Pandemie

Corona-Mutation breitet sich im Münsterland aus: 11 neue Fälle nachgewiesen

70 Prozent ansteckender und möglicherweise auch tödlicher: Das ist die britische Mutation des Coronavirus mit dem Titel B.1.1.7. Jetzt wurden zehn Fälle im Kreis Borken nachgewiesen.

Borken/Warendorf – Auch im Münsterland ist die britische Mutation des Coronavirus angekommen. Die Version B.1.1.7 ist bis zu 70 Prozent ansteckender, als der Urtyp und hat vor einigen Wochen die Zahlen in Großbritannien dramatisch in die Höhe steigen lassen. Nun wurden einige Fälle im Kreis Borken nachgewiesen.

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Kreis Borken: Mehrere Fälle der Mutation B.1.1.7

Im Raum Borken hatten sich mehrere Mitarbeiter eines Betriebs in Gescher testen lassen, nachdem sie Symptome des Coronavirus aufgewiesen hatten. Das Labor, das die PCR-Tests auswertet, hat bei der Untersuchung der Proben festgestellt, dass es sich um eine mutierte Version des Coronavirus handelt und die Ergebnisse an das Gesundheitsamt Borken gemeldet. In diesem Fall haben sich zusammenhängend sieben Menschen mit der Mutation B.1.1.7 angesteckt – 19 Kontaktpersonen befinden sich derzeit in Quarantäne.

Auch in Rhede ließen sich mehrere Mitarbeiter einer Firma testen. Bei zwei der Mitarbeiter aus Bocholt und Rhede wurde die Mutation nachgewiesen. Darüber hinaus wurden sechs Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt. Schließlich hat sich noch eine Person in Ahaus mit der Variante infiziert. Das Kreisgesundheitsamt versucht nun zu ermitteln, wie sich die Betroffenen ursprünglich mit der Mutante B.1.1.7 anstecken konnten.

Mutation des Coronavirus nicht nur im Kreis Borken

Landrat Dr. Kai Zwicker hat in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, wie gefährlich es sein kann, wenn Personen mit Corona-Symptomen sich nicht sofort isolieren. „Es wäre falsch verstandenes Pflichtbewusstsein, wenn man dann noch zur Arbeit geht, denn für das Unternehmen könnte das schlimmstenfalls zu Quarantäne für die gesamte Belegschaft und damit zu einem vollständigen Betriebsstopp führen“, betonte er nach den Fällen im Kreis Borken.

Nicht nur im Kreis Borken ist eine Mutation des Coronavirus aufgetreten: Auch im Kreis Warendorf gibt es nun einen nachgewiesenen Fall der Version B.1.1.7. Die Probe eines Mannes aus Beckum wurde nach dem positiven Corona-Ergebnis sequenziert. Dabei stellte sich heraus, dass er die britische Version des Virus in sich trägt.

Die Mutation B.1.1.7 breitet sich deutlich schneller aus. (Symbolbild)

Derweil ist es in England zu einer Kombination der Mutationen aus Großbritannien und Südafrika gekommen. Forscher befürchten, dass der mRNA-Impfstoff gegen diese Mischung keine Chance hat. Auch Gesundheitsexperte und Politiker Karl Lauterbach (SPD) äußerte sich zu der Gefährlichkeit der Mutationen und was sie für Deutschland bedeuten.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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