Betrug in Coesfeld

Abzocke! Familie lässt Eichenprozessionsspinner entfernen – und zahlt über 1600 Euro

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Die Entfernung dieser Raupe kam eine Familie teuer zu stehen: Sie wurden betrogen. (Symbolbild)

Um viel Geld betrogen wurde eine Familie aus Coesfeld: Weil sie auf ihrem Grundstück Eichenprozessionsspinner entdeckte, rief sie den Kammerjäger. Doch am Ende war die Rechnung viel höher als erwartet.

Coesfeld – Eine teure Plage: Eine Familie im Ortsteil Lette entdeckte am Mittwoch (24. Juni) auf ihrem Grundstück ein Nest mit Eichenprozessionsspinnern. Sie rief den Kammerjäger, um das "untertassengroße Gespinst" entfernen zu lassen, wie die Polizei berichtet.

Abzocke in Coesfeld: Schädlingsbekämpfer verlangt über Tausend Euro

Über das Internet hatte die Familie aus Coesfeld den Kammerjäger gefunden. Sie einigte sich mit dem Mann auf eine Summe von rund 300 Euro plus 50 Euro für die An- und Abfahrt. Der Schädlingsbekämpfer machte sich dann an die Arbeit und entfernte das Nest und die gefährlichen Raupen. Danach legte er die Rechnung vor – und die war um einiges höher als zuvor abgemacht.

1653,74 Euro sollte die Schädlingsbekämpfung kosten. Der Familienvater (64) zahlte schließlich den Betrag per EC-Karte, der auch später vom Konto abgebucht wurde. Danach rief die Familie die Polizei in Coesfeld. Diese sucht nun nach Zeugen für die Tat. Hinweise nehmen die Beamten telefonisch entgegen (02541/140). Die Angaben zu der Firma waren nach der Abzocke nicht mehr im Internet zu finden.

Familie abgezockt – Tipps der Polizei Coesfeld

Die Polizei Coesfeld rät in diesem Zusammenhang: "Lassen Sie sich immer eine Rechnung geben und zahlen Sie niemals sofort. Sie haben das Recht, die Rechnung prüfen zu lassen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen! Rufen Sie Ihre Polizei unter 110, wenn Sie sich betrogen, bedroht oder genötigt fühlen." Weitere Informationen zum Thema Betrug finden Sie auch bei der Polizeiberatung.

Erst kürzlich kam es in der Nähe zu einem ähnlichen Fall: Ein Paar aus Borken musste den Schlüsseldienst alarmieren, weil sie sich aus der eigenen Wohnung ausgesperrt hatten. Als sie die Rechnung sahen, kam der große Schock: Die Firma verlangte knapp 2000 Euro. Noch schlimmer traf es einen Rentner aus Rheine, der mit dem Enkel-Trick reingelegt wurde: Unbekannte brachten den Mann um 33.000 Euro. Einen bisher unbekannten Trick wendete auch eine junge Frau an, als sie auf dem Friedhof in Emsdetten plötzlich eine Seniorin umarmte. Als die ältere Dame endlich wieder losgelassen wurde, rief sie sofort die Polizei. 

Die Raupe ist auch anderswo ein Problem – in Münster greift der Eichenprozessionsspinner sogar die Augen beim Radfahren an. Doch die Stadt hat einen Tipp. Inzwischen ist auch die Landesregierung in Sorge um die Bürger im Münsterland – deshalb haben sie einige Tipps für den Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner veröffentlicht. 

Gauner versuchten ihr Glück auch in der Westfalenmetropole: Ein Betrüger verfolgte eine 95-Jährige aus Münster in ihre Wohnung – dann beklaute er sie. 

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