Die Spitze der Dreistigkeit

Sanitäter helfen Schwerverletztem - plötzlich setzt sich Fremder ans Steuer des Krankenwagens

Wenn es eine Sache gibt, die jeder eigentlich wissen sollte, dann ist es dies: Man hindert Rettungskräfte nicht bei der Arbeit. Im schlimmsten Fall kann es nämlich um Leben und Tod gehen. Diesem 33-Jährigen Mann war das wohl nicht geläufig – oder es war ihm egal. Denn er störte wiederholt Sanitäter bei einem dringenden Einsatz.

Coesfeld – Am Mittwoch (27. Juni) gegen 16.40 Uhr eilten Rettungskräfte zu einem Notfall: Auf der Mittelstraße war ein Mann gestürzt. Er hatte schwere Kopfverletzungen erlitten. Der Rettungswagen stand mittig auf der Straße, denn der Verletzte musste darin schnellstens medizinisch versorgt werden. Das passte einem heranfahrenden Autofahrer (33) aber so gar nicht in den Kram.

Sanitäter waren ihm im Weg

Der 33-jährige Coesfelder kam mit seinem Auto am Rettungswagen nicht vorbei – also forderte er die Einsatzkräfte auf, Platz zu machen. Die waren aber damit beschäftigt, den schwerverletzten Mann zu versorgen. Die unglaubliche Reaktion des genervten Coesfelders: Er setzte sich hinter das Steuer des Rettungswagens.

Der Motor lief, also versuchte der 33-Jährige, den Rettungswagen umzusetzen. Wegen einer Sicherungsschaltung im Auto klappte es aber nicht: Der Motor ging aus. Als wäre das nicht schon genug: Danach griff der Mann zu seinem Handy und filmte die Einsatzkräfte und das Opfer durch die offene Wagentür. 

Polizisten verwarnten den Mann

Weil er die Rettungskräfte so massiv störte, rückte schließlich die Polizei an. Die Beamten belehrten den penetranten Coesfelder. Ihn erwarten nun Anzeigen wegen unterlassener Hilfeleistung/Behinderung von hilfeleistenden Personen sowie des versuchten unbefugten Gebrauchs des Rettungswagens. Sein selbstgedrehtes Filmchen musste der 33-Jährige ebenfalls löschen, das stellten die Beamten sicher.

Auch das Netz empört sich

Die Polizei Coesfeld berichtete in den sozialen Medien von dem skandalösen Zwischenfall. Und auch das Netz ist sich einig: Das geht gar nicht

Rubriklistenbild: © Carsten Rehder/dpa

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