Mordermittlungen in Borken

Frau an Neujahr erstochen! 6-jährige Tochter war dabei

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In Borken wurde am Neujahrsmorgen eine Frau getötet. Ihr Exfreund wurde festgenommen. (Symbolbild)

Das neue Jahr endete in Borken für eine kleine Familie in einer Tragödie: Eine Frau wurde allem Anschein nach in ihrer Wohnung von ihrem Ex-Freund getötet – möglicherweise vor den Augen der gemeinsamen Tochter.

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  • In Borken kam es an Neujahr zu einem Familiendrama
  • Eine Frau wurde in ihrer Wohnung erstochen
  • Der Ex-Freund der Getöteten steht unter dringendem Tatverdacht

Update: 2. Januar, 12.30 Uhr. Einen Tag nachdem eine 52-Jährige in ihrer Wohnung in Borken tot aufgefunden wurde, werden nun weitere Details zu der Tat bekannt gegeben. Demnach wurde mittlerweile der 59-jährige Ex-Lebensgefährte der Toten vernommen.

Der Polizei gegenüber bestätigte der Verdächtige, dass er und seine ehemalige Partnerin am Neujahrsmorgen in ihrer Wohnung in Borken gestritten hätten – wie bereits des Öfteren zuvor. Doch an das genaue Geschehen in der Tatnacht könne er sich nicht erinnern. 

Noch am Mittwoch (1. Januar) wurde die Leiche der Frau aus Borken in Münster obduziert. "Die Rechtsmediziner haben festgestellt, dass die zahlreichen Messerstiche und zusätzlich ein Drosseln den Tod der 52-jährigen Frau verursacht haben", erklärt Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape das Ergebnis am Donnerstag in der gemeinsamen Presseerklärung von Staatsanwaltschaft und Polizei. 

Der Tatverdächtige und die Getötete hatten sich trotz Trennung in unregelmäßigen Abständen in der Wohnung der Frau an der Karl-Leisner-Straße in Borken getroffen. Sie teilten sich zudem das Sorgerecht für ihre gemeinsame Tochter (6). "Warum der Streit zwischen dem 59-Jährigen und seiner Ex-Lebensgefährtin derart eskalierte, ist Gegenstand der Ermittlungen", berichtet Bux, der Leiter der Mordkommission.

Die Staatsanwaltschaft Münster beantragte Haftbefehl wegen Totschlags gegen den Mann. Er wird noch am Donnerstag (2. Januar) dem Haftrichter am zuständigen Amtsgericht vorgeführt. Die Ermittlungen zu dem tragischen Vorfall in Borken dauern weiter an.

Ein Beziehungsdrama hat sich auch in der Domstadt ereignet: Ein 41-Jähriger hat in Münster seine Freundin und sich selbst getötet.

Borken: Frau in Wohnung niedergestochen

Erstmeldung: 2. Januar, 7.31 Uhr. Borken – Zeugen hatten am Neujahrsmorgen (1. Januar) um 2.41 Uhr die Polizei alarmiert: Aus einer Wohnung an der Karl-Leisner-Straße in Borken drang Lärm nach draußen. Scheinbar handelte es sich um einen Streit – eine Person schrie laut um Hilfe

Borken: Bewohnerin tot aufgefunden – Ex-Freund verhaftet

Die Polizei rückte an und konnte mithilfe der Zeugen die betreffende Wohnung in Borken schnell ausmachen. Nachdem die Beamten mehrfach aufgefordert hatten, die Wohnungstür aufzumachen, öffnete ihnen ein Mann. "Er hatte frische Blutspuren am Körper und ließ sich durch die Polizisten ohne Widerstand festnehmen", heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung der Staatsanwaltschaft sowie der Polizei Münster und Borken.

Zur gleichen Zeit kam es in der Nähe zu einem weiteren Vorfall: In einem Wohnhaus in Ibbenbüren ereignete sich eine Explosion. Zwei Personen wurden dabei verletzt. 

Borken: Mordermittlungen gegen Ex-Freund eingeleitet

Die Polizei betrat die Wohnung und fand die Bewohnerin leblos vor. Nach ersten Erkenntnissen wurde mit einem Messer auf die 52-Jährige aus Borken eingestochen. Bei dem Festgenommenen handelt es sich um den 59-jährigen Ex-Freund der Getöteten. Zur Klärung des Falls wurde eine Mordkommission eingerichtet.

Ersten Erkenntnissen der Ermittlungen in Borken zufolge könnte es möglicherweise zum Streit zwischen den ehemaligen Partnern gekommen sein, der dann eskaliert sei. In der Folge habe der 59-Jährige auf seine Ex-Freundin eingestochen. Erst vor wenigen Wochen war es in der Nähe zu einem ähnlich blutigen Streit gekommen: In Appelhülsen im Kreis Coesfeld soll ein Mann seine Frau getötet und danach Selbstmord begangen haben.

Borken: Tochter (6) bei Bluttat anwesend

Während der Tat war auch die gemeinsame 6-jährige Tochter des Ex-Paares in der Wohnung in Borken anwesend. Wo genau sie sich aufhielt und ob sie die Tat mitansehen musste, ist derzeit nicht bekannt. Das Mädchen wurde in Obhut des Jugendamtes übergeben und wird durch Seelsorger betreut.

"Der Beschuldigte konnte bislang noch nicht zu den Tatvorwürfen vernommen werden", berichtet Stefan Lechtape, Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Münster. Der Leichnam der Getöteten aus Borken sollte noch am Neujahrstag in der Rechtsmedizin in Münster obduziert werden. Die Ermittlungen dauern derweil weiter an.

Erst vor Kurzem nahm die Staatsanwaltschaft in einem anderen Fall die Ermittlungen auf: In einem Pflegeheim in Emsdetten bei Münster wurde eine Frau getötet. Verdächtigt wird der Ehemann der Schwerkranken. Zudem sorgte dieser Fall für Aufsehen: Ein Mann soll seine Tante (68) aus Münster in ihrer Wohnung getötet haben. Der Tat ging ein Streit um Geld voraus. 

Eine Bluttat hat sich jüngst auch in Bocholt ereignet. Dort wurde ein 21-Jähriger wohl aus Eifersucht niedergestochen.

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