Bocholt

Jugendliche begrapscht und verfolgt? Fall nimmt kuriose Wendung

Auf offener Straße soll eine Jugendliche Opfer eines sexuellen Übergriffs gewesen sein. Schnell zweifelte die Polizei an der Geschichte – jetzt kam die Wahrheit ans Tageslicht.

Update: 19. März. Eine Jugendliche meldete Ende Januar dieses Jahres einen sexuellen Übergriff am Liebfrauenplatz in Bocholt durch einen ihr unbekannten Mann. Das Mädchen gab damals gegenüber der Polizei an, dass der Täter sich neben ihr auf eine Bank gesetzt und sie danach unsittlich berührt habe. Als das vermeintliche Opfer wegrennen wollte, habe der Mann sie festgehalten.

Mit einem Tritt habe sie sich anschließend befreien können und sei weggelaufen – der Unbekannte sei ihr dabei gefolgt. Bei der Polizei gab die Jugendliche im Anschluss eine sehr genaue und detaillierte Täterbeschreibung ab. Doch jetzt stellte sich heraus: Sie hatte den angeblichen sexuellen Übergriff in Bocholt nur erfunden.

Wie die Polizei am Freitag (19. März) mitteilt, kamen den Beamten bereits bei der Vernehmung der Jugendlichen am Tag drauf, nachdem sie mit ihrem Vater den Vorfall gemeldet hatte, erste Zweifel an der Glaubwürdigkeit ihrer Aussage auf. Der Vorfall sei zu dem Zeitpunkt jedoch noch nicht abzuschließen gewesen, weswegen weitere Zeugen gehört wurden.

Schließlich meldete sich eine Zeugin bei der Polizei, die den Zweifel der Beamten am Wahrheitsgehalt der Geschichte bestätigte. In einer weiteren Vernehmung räumte die Jugendliche aus Bocholt schließlich ein, die Tat erfunden zu haben. Sie erwartet nun ein Strafverfahren wegen des Vortäuschens einer Straftat.

Bocholt: Jugendliche von Mann begrapscht und verfolgt

Erstmeldung: 28. Januar. Bocholt – Eine Jugendliche erschien am Dienstagabend (26. Januar) gemeinsam mit ihrem Vater auf der Polizeiwache in Bocholt (Kreis Borken). Dort berichtete sie von einem sexuellen Übergriff eines Mannes, der sich gegen 18.40 Uhr in der Innenstadt zugetragen hatte.

Ihren Angaben zufolge habe sie sich am Liebfrauenplatz in Bocholt auf eine gut ausgeleuchtete Sitzbank gegenüber des Geschäfts „Tedi“ gesetzt. Plötzlich habe sich ein ihr unbekannter Mann neben sie gesetzt und angefangen, sie unsittlich zu berühren. Danach habe er das Mädchen festgehalten, wodurch sie zu Boden gefallen sei.

OrtBocholt
Einwohner71.113
BundeslandNRW

Sexueller Übergriff in Bocholt: Täter hält Jugendliche fest

Die Jugendliche habe danach um Hilfe gerufen und sich mit einem Tritt aus dem Griff des Mannes befreien können. Über die Passage zwischen dem Liebfrauenplatz und dem Gasthausplatz in Bocholt ergriff sie danach die Flucht. Der Unbekannte habe sie noch weiter verfolgt, jedoch konnte sich das Mädchen erfolgreich von dem Täter verstecken, berichtet die Polizei.

Zum Zeitpunkt des sexuellen Übergriffs sollen sich mehrere Personen in der Nähe der Sitzbank aufgehalten, beziehungsweise den Bereich passiert haben. Die möglichen Zeugen waren zu Fuß und per Fahrrad unterwegs gewesen. Manche von ihnen seien im Begriff gewesen, auf dem Parkplatz in Bocholt in ihr Auto zu steigen, so die Beamten weiter.

Bocholt: Polizei sucht wichtige Zeugen nach Übergriff

Die Zeugen werden nun dringend gebeten, sich bei der Polizei in Bocholt zu melden. Wer sich zur fraglichen Zeit am Liebfrauenplatz in der Stadt im westlichen Münsterland aufgehalten hat, soll sich unter der Rufnummer 02861/90 00 melden. „Dies gilt auch für den Fall, dass die beschriebene Tat nicht beobachtet wurde. Jede Information rund um die angezeigte Tat kann für die Ermittler wichtig sein“, betonen die Beamten, die ein Foto der Örtlichkeit veröffentlicht haben.

Auf dieser Sitzbank kam es in Bocholt zum sexuellen Übergriff.

Das junge Opfer konnte von dem Täter eine Personenbeschreibung abliefern. Der Gesuchte wird folgendermaßen beschrieben:

  • 19 bis 20 Jahre alt
  • 1,70 bis 1,75 Meter groß
  • kräftige/dickliche Statur
  • dunkler Dreitagebart, dunkle Haare und braune Augen
  • südosteuropäisches Erscheinungsbild
  • tiefe Stimmlage – sprach akzentfrei Deutsch
  • trug eine dunkle Hose mit Rissen, weiße Sneakern und eine graue Strickjacke mit Kapuze („nicht wie selbst gestrickt, sondern wie eine Überziehjacke“)
  • die Kapuze der Jacke war zum Tatzeitpunkt aufgesetzt
  • er trug zudem einen dunklen „Nike“-Rucksack und hatte eine blaue OP-Maske auf, wie sie aufgrund der derzeitigen Corona-Regeln in geschlossenen Räumen erforderlich ist

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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