Freiheitsberaubung im Kreis Borken

Weil er sich gestört fühlte: Anwohner sperrt Lkw-Fahrer in Kühlraum ein

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Ein Lkw-Fahrer wurde von einem Anwohner in seinem eigenen Anhänger eingesperrt (Symbolbild). 

Weil er sich ein seiner Nachtruhe gestört fühlte, schloss ein Anwohner im Kreis Borken einen Mann in dessen Lkw ein. Obwohl dieser eine Unterkühlung hätte erleiden können, zeigt der Mann keine Reue. 

  • Lkw-Fahrer in Kühlraum eingesperrt
  • Anwohner (Kreis Borken) fühlte sich gestört
  • Polizei stellt Strafanzeige aus 

Schöppingen – Es war 4.20 Uhr am frühen Montagmorgen (26. August), als ein Lkw-Fahrer die Ware aus dem Kühlraum seines Lastwagens im Kreis Borken ausladen wollte. Ein Anwohner fühlte sich von der Geräuschkulisse dieser Arbeiten in seiner Nachtruhe (22 bis 6 Uhr) gestört und entschied sich zu einem drastischen Schritt. 

Freiheitsberaubung im Kreis Borken

Als der Lkw-Fahrer gerade eine Lieferung aus dem Lastwagen holen wollte, schloss der Anwohner in Schöppingen (Kreis Borken) die Türen des Kühlraums von außen und sperrte den Mann ein. Er war damit im Inneren gefangen – bei kühlen Temperaturen.

Solche Vorfälle sind keine Seltenheit: Als Rettungskräfte um 4 Uhr morgens zu einem Einsatz gerufen wurden, ließen sie den Motor des Krankenwagens laufen. Weil ein Anwohner in Braunschweig sich gestört fühlte und auf die Nachtruhe beharrte, ließ der 56-Jährige die Luft aus den Reifen des Rettungsautos. 

Fahrer ruft 30 Minuten im Kreis Borken um Hilfe

Ähnlich drastisch ist wohl auch die Aktion im Kreis Borken einzuschätzen. Wäre es dem Lkw-Fahrer nicht möglich gewesen, die Temperaturen des Kühlraums von innen zu regulieren, hätte ihm eine Unterkühlung gedroht. Je nach Schweregrad reichen die Symptome der Unterkühlung von Muskelzittern, Frösteln und vertieftem Atem bis zu Atem- und Kreislaufstillstand.

Zwar konnte der Mann eine Unterkühlung – und damit ernsthafte Konsequenzen – vermeiden, doch befreien konnte er sich nicht aus dem Inneren seines Lkws. Er schrie stattdessen rund 30 Minuten um Hilfe, bis ein Passant in Schöppingen (Kreis Borken) auf seine Hilferufe aufmerksam wurde und ihn befreite. 

Strafanzeige im Kreis Borken ausgestellt

Der Lkw-Fahrer rief daraufhin die Polizei im Kreis Borken, welche den Anwohner auf seine Tat ansprach. "Er sah es als gerechtfertigt an" berichten die Beamten, die anschließend eine Strafanzeige wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung ausstellten und nun gegen ihn ermitteln. 

Dass Lkw-Fahrer auch bei Nacht ihre Ware ausladen, ist generell erlaubt – solange sie die Nachtruhe nicht durch übermäßigen Lärm stören. In einigen Fällen kann das sogar Vorteile haben: Weil ein Mann in Münster ein Paket ausliefern wollte, konnte er nachts ein Unglück verhindern. 

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