Einsatz bei Bocholt

Täter wollen Geldautomat sprengen – auf der Flucht kommt es zum schweren Unfall

Auf einen Geldautomaten hatten es drei Personen abgesehen. Nach der Tat wurde die Polizei zu einem schweren Unfall gerufen. Doch von den Insassen fehlte jede Spur.

Isselburg/Bocholt – Auf der B67 im Kreis Borken hat sich in der Nacht zu Montag (9. November) ein schwerer Unfall ereignet, der im Zusammenhang mit einer versuchten Sprengung eines Geldautomaten in der Gemeinde Rees steht. Wenige Minuten zuvor hatten drei Personen versucht, den Automaten einer Commerzbank-Filiale an der Straße „Vor dem Delltor“ zu sprengen – ihr Unterfangen blieb jedoch erfolglos.

Bei der versuchten Sprengung wurde die automatische Sicherheitstechnik der Bank ausgelöst und die Räume wurden vernebelt. Daraufhin ergriff das Trio die Flucht in einem Auto. Gegen 2 Uhr kam es schließlich auf der B67 zwischen Isselburg und Bocholt zu einem schweren Unfall, von dem die Polizei in Kenntnis gesetzt wurde. Dabei soll das verunglückte Auto zuvor mit hoher Geschwindigkeit auf der Bundesstraße bei Bocholt aus Richtung Rees kommend unterwegs gewesen sein.

OrtBocholt
Einwohner71.113
KreisBorken

Unfall bei Bocholt: Insassen fliehen zu Fuß

Kurz hinter der Einmündung der „Halderner Straße“ nahe Bocholt kam der Pkw dann von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Als die Polizei am Unfallort im westlichen Münsterland eingetroffen war, fehlte von den Insassen des dunklen Audis mit niederländischem Kennzeichen jede Spur. Schnell wurde den Beamten klar, dass es sich um die Täter aus der versuchten Automatensprengung handeln musste.

Der Verdacht bestätigte sich, als die Polizei in dem Audi eine zündfähige Sprengvorrichtung vorgefunden hatte. Daraufhin wurden mithilfe der Kreispolizeibehörden aus Borken, Kleve und Wesel, die von der niederländischen Polizei unterstützt wurden, die Großfahndung nach den flüchtigen Tätern eingeleitet. Nahe der B67 bei Bocholt wurden zudem Rettungshubschrauber sowie Kräfte der Bundes- und Autobahnpolizei eingesetzt.

Polizei nimmt drei Männer bei Bocholt fest

Aufgrund der Nähe des Unfallorts zur Autobahn wurde auch die A3 kurzzeitig gesperrt. Die Flucht der drei mutmaßlichen Täter währte jedoch nicht lange: Gegen 8.45 Uhr wurde zwei der drei Tatverdächtigen auf einem Feldweg in der Nähe der „Halderner Straße“ nahe Bocholt aufgefunden und festgenommen. Der dritte Mann hatte noch versucht, sich in einem Waldstück zu verstecken – doch auch ihn konnten die Polizisten letztlich festnehmen.

Die Polizei suchte nahe Bocholt auch mit einem Hubschrauber nach den drei flüchtigen Tätern. (Symbolbild)

Einer der mutmaßlichen Täter wurde bei dem Unfall nahe Bocholt leicht verletzt und nach seiner Festnahme in ein Krankenhaus gefahren. Der Sprengstoff, der sich in dem Auto befunden hatte, wurde zuvor von Spezialisten des Landeskriminalamts abgesichert und kontrolliert detoniert. Die weiteren Ermittlugnen zur versuchten Automatensprengung in Rees dauern derweil noch an.

Rubriklistenbild: © Nicolas Armer / dpa

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