Nach Einsatz in Senden

Leiche lag 8 Jahre in Wohnung: Nutzten Bekannte den Toten schamlos aus?

+
Acht Jahre lang lag ein Mann tot in seiner Wohnung in Senden. Dies könnten einige Bekannte für sich genutzt haben. (Symbolbild)

Bei einem Großeinsatz in Senden stieß die Polizei auf eine halb verweste Leiche. Die Obduktion ergab, dass der Mann bereits seit acht Jahren tot ist. Zum Abschluss der Ermittlungen wurden jetzt weitere grausame Details bekannt.

  • Leichenfund bei Evakuierung in Senden
  • Mann lag acht Jahre lang tot in seiner Wohnung
  • Ermittlungen abgeschlossen

Update: 31. Oktober. Acht Jahre lang lag ein 59-Jähriger tot in seiner Wohnung in Senden, ohne dass es jemand bemerkte. Nur durch Zufall im Rahmen einer Evakuierung des Gebäudes wurde die Leiche gefunden. Nun wurden die Ermittlungen in dem Fall abgeschlossen. Zuvor gab es nochmals mehrere Wohnungsdurchsuchungen in dem Mehrfamilienhaus im Münsterland. Dabei stehen schwere Vorwürfe gegen einige Personen im Raum.

Die Durchsuchungen wurden am Mittwoch (30. Oktober) unter anderem in Senden und Münster durchgeführt, da die Ermittler noch vor einigen ungelösten Fragen standen "Insbesondere die Frage nach der Post, die dem Verstorbenen weiter zugestellt worden war", wie die Polizei mitteilt. Es habe Hinweise darauf gegeben, dass die Anwohner des Hauses an der Schulze-Bremer-Straße die Post des Toten zunächst aufbewahrt und im Laufe der Zeit weggeschmissen hatten

Nur wenige Monate später gab es erneut einen Großeinsatz in der Region: 13 Menschen mussten in Nottuln gerettet werden, als ein Mehrfamilienhaus Feuer fing. In der Nähe fanden Einsatzkräfte zudem einen leblosen Mann: Zeugen hatten in Olfen (Kreis Coesfeld) den Notruf gewählt. Für den Bewohner der Wohnung kam jedoch jede Hilfe zu spät. 

Weiterhin stand der Verdacht der Raum, dass vom Konto des Verstorbenen aus Senden widerrechtliche Abbuchungen getätigt wurden. Im Rahmen der Wohnungsdurchsuchungen fanden die Ermittler Beweise, die diesen Verdacht erhärten. Wie eine Pressesprecherin der Polizei Coesfeld auf Anfrage bestätigte, sei es wohl im Bekanntenkreis des 59-Jährigen ein "offenes Geheimnis" gewesen, dass der Mann verstorben sei.

Dies könnten einige Personen, die den Toten kannten, schamlos ausgenutzt haben. Die Ermittler fanden im Rahmen der Wohnungsdurchsuchungen Beweise dafür, dass tatsächlich Geld vom Konto des Mannes aus Senden abgehoben wurde und dessen Post aufbewahrt und schließlich weggeworfen wurde. Die Polizei hatte zuvor Verfahren gegen einige Personen wegen Betrugs und Verletzung des Briefgeheimnisses eingeleitet. 

Vor Kurzem ereignete sich außerdem ein tragisches Unglück: Auf einem Autohof bei Senden wurde eine Frau von einem Lkw überrollt. Die 54-Jährige erlag ihren Verletzungen und starb.

Leichenfund in Senden: Neue Details bekannt

Update: 11. Oktober. Die Polizei hat bereits mehrere Zeugen, die in demselben Haus in Senden wohnten, in der auch der mittlerweile Verstorbene lebte, vernommen. Das Obduktionsergebnis ergab, dass der 59-Jährige um die Jahreswende 2011/2012 verstarb. Hinweise auf einen gewaltsamen Tod gibt es nicht. Der Leichnam wurde nun zur Bestattung freigegeben.

Für Aufregung sorgten Gerüchte, in dem Haus in Senden habe es einen Polizeieinsatz gegeben, ohne dass der Tote gefunden wurde. Dazu äußerte sich nun die Coesfelder Beamten: "Der Einsatz wurde den Vernehmungen nach telefonisch von einer Bewohnerin des Hauses veranlasst. Diese war jedoch nicht mehr persönlich vor Ort, als die Polizisten an der Wohnung eintrafen." 

Die Polizisten hätten im Haus keinen Verdacht geschöpft, dass sich in dem Gebäude eine Leiche befindet. Aus Datenschutzgründen sind elektronische Belege zu dem Einsatz in Senden nicht mehr vorhanden. Ein handschriftlicher Vermerk aus der Wache in Lüdinghausen gehe jedoch hervor, dass es am 8. März 2012 zu einem Polizeieinsatz im Haus an der Schulze-Bremer-Straße gab.

Daraus gehe jedoch nicht hervor, so die Polizei, in welchem der 39 Wohnungen des Mehrfamilienhauses in Senden der Einsatz stattgefunden habe. Da an diesem Tag keine Verdachtsmomente geschöpft wurden, seien keine weiteren Maßnahmen getroffen worden.

Derzeit ermittelt die Polizei auch in einem weiteren Fall: Auf der Promenade in Münster wurde ein 20-Jähriger überfallen, brutal attackiert und anschließend ausgeraubt. Die Beamten fahnden nun nach vier Verdächtigen.

Leiche in Senden nur durch Zufall entdeckt

Update: 27. September. Wie die Polizei Coesfeld auf Nachfrage mitteilte, lag die Leiche, die bei der Evakuierung eines Hochhauses in Senden gefunden wurde, schon seit mehreren Jahren in der verschlossenen Wohnung. Den Aussagen der Polizei zufolge muss der Mann bereits zum Jahreswechsel 2011/2012 verstorben sein. 

Das Verschwinden des Alleinstehenden wurde nur von einer Nachbarin in Senden gemeldet. In einem Artikel schreiben die WN – die zuerst über den Leichenfund berichtet hatten –, was die Frau unternommen hat, um den vermissten Mann zu finden

Bei dem Verstorbenen handelte es sich jedoch nicht um den einzigen Toten in der Wohnung: Auch den verwesten Körper seines Hund namens Linus fanden die Einsatzkräfte in Senden. Das Tier war nach dem Tod seines Herrchens eingesperrt gewesen und schließlich neben dem Mann gestorben. 

Leichenfund bei Evakuierung in Senden: Jetzt liegt das Obduktionsergebnis vor

Update: 26. September. Während der Evakuierung eines Hochhauses in Senden am vergangenen Wochenende machten die Einsatzkräfte einen erschreckenden Fund: In einer Wohnung stießen sie auf eine männliche Leiche. 

Augenscheinlich hatte der Tote schon seit längerer Zeit in seiner Wohnung gelegen, denn die Leiche war bereits teilskelettiert, wie die Polizei Senden berichtet. Nach den abgeschlossenen Löscharbeiten in dem Hochhaus wurde die Leiche in Münster obduziert – dem Ergebnis nach kann ein Verbrechen in diesem Fall ausgeschlossen werden. 

Hochhaus in Senden evakuiert: 70 Menschen vor Feuer gerettet 

Erstmeldung: 24. September. Senden – Im Keller eines Hochhausgebäudes an der Schulze-Bremer-Straße brach in der Nacht zu Sonntag (22. September) ein Feuer aus. Da über das Kellergeschoss eine Verbindung zum angrenzenden Haus besteht, mussten beide Gebäude evakuiert werden. 70 Menschen befanden sich zum Zeitpunkt des Brandes in den Häusern. 

Für die Bewohner der siebenstöckigen Bauten wurde eine Betreuungsstelle in der Steverhalle in Senden eingerichtet. Da der Brand rechtzeitig bemerkt wurde, wurde niemand verletzt – drei Menschen hatten jedoch mit Kreislaufproblemen zu kämpfen und wurden medizinisch versorgt. 

Die Flammen waren um 1.07 Uhr ausgebrochen – ein Zeuge hatte Rauch durch einen Gullydeckel aufsteigen sehen. Da der Keller so groß ist, erwiesen die Löscharbeiten sich als kompliziert und dauerten bis in die Mittagsstunden des Folgetages. Insgesamt waren 50 Kräfte der Feuerwehr in Senden im Einsatz. Zudem kümmerten sich Angestellte des Deutschen Roten Kreuzes um die Bewohner. 

Die Bewohner der Häuser in Senden konnten am Sonntagnachmittag zurück in ihre Wohnungen. Daran war kein Schaden entstanden. Warum das Feuer ausbrach, konnte bislang noch nicht geklärt werden. 

In einer ähnlichen Situation wie die Bewohner in Senden fanden sich kürzlich Hotelgäste in der Domstadt wieder: Mitten in der Nacht musste die Einrichtung in Münster bei einem Brand evakuiert werden. Nun wird wegen versuchten Mordes gegen den Hotelleiter ermittelt. Stundenlang mussten die Wehrmänner in diesem Fall arbeiten: Die Löscharbeiten bei einem Großbrand in Emsdetten zogen sich über mehrere Tage hin. Vor einigen Monaten brannte es schon einmal in der Gemeinde: Eine Lagerhalle in Senden brannte komplett nieder – es entstand ein Schaden in Millionenhöhe. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare