Sabotage-Akt in Vreden?

900 Schweine getötet – Jetzt ermittelt auch der Staatsschutz

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Weil die Belüftungsanlage nicht funktionierte, erstickten 900 Schweine in einer Schweinemast in Vreden. (Symbolbild)

Grausame Tat in Vreden: Nach einem Einbruch in einen Mastbetrieb starben in der Nacht zu Montag rund 900 Schweine. Nun ermittelt auch der Staatsschutz in dem Fall.

  • In der Nacht zu Montag (14. Januar) starben in einem Stall des Mastbetriebs von CDU-Politiker und Agrarfunktionär Johannes Röring in Vreden rund 900 Schweine.
  • Nach ersten Erkenntnissen der Polizei brachen Unbekannte in einen Technikraum ein und schalteten den Strom für die Belüftungsanlage aus. Zuvor wurde ebenfalls die Alarmanlage deaktiviert. Die Tiere erstickten qualvoll.
  • Die Polizei Borken ermittelt gemeinsam mit der Abteilung für Staatschutz der Polizei Münster.

Schweine erstickt – Staatsschutz ermittelt in Vreden

Update: 15. Januar, 17.06 Uhr. Wer drang auf den Hof, schaltete Alarmanlage sowie die Belüftungsanlage ab und sorgte so dafür, dass 900 Schweine qualvoll erstickten? Sowohl in landwirtschaftlichen Kreisen als auch in den sozialen Medien gibt es eine Vermutung: "Militante" Tierschützer seien für den Tod der Tiere verantwortlich. 

Auch der Staatsschutz ermittelt nun in Vreden, da ein politischer Hintergrund derzeit nicht ausgeschlossen werden kann. Dies bestätigt Andreas Bode, Pressesprecher der Polizei Münster, auf Nachfrage von msl24.de. Bislang gebe es keine Hinweise auf die Täter.

Christian Röring, Betreiber der Schweinemast, äußerte sich am Dienstag zu dem Vorfall in einer Pressemitteilung: Es sei ein "in vielfacher Hinsicht sehr bedrückenden Vorfall". Sowohl die Alarmanlage als auch die Belüftung sei laut Röring zuletzt im Dezember 2018 kontrolliert worden und soll voll funktionstüchtig gewesen sein.

Einbruch in Vredener Schweinemast? Alarmanlage wurde ausgeschaltet

Wie mittlerweile bekannt ist, soll auch die Alarmanlage auf dem Schweinemastbetrieb manipuliert worden sein, wie Bode weiter bestätigt. Die Spuren deuten nach jetzigem Ermittlungsstand darauf hin, dass in den Betrieb eingebrochen wurde und die Alarmanlage sowie der Strom, der die Belüftungsanlage betreibt, ausgestellt wurden.

Auch 2013, als ebenfalls rund 900 Schweine in dem Mastbetrieb von Röring qualvoll erstickten, war die Alarmanlage ausgeschaltet – deswegen hätten die Betreiber nicht rechtzeitig über die ausgefallenen Systeme informiert werden können, wie die WN berichten.

Nach Vorfall auf Schweinemast in Vreden: Peta setzt Belohnung aus

Update: 15. Januar, 13.26 Uhr. Die Tierschutzorganisation Peta äußert sich zu dem Vorfall in der Schweinemast in Vreden – und setzt eine Belohnung über 1000 Euro für sachdienliche Hinweise aus, die zur Aufklärung der Tat wesentlich beitragen. 

"Die Umstände, die zu dem qualvollen Tod der Schweine geführt haben, müssen aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden", sagt Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung bei Peta.

Die Tierschutzorganisation wehrt sich entschieden gegen den Vorwurf, dass Tierschützer die Schweine in Vreden ersticken ließen: "Ganz sicher haben Tierschützer nichts mit dem Tod der Schweine zu tun, denn für sie hat das Wohlergehen der Tiere höchste Priorität."Gleichzeitig verweist Peta darauf, dass bereits 2013 knapp 900 Schweine in einem Stall des Hofes erstickten. Laut Medienberichten war damals in einem der neugebauten Ställe eine Filteranlage ausgefallen

Schweine in Vreden erstickt - Waren es Tierschützer?

Update: 15. Januar, 9.29 Uhr. Zu den Tätern, die durch das Abstellen des Stroms für den Tod von 900 Schweinen sorgten, gibt es weiterhin keine Hinweise. Es wird jedoch für möglich gehalten, dass es sich um Tierschützer handelt, wie auch die WN berichten. 

Bereits 2016 waren Mitglieder der Organisation "Ariwa" in den Stall in Vreden eingedrungen und hatten Videoaufnahmen gemacht.

900 Schweine ersticken qualvoll – Die Kripo ermittelt in Vreden

Vreden-Ellewick – Eine schreckliche Entdeckung machte der Besitzer eines Schweinemastbetriebs am Montagmorgen (14. Januar): Als der Mann einen der Ställe mit rund 900 Schweinen betrat, fand er dort die Tiere tot vor – sie waren allesamt qualvoll erstickt.

Einbruch in Schweinemast in Vreden: 900 Tiere ersticken

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hatten sich Unbekannte Zugang zum Technikraum verschafft, der zu dem Schweinestall gehört. Wahrscheinlich brachen der oder die Täter zwischen Sonntag (13. Januar), 18 Uhr, und Montag, 8.50 Uhr dort ein. 

In dem Technikraum schalteten die Täter dann den Strom ab, der die Be- und Entlüftung des Stalls betrieb – für die Schweine ist diese lebensnotwendig. Im Laufe der Nacht bekamen die Tiere keine frische Luft und erstickten im Vredener Stall qualvoll. 

900 Schweine in Vreden verendeten qualvoll, nachdem Unbekannte die Belüftung des Stall anstellten.

900 Schweine in Vreden sterben qualvoll: Kripo ermittelt

Dem Betreiber des Mastbetriebs zufolge befanden sich rund 900 Schweine in dem Stall. Sie alle kamen in der Sonntagnacht ums Leben. Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Feuerwehrlöschzüge Ammeloe und Vreden waren vor Ort im Einsatz. Auch das Veterinäramt des Kreises Borken ist mittlerweile eingeschaltet.  Hinweise nimmt die Kripo unter der Telefonnummer 02561/92 60 entgegen. Der Gesamtschaden wird auf 100.000 Euro geschätzt.

Die Ermittlungen zu der Tat dauern weiter an. Bei dem Stall handelt es sich um den Familienbetrieb des CDU-Politikers und Agrarfunktionär Johannes Röring aus Vreden. Dieser war mit seinem Betrieb bereits 2016 in die Kritik geraten: Röring wurden massive Verstöße gegen den Tierschutz vorgeworfen, wie der WA damals berichtete. Sein Sohn Christian betreibt die Schweinemast in Vreden.

In den vergangenen Monaten kamen etliche Masttiere bei Bränden im Münsterland um: In Mettingen kamen bei einem Feuer fast 1700 Schweine ums Leben. Und in Rheine verbrannten sogar rund 8000 Schweine bei lebendigem Leib.

Die Tierschutzorganisation PETA sorgte kürzlich mit dieser Aktion für Aufsehen: Ein knusprig gegrillter Hund – diesen Anblick bekamen Passanten in der Innenstadt von Münster zu sehen. Erfahren Sie, was es damit auf sich hat.

Angriff auf einen Taxifahrer: In Vreden wurde ein Mann von einem Fahrgast angegriffen. Drei Unbekannte schlugen in Vreden auf einen Mann von hinten ein – dann raubten sie ihn aus. Im September 2019 filmten Tierschützer heimlich die Zustände in vier Schweineställen im Kreis Steinfurt – die Aufnahmen sind beängstigend. 

Erneut wurde Peta aktiv: Gemeinsam mit dem Tierheim Ahlen wurden elf Hunde aus einem Hof gerettet. Sie waren in schrecklichem Zustand.

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