Neue Corona-Regeln

Entscheidung steht: Vierwöchiger Lockdown in Bocholt

Es ist eine harte Entscheidung: Der zweite, teilweise Lockdown kommt in Bocholt und ganz Deutschland. Einen ganzen Monat sollen strengere Corona-Maßnahme gelten.

Bocholt – Ab Montag (2. November) greifen drastische neue Corona-Regeln in Deutschland. Wie sich Bundeskanzlerin Merkel in einer Konferenz mit den Länderchefs geeinigt hat, wird ein erneuter bundesweiter Teil-Lockdown verhängt. Der große Unterschied zum März: Schulen, Kitas und teilweise auch der Einzelhandel sollen geöffnet bleiben.

StadtBocholt
Bevölkerung73.170
BundeslandNRW

Gastronomie muss wegen Corona erneut schließen: Teil-Lockdown in Bocholt

In Bocholt wird jedoch die Gastronomie schließen müssen. Cafés, Restaurants und Bars stellen ein zu hohes Infektionsrisiko dar. Mit den entsprechenden Hygienemaßnahmen gegen Corona soll jedoch zumindest der Einzelhandel während des Lockdowns geöffnet bleiben. Die Anzahl der Menschen in den Geschäften wurde wieder deutlich reduziert. Pro 10 Quadratmetern ist ein Kunde zugelassen.

Teil-Lockdown trifft vor allem Gastronomie und Freizeiteinrichtungen

Für die Gastronomie kommt der Teil-Lockdown besonders hart: Auch in Bocholt haben die meisten Betreiber viel Geld in die Hand genommen, um ihre Lokale Corona-sicher zu machen. Für neue Belüftungsanlagen, Acrylglasscheiben und ähnliches Equipment wurden vielerorts Kredite aufgenommen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte zunächst angekündigt, dass ein zweiter Lockdown, wie im März und April dieses Jahres, verhindert werden müsse.

Teil-Lockdown in Bocholt: Was ist erlaubt – und was nicht

Auch Schwimmbäder, Massagesalons und Kosmetikstudios in Bocholt müssen nun jedoch schließen. Bundeskanzlerin Merkel ist sich der Härte der Maßnahmen bewusst: „Wir brauchen eine nationale Kraftanstrengung“, sagte sie in der Pressekonferenz zum Teil-Lockdown. Der Wunsch sei, dass nach dem November das Leben wieder in geordnete Bahnen zurückgelenkt werden könne – jedoch weiterhin unter geltenden Corona-Maßnahmen.

In ganz Deutschland wurde für November ein Teil-Lockdown verhängt. (Symbolbild)

Insbesondere soll die Reduzierung der privaten Kontakte im November dazu beitragen, dass die Corona-Zahlen in Bocholt und überall sonst in Deutschland zurückgehen. Wie bereits zu Beginn der Pandemie ist es nur noch erlaubt, sich mit Mitgliedern aus zwei Haushalten zu treffen. Auf private Besuche oder Reisen solle nach Möglichkeit verzichtet werden. Jedoch soll es trotz des Lockdowns weiterhin möglich sein, Personen, die in Altersheimen wohnen, zu besuchen. Die Beschlüsse finden Sie hier noch einmal in der Übersicht:

  • Schulen und Kindergärten: Schulen und Kitas sowie Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe bleiben geöffnet.
  • Kontakte: Bürger werden dazu aufgefordert, Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch maximal zehn Personen aus zwei Hausständen treffen.
  • Feiern: Feiern auf öffentlichen Plätzen, in privaten Wohnungen und Einrichtungen bezeichnete Merkel als „inakzeptabel“.
  • Gastronomie: Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen müssen schließen. Ausgenommen sind Kantinen, Außer-Haus-Verkauf bleibt erlaubt.
  • Dienstleistungen: Der Einzelhandel soll weitestgehend geöffnet bleiben, vor allem Supermärkte. Jedoch ist nur ein Kunde pro 10 Quadratmeter in Läden erlaubt. Schließen müssen Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios. Physiotherapien dürfen weiter stattfinden, Friseure dürfen auch geöffnet bleiben.
  • Freizeit: Alle Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden abgesagt. Zudem müssen Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks, Saunen, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und Bordelle schließen. Gottesdienste dürfen unter Einhaltung der Hygiene-Bestimmungen weiter stattfinden.
  • Sport: Der Amateursport wird eingestellt, dadurch können auch Vereine nicht mehr trainieren. Schließen müssen Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder sowie Saunen. Beim Profisport sind keine Zuschauer mehr erlaubt. Individualsport (alleine, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes) bleibt erlaubt, also ist z.B. Joggen kein Problem.
  • Reisen/Urlaub: Auf Ausflüge und Reisen sollten die Bürger möglichst verzichten. Übernachtungen in Hotels und Pensionen sind nur noch für nicht-touristischen Zwecke erlaubt.
  • Finanzielle Unterstützung für Firmen: Der Bund stellt finanzielle Hilfen im Umfang von 10 Milliarden bereit für Betrieben, Selbstständige und Vereine, die von den neuen Regeln betroffen sind.

Nach erneutem Lockdown in Bocholt: Rückkehr zur Normalität?

Bereits bevor der aktuelle Teil-Lockdown für Bocholt und ganz Deutschland beschlossen wurde, hatten einige Städte harte Maßnahmen getroffen. In Münster wurde wegen Corona beispielsweise der Weihnachtsmarkt abgesagt. Der Ministerpräsident von NRW, Armin Laschet (CDU), geht fest davon aus, dass nach dem November die Rückkehr zu einer neuen, jedoch weiterhin von Corona bestimmten Normalität beginnen kann.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa/dpa-Bildfunk

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