Gefährliche Infektionskrankheit

Familienvater an Masern erkrankt – Kreis warnt Schulen und Eltern

Eltern in Bocholt sollten nach dem Masernfall aktuell den Impfschutz ihrer Kinder ueberpruefen.(Symbolbild)
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Eltern in Bocholt sollten nach dem Masernfall aktuell den Impfschutz ihrer Kinder überprüfen. (Symbolbild)

Ein Vater in Bocholt hat sich mit Masern infiziert. Nun warnt der Kreis Eltern und Schulen. Erfahren Sie mehr über die gefährliche Infektionskrankheit – und wie sie sich und Ihre Kinder schützen können.

Kreis Borken – Wie die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung bestätigte, hat sich ein Mann aus Bocholt mit Masern infiziert. Der Familienvater soll sich während seines Urlaubs in Osteuropa angesteckt haben. Dies gab das Gesundheitsamt des Kreises bekannt. Der Mann wird derzeit in einem Krankenhaus behandelt.

Zwei Kinder des Mannes besuchen Bocholter Schulen. Während das eine Kind umfassend gegen Masern geimpft wurde, erhielt das andere bisher nur eine einfache Impfung – und konnte dadurch einen Impfschutz von nur 95 Prozent aufbauen, wie die Kreisverwaltung Borken berichtet.

Masernfall in Bocholt: Eltern sollen Impfschutz prüfen

Die Schulen in Bocholt wurden über den Masernfall unterrichtet. Diese informierten daraufhin die Eltern der betroffenen Klassen und baten sie darum, den Impfschutz ihrer Kinder zu überprüfen. Bei Unsicherheiten oder Zweifeln sollten sich die Eltern für weitere Informationen und eine Impfberatung an den Kinder- beziehungsweise Hausarzt wenden.

Gefährliche Infektionskrankheit in Bocholt: Schutz gegen Masern

Was sind Masern? Masern, die nun aktuell in Bocholt auftreten, sind eine Infektionskrankheit. Die Krankheit wird durch Viren ausgelöst und ist hochansteckend. Sie galt früher als Kinderkrankheit – doch auch Jugendliche und junge Erwachsene sind vermehrt von der Krankheit betroffen.

Wie werden Masern verbreitet? "Beim Husten, Niesen oder Sprechen können sich die Erreger in kleinen Speichel-Tröpfchen über die Luft verbreiten und eingeatmet werden", schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Auch über mehrere Meter Distanz können sich Menschen anstecken. Deswegen warnte der Kreis auch die Schulen in Bocholt.

"Nahezu jeder Kontakt zwischen einer ungeschützten Person und einem Erkrankten führt zu einer Ansteckung", warnt das BZgA. Deswegen warnt der Kreis Borken eindringlich vor einer möglichen Ansteckung in Bocholt.

Masernfall in Bocholt: So verläuft die Krankheit

Welche Folgen haben Masern für die Erkrankten? Bei Infizierten zeigen sich nach der Ansteckung eine Reihe von ersten Symptomen:

  • hohes Fieber
  • Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum
  • Entzündung der Augen-Bindehaut

"Erst nach einigen Tagen bildet sich der typische Hautausschlag, der im Gesicht und hinter den Ohren beginnt und sich dann über den ganzen Körper ausbreitet", schreibt das BZgA. Dieser Ausschlag hält mehrere Tage an und ist mit einem erneuten Fieberschub verbunden.

Sind Masern tödlich? Nicht die Krankheit selbst - aber: Die Masernviren schwächen das Immunsystem des Erkrankten. Deshalb können andere Krankheiten und Erreger schlechter abgewehrt werden. Bei jedem zehnten Kranken kommt es deswegen zu Komplikationen wie Lungenentzündungen. "Den besten Schutz bietet die Impfung", mahnt der Kreis deswegen eindringlich die Eltern in Bocholt.

Der Kreis Borken macht Eltern auf die Bedeutung von umfassenden Impfungen bei Kindern aufmerksam. 

Verdacht auf Masern? Das ist zu tun, rät der Kreis wegen Vorfall in Bocholt

Sollten sich bei Ihnen oder Ihren Kindern erste Symptome einer Masern-Erkrankung zeigen, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen – doch sollte einem persönlichen Besuch immer zuerst eine telefonische Anmeldung vorausgehen, rät die Kreisverwaltung. So wird die Gefahr für weitere Menschen eingedämmt. 

Auf keinen Fall sollten Kinder, die die oben genannten Symptome aufweisen, die Schule aufsuchen. Deswegen warnte der Kreis die beiden Schulen in Bocholt: "Schon der Verdacht auf eine Masern-Erkrankung ist meldepflichtig durch Arzt und/oder Labor", betont die Kreisverwaltung – und empfiehlt auch die Beratung durch das Kreisgesundheitsamt bei Fragen und Unsicherheiten. 

Weitere Informationen zu Masern und wie Sie sich schützen können, erhalten Sie auf der Homepage des BZgA. Auch eine Krankheit, die bereits als ausgerottet galt, tritt wieder häufiger auf: In den vergangenen Jahren gab es wieder vermehrt Fälle von Krätze im Kreis Borken

Außerdem sind mehrere Fälle von EHEC bekannt geworden: In Warendorf haben sich mehrere Kleinkinder mit den Darmbakterien angesteckt. Das kann schlimme Folgen haben.

Zudem ereignete sich vor Kurzem ein tragischer Vorfall: Nach einem schweren Verkehrsunfall in Bocholt verstarb eine 51-jährige Motorradfahrerin.

Nicht nur Masern können derzeit für Menschen gefährlich werden: Der Riesenbärenklau breitet sich rasant aus. Die Stadt Münstert warnt vor der Pflanze.

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