Blitzermarathon im Kreis Borken

Doppelt so schnell wie erlaubt: Polizei schnappt lebensgefährliche Raser

Temposünder wollte die Polizei im Kreis Borken kürzlich bei einem Blitzermarathon erwischen. (Symbolbild)
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Temposünder wollte die Polizei im Kreis Borken kürzlich bei einem Blitzermarathon erwischen. (Symbolbild)

Sechs Fahrverbote sowie hunderte Buß- und Verwarngelder: Das ist die Bilanz der Polizei Borken. Sie führte sechs Tage lang Geschwinigkeitsmessungen durch – und warnt erneut vor Lebensgefahr durch Raserei.

  • Polizei führte zwischen 17. und 23. Oktober Geschwindigkeitsmessungen durch
  • an 19 Stellen im Kreisgebiet Borken
  • über 13.000 Fahrzeuge wurden kontrolliert

Borken – Da durch überhöhtes Tempo immer wieder sowohl Raser selbst als auch Unbeteiligte in Lebensgefahr gebracht werden, führte der Verkehrsdienst der Kreispolizeibehörde an 19 Messstellen Geschwindigkeitsmessungen durch. Dabei erwischten die Beamten mehrere Fahrer mit deutlichen Geschwindigkeitsüberschreitungen.

Kontrollen im Kreis Borken: Mehreren Autofahrern droht ein Fahrverbot

Im Zeitraum vom 17. bis zum 23. Oktober wurden die Messungen im Kreis Borken durchgeführt. Dabei kam Folgendes heraus:

  • 13.349 Fahrzeuge wurden kontrolliert
  • 1071 Fahrer (acht Prozent) der gemessenen Verkehrsteilnehmer fuhren zu schnell
  • 167 Bußgeldverfahren wurden eingeleitet
  • in 904 Fällen wurden noch vor Ort Verwarnungsgelder fällig oder es wurden Zahlscheine ausgehändigt
  • gegen sechs Autofahrer wird ein Fahrverbot verhängt

Geschwindigkeitskontrollen: Traurige Spitzenreiter im Kreis Borken

Zwei Autofahrer kürte die Polizei Borken in ihrer Pressemeldung zu den "Spitzenreitern" der Raser: So war auf der L581 ein Autofahrer mit 133 km/h gemessen worden. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit liegt an dieser Stelle jedoch bei 70 km/h. Ebenso wie auf der L608: Dort war ein Autofahrer mit 141 km/h sogar doppelt so schnell wie erlaubt unterwegs.

Damit ist der Rekord vom Vormonat jedoch – glücklicherweise – nicht geknackt worden: Im September wurde ebenfalls ein Raser im Kreis Borken mit 141 km/h gemessen. Die Polizei ließ damals an insgesamt 27 Stellen im Kreis Geschwindigkeitsmessungen durchführen und stellte fest, dass jeder Zehnte zu schnell unterwegs war.

Raserei zählt zu Hauptunfallursachen im Kreis Borken

"Überhöhte Geschwindigkeit und Raserei zählen nach wie vor auch im Kreis Borken zu den Hauptunfallursachen und führen immer wieder - auch bei unbeteiligten Verkehrsteilnehmern - zu schweren Unfallfolgen", schreibt die Polizei in ihrer Meldung zu den Ergebnissen der Geschwindigkeitsmessungen, die zur Bekämpfung regelmäßig von den Beamten durchgeführt werden.

Bei einer weiteren Messung im August musste die Polizei Borken sogar 16 Fahrverbote aussprechen. Auf der B54 bei Gronau hatten die Beamten damals einen Autofahrer mit 187 km/h erwischt – erlaubt sind an dieser Stelle nur höchstens 100 km/h.

Nur einen Monat zuvor, im Juli, baute ein Fahrer wegen überhöhter Geschwindigkeit einen Unfall: Der Raser war bei Borken mit geschätzten 200 km/h auf einer Landstraße unterwegs. Als er eine Bodenwelle passierte, hob das Fahrzeug ab, schleuderte durch die Luft und knallte auf einen Acker. Das Auto wurde dabei völlig zerstört, der 30-jährige Fahrer wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. 

In einer anderen Stadt in der Region kam es kürzlich ebenfalls zu einer gefährlichen Fahrt: In Münster raste ein Autofahrer mit 90 km/h durch die Stadt. Der 27-Jährige muss nun unter anderem mit einem Fahrverbot rechnen.

Zudem ereignete sich kürzlich ein tragischer Unfall. Als ein Auto nahe Gescher gegen einen Brückenpfeiler raste, starb die 67-jährige Beifahrerin. Der Fahrer (65) erlitt schwerste Verletzungen. Einen schweren Unfall mit mehreren Verletzten gab es auf der L608. Zwei Autos kollidierten in Gescher (Kreis Borken). Dabei wurde ein Baby schwer verletzt.

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