Prozess in Münster

Säuglinge beschnitten: Arzt wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt

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Ein Arzt wurde wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. (Symbolbild)

Ein Arzt hat in Ascheberg Säuglinge beschnitten. Nach dem Eingriff gab es Komplikationen. Dem Mann wurde der Prozess gemacht – jetzt hat das Gericht das Urteil gesprochen.

  • Säuglinge in Ascheberg nicht fachgerecht beschnitten
  • Syrischer Chirurg am Landgericht angeklagt
  • Urteil wegen gefährlicher Körperverletzung

Ascheberg/Münster – War es eine normale Beschneidung oder hat sich der syrische Arzt nicht an deutsche Vorschriften gehalten? Um diese Frage ging es beim Prozess am Landgericht Münster gegen einen 43-jährigen Chirurgen.

Im Januar dieses Jahres sollte der Angeklagte in Ascheberg eine Beschneidung an einem sechs Monate alten Säugling vornehmen. Nachdem das Baby auf den Tisch gelegt und der Penis des Kindes desinfiziert wurde, habe der Arzt ein Stück der Vorhaut abgeschnitten. Dabei soll er auf eine örtliche Betäubung des Kleinkindes verzichtet haben.

Komplikationen nach Eingriff in Ascheberg

Nach dem Eingriff in Ascheberg habe das Baby so sehr geschrien, dass die Familie mit dem Säugling in ein Krankenhaus ging und es dort sofort operiert werden musste. Der Angeklagte musste sich nun am Landgericht in Münster in einem Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. 

Er habe sich nicht an deutsche Standards gehalten, so der Vorwurf. Dies gelte auch für die anderen beiden Operationen, die er in Ascheberg durchgeführt hatte. Der Angeklagte beteuerte, derartige Operationen hundertfach in seiner syrischen Heimat durchgeführt zu haben. "Das ist die Art und Weise, wie das in Syrien gemacht wird", habe er nach Informationen der Westfälischen Nachrichten über seinen Anwalt verlauten lassen.

Nach OP in Ascheberg: Arzt zu Freiheitsstrafe verurteilt

Nun wurde am Donnerstag (10. Oktober) das Urteil gesprochen. Das Gericht verurteilte den Chirurgen aus Essen wegen dreifacher gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 2,5 Jahren. 

Am selben Tag wurde am Landgericht ein anderes Urteil gefällt. Ein 54-Jähriger hat an einem Campingplatz in Lüdinghausen eine Explosion herbeigeführt. Der Mann muss nun für einige Jahre ins Gefängnis. Erwartet wird in diesem Jahr noch das Urteil um den mehrfachen Kindesmissbrauch:Angeklagt sind in Münster drei Männer – darunter der stadtbekannte Johannes J. ("Jizzo"). 

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