Naturschutzorganisation BUND mitteilt. Diese leben vor allem in der Nähe der Eifel, wo vor 40 Jahren einige Biber ausgesetzt wurden. Später wurden weitere der Tiere im Rheinland freigelassen, wo sie sich ebenfalls ansiedelten. Lippe und Ems zählen inzwischen als Bibergebiet.

Biber in NRW: Im Münsterland ist der Nager auf dem Vormarsch

Im Münsterland fühlt sich der Biber bislang noch nicht heimisch, wie die WN berichten. Jedoch vermuten Experten, dass es nicht mehr lange dauern kann, bis der Nager auch die hiesigen Gewässer besiedelt. Vereinzelt habe es schon Sichtungen bei Ibbenbüren gegeben. 

Angesichts der raschen Ausbreitung der Biber in NRW soll ein "Bibermanagement"-Plan her. Dieser regelt, wie in den Gebieten, in denen Biber und Menschen aufeinander treffen, mit den Nagern umzugehen ist. Das dürfte jedoch nicht so problematisch werden, wie mit einem anderen Tier, das im Münsterland wieder auf dem Vormarsch ist: Ein Wolf hat in Westerkappeln mehrere Tiere erlegt

NRW: Biber schaffen Lebensräume für andere Arten

Der Biber ist das größte Nagetier Deutschlands. Er wird bis zu 20 Jahre alt und 30 Kilogramm schwer. Die Tiere leben wie in NRW zumeist an Bächen, wo sie mit ihren Nagezähnen Bäume fällen und Dämme bauen. So entstehen Sumpf- und Moorgebiete, die einer Vielzahl von anderen Tierarten – wie etwa Libellen – einen Lebensraum bieten. Darüber hinaus sind solche Gebiete gut für die Umwelt: Sie speichern Co2 ein. 

Die Zähne des Bibers wachsen ein Leben lang. 

Biber sind des Nachts und in der Dämmerung aktiv. Sie ernähren sich von Pflanzen und Kräutern. Mit ihren Bauten tragen sie zur Landschaftsgestaltung bei und betreiben außerdem Zahnpflege: Ihre Nagezähne hören nie auf zu wachsen und müssen daher ständig geschliffen werden. Darüber hinaus sind Biber monogam und bleiben ein Leben lang mit ihrem Partner zusammen. 

Der Biber steht genau wie artverwandte Tiere unter Artenschutz. Dennoch sterben einige Exemplare immer wieder durch Menschenhand, wie die Jagdstatistik aus Münster zeigt. In der Saison zwischen 2018 und 2019 wurden beispielsweise 279 Sumpfbiber, auch Nutrias genannt, erschossen. 

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