Hohe Dunkelziffer

Wieder auf dem Vormarsch? Vermehrt Krätzefälle in Borken

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Von wegen ausgerottet: Krätzemilben bohren sich unter die Haut und graben Tunnel. Auch Menschen im Kreis Borken sind vermehrt betroffen.

Die Krätze ist ausgerottet? Nicht ganz: Im Kreis Borken sind vermehrt Menschen von der lästigen Hautkrankheit betroffen.

Borken – Ist die Krätze wieder zurück? In den vergangenen Monaten häuften sich die Fälle im gesamten Kreis: Immer wieder sind Menschen von der Hautkrankheit betroffen, deren auffälligste Symptome Juckreiz und Ausschlag sind.

"Im Jahr 2018 wurde im Vergleich zum Vorjahr eine erhöhte Zahl von Krätzefällen gemeldet", bestätigt Dr. Abele-Haupts, Abteilungsleiterin im Bereich Infektionsschutz im Gesundheitsamt für den Kreis Borken. Vor allem im November und Dezember 2018 sei eine hohe Zahl von Meldungen eingegangen. Im Kreis Steinfurt sind es sogar doppelt so viele Krätzefälle wie im Vorjahr.

Krätze im Kreis Borken: Vor allem Seniorenheime betroffen

Doch wie hoch die Zahl der Krätzefälle im Kreis Borken tatsächlich ist, könne das Gesundheitsamt nicht mit Sicherheit sagen. Denn wahrscheinlich sei die Dunkelziffer sehr hoch, sagt Dr. Abele-Haupts weiter. Nicht alle Erkrankungsfälle würden gemeldet. Im Januar 2019 habe man jedoch einen leichten Rückgang feststellen können.

Von wegen ausgerottet: Krätzemilben bohren sich unter die Haut und graben Tunnel. Auch Menschen im Kreis Borken sind vermehrt betroffen.

Zur Prävention informieren Mitarbeiter des Gesundheitsamtes des Kreises Borken über die Hautkrankheit und deren Ausbreitung – vor allem in Seniorenheimen, denn dort tritt Krätze besonders häufig auf. Grund dafür ist der vermehrte Hautkontakt, der in Pflegeeinrichtungen unvermeidbar ist. Im Netz informiert das Gesundheitsamt über die Ansteckungsgefahr:

"Krätzmilben werden überall, wo es zu engeren zwischenmenschlichen Kontakten kommt, besonders leicht von Mensch zu Mensch übertragen – also zwischen Familienmitgliedern, zwischen spielenden Kindern, aber auch von Patienten und Pflegebedürftigen auf medizinisches Personal und umgekehrt."

So tritt Krätze auch häufig in Schulen auf – in den Kindertagesstätten im Kreis Borken ist die Häufigkeit der Krankheit überraschenderweise gering.

Krätze breitet sich aus: Erste Symptome zeigen sich erst nach Wochen

Wer mit Betroffenen in Kontakt gekommen ist, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen. Gerade im Kreis Borken sollten Bürger auf Juckreiz achten. Dieser zeigt sich jedoch erst etwa fünf Wochen nach der Ansteckung. 

Häufig werden die Hautfalten zwischen den Fingern und den Zehen von den Krätzemilben befallen. Aber auch die "Streckseiten der Handgelenke und Unterarme" sind laut Gesundheitsamt oft betroffen. Wie die Krätze übertragen und wie sie behandelt wird, lesen Sie in diesem Artikel. 

Außerdem sind mehrere Fälle von EHEC bekannt geworden: Im Kreis Warendorf haben sich mehrere Kleinkinder mit den Darmbakterien angesteckt. Das kann tödliche Folgen haben.

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