Corona-Vakzin

„Rest-Impfdosen-Börse“ im Kreis Borken: So kommen Sie an Ihre Corona-Impfung

Im Kreis Borken können Menschen nun über eine Online-Börse an Rest-Dosen gelangen und sich spontan gegen das Coronavirus impfen lassen. Bei msl24.de erfahren Sie mehr.

Kreis Borken – Sie ist eine der wichtigsten Säulen im Kampf gegen die noch immer grassierende Virus-Pandemie: die Corona-Impfung. Seit Dezember vergangenen Jahres werden in Deutschland Menschen gegen Sars-CoV-2 geimpft, doch der Prozess läuft bis heute schleppend. Nicht nur die Neu-Priorisierung von Impfgruppen wurde zuletzt stark diskutiert. Auch der Umgang mit sogenannten Rest-Impfdosen ist noch immer weder bundes- noch landesweit einheitlich geregelt. Der Kreis Borken in NRW allerdings hat nun ein Konzept entwickelt, um den vorhandenen Coronavirus-Impfstoff möglichst restlos an Impfwillige zu verteilen.

Landkreis:Borken
Einwohner:371.339 (31. Dezember 2019)
BundeslandNRW

Kreis Borken: Regelung für Rest-Impfdosen getroffen

Vor Kurzem erst hatte ein Fall aus Ostwestfalen für Schlagzeilen gesorgt: Ein AfD-Politiker aus Bad Oeynhausen hatte sich und einige Familienmitglieder gegen das Coronavirus impfen lassen.* Auch weitere Fälle sogenannter „Impfdrängler“ waren in den vergangenen Wochen ans Licht gekommen. Oftmals ließen sich dabei Lokalpolitiker „Rest-Impfdosen“ spritzen.

Denn der Impfstoff von Biontech/Pfizer beispielsweise ist nach dem Vorbereiten nur noch rund sechs Stunden verwendbar – wird er in dieser Zeit nicht verabreicht, ist er unbrauchbar und muss entsorgt werden. So gelangten auch Personen außerhalb der Priorisierungsgruppen an vorzeitige Impfungen. Damit das im Kreis Borken geordnet abläuft, wurde für die Verteilung der übriggebliebenen Dosen nun eine Online-Börse entwickelt.

Zuvor hatte der Kreis mit den Rest-Dosen Einsatzkräfte des Rettungsdienstes sowie Bewohner der nahegelegenen Behinderteneinrichtungen immunisiert. Da diese Personen aber mittlerweile weitestgehend mit Impfungen versorgt wurden, weitet der Kreis Borken nun sein Angebot auf weitere Personengruppen aus.

„Rest-Impfdosen-Börse“ im Kreis Borken: So funktioniert die Anmeldung

Jede Person, die im Kreis Borken wohnt, kann sich nun freiwillig online bei www.impfen-kreisborken.de anmelden und in die „Rest-Impfdosen-Börse“ aufnehmen lassen. Dies kann mit dem Einladungscode, der per Brief mitgeteilt wird, oder über die Nennung von E-Mail-Adresse oder Handynummer erfolgen. Die weitere Registrierung erfolgt über den angezeigten Button „Anmelden“ und die Eintragung im „chayn-System“.

Sollten dann im Impfzentrum des Kreises am Abend noch Wirkstoff-Dosen übrig bleiben, werden die Freiwilligen kontaktiert. Sie müssen dann sofort zusagen und für die Impfung in das Zentrum kommen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Freiwilligen innerhalb von 60 Minuten im Impfzentrum sein können, das in Velen eingerichtet wurde. Zudem wird bei den freiwilligen Personen auf die Impfreihenfolge geachtet: Wer Mitglied einer höher priorisierten Gruppe ist, kommt auch zuerst dran. (Auf msl24.de lesen Sie mehr zu den Impfzentren im Münsterland.)

Der Kreis Borken hat eine Börse für die Verteilung von Rest-Impfdosen eingerichtet. (Symbolbild)

„Rest-Impfdosen-Börse“ im Kreis Borken: Wer bekommt zuerst eine Coronavirus-Impfung?

Eine erfolgreiche Anmeldung in der „Rest-Impfdosen-Börse“ ist jedoch noch keine Garantie für eine Impfung, wie der Kreis Borken betont. Mit einer Registrierung allein sei „kein konkretes Impfangebot verbunden“, heißt es in der Pressemitteilung. Dennoch besteht über das Online-Portal die Möglichkeit – gerade für Menschen der höheren Priorisierungsgruppen –, schneller an eine Impfung gegen das Coronavirus zu gelangen als gedacht.

Aus der Liste der auf diese Weise registrierten Impfwilligen werden – wenn Impfdosen abends übrigbleiben – aus der am höchsten priorisierten Gruppe Personen ausgewählt und dann kontaktiert. Wichtig: Nur wer direkt zusagt, erhält den Termin und muss binnen 60 Minuten im Impfzentrum in Velen sein.

Kreis Borken, Pressemitteilung vom 5. März

Zuletzt hatten Meldungen über einen bestimmten Wirkstoff jedoch für Verunsicherung gesorgt: Das Vakzin von AstraZeneca blieb liegen, nachdem es bei medizinischen Angestellten nach der Verabreichung zu Impfreaktionen gekommen war. Bei msl24.de lesen Sie mehr zu den möglichen Nebenwirkungen vom Corona-Impfstoff AstraZeneca, dessen Wirksamkeit und Sicherheit von behördlichen Stellen zuletzt auch durch neue Studienergebnisse aus Schottland bestätigt wurden.

Rubriklistenbild: © Hannibal Hanschke/dpa

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