Urteil am Amtsgericht

Ex-Freundin vergewaltigt und dabei gefilmt: Bocholter verurteilt

bocholt
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Der 47-Jährige wurde vom Bocholter Amtsgericht verurteilt.

Das Opfer musste nach der Tat in Therapie: Ein Mann aus Bocholt hat im vergangenen Dezember seine Ex-Freundin vergewaltigt – und dies heimlich gefilmt.

Bocholt – Die Reue, die der Mann vor dem Bocholter Schöffengericht zeigte, schütze ihn nicht vor der Strafe. Ein 47-Jähriger hat im Dezember 2017 seine Ex-Freundin vergewaltigt. Die Tat filmte er heimlich, als sie bewusstlos im Bett lag.

Die beiden hatten am Tatabend gemeinsam eine Weihnachtsfeier besucht und waren danach zu ihm in die Bocholter Wohnung gegangen. Als die alkoholisierte Frau dort stürzte, half der Mann ihr auf und brachte sie in sein Bett. Dort kam es zur Vergewaltigung.

Opfer will Bocholter anzeigen: Dieser bedroht sie

Die 35-Jährige zeigte ihren Ex-Freund daraufhin an. Als die Anzeige in sein Haus flatterte, rastete der 47-Jährige komplett aus. Er fuhr in die Wohnung der Geschädigten, schlug sie und zerrte sie an den Haaren in sein Auto und fuhr mit ihr in sein Appartement. Dort schubste er sie eine Treppe runter und hielt ihr eine Schreckschusswaffe vors Gesicht. Er sperrte sie daraufhin in seiner Wohnung in Bocholt ein.

Die Geschädigte versprach dem Mann, ihn nicht anzuzeigen. Woraufhin er sie wieder gehen ließ. Als sie gemeinsam zu einer Tankstelle fuhren, konnte die Frau fliehen und verständigte die Bocholterin Polizei. 

Auch die Geschädigte sagte vor dem Bocholter Amtsgericht aus.

Bocholter muss ins Gefängnis: Geht er in Revision?

Der bereits vorbestrafte Bocholter zeigte sich vor Gericht einsichtig, wie der zuständige Richter Sven Wegert gegenüber msl24.de bestätigte. Einen Grund, wieso er die Tat auch noch filmte, konnte er jedoch nicht wirklich liefern. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten gefordert. Die Verteidigung plädierte darauf, gegen den Angeklagten eine Bewährungsstrafe zu verhängen.

Das Schöffengericht verurteilte den 47-jährigen Bocholter letztlich wegen Vergewaltigung sowie Bedrohung und Freiheitsberaubung zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten. Zum Zeitpunkt der Vergewaltigung sei er aufgrund seines starken Alkoholkonsums vermindert schuldfähig gewesen. Richter Wegert vermutet, dass der Verurteilte in Revision gehen wird.

Solche Vorfälle sind auch im Münsterland keine Seltenheit, regelmäßig berichtet die Polizei über sexuelle Belästigungen – meist in Form von Exhibitionismus. Neulich jedoch konnte eine junge Frau sich nur knapp befreien: Ein Mann in Neuenkirchen attackiert die 20-Jährige, riss sie zu Boden und hielt ihr den Mund zu. Die Polizei geht von einer versuchten Sexualstraftat aus. Einen Fall von Missbrauch hatte es erst vor kurzem in Bocholt gegeben. Ein Mann hat in einer Sauna ein Kind sexuell missbraucht. 

Vor Kurzem kam es in der Nähe zu einem Streit: In einer Tankstelle in Beckum (Warendorf) schlug eine Frau ihrem Exfreund zwei Bierflaschen auf den Kopf. Die Polizei musste bei der blutigen Auseinandersetzung einschreiten.

Erneut wurde eine Frau Opfer eines sexuellen Übergriffs: Sie wurde in Drensteinfurt im Kreis Warendorf von einem Mann niedergeschlagen und vergewaltigt. Jetzt gab es einen Ermittlungserfolg.

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