Covid-19

Coronavirus bei Westfleisch: Schlachthof nimmt Testbetrieb auf

Beim Schlachtbetrieb Westfleisch (Coesfeld) infizierten sich hunderte Mitarbeiter mit dem Coronavirus. Jetzt wird der Betrieb wieder aufgenommen.

  • Bei der Firma Westfleisch sind hunderte Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. 
  • Das Unternehmen in Coesfeld überschreitet somit die Obergrenze für die Lockerungen in NRW. 
  • In dieser Woche wird der Betrieb wieder aufgenommen.

Update: 19. Mai. Knapp eine Woche lang ruhte der Betrieb beim Schlachthof Westfleisch in Coesfeld, nachdem sich dort 279 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert hatten. Ab dem heutigen Dienstag (19. Mai) soll in der Kreisstadt der Betrieb wieder aufgenommen werden.

Wie die Stadt Coesfeld mitteilt, startet Westfleisch am Dienstag mit einem Testbetrieb. Unter Einschränkungen wird die Arbeit schrittweise wieder hochgefahren – zunächst noch ohne Schlachtung und Zerlegung der Tiere. "Unser Gesundheitsamt hat mittlerweile die zweite Testung der Westfleisch-Beschäftigten, die bereits zuvor negativ getestet waren, soweit vorgenommen. Die Ergebnisse sind durchaus ermutigend. Trotzdem bleibt es wichtig, konsequent auf die Einhaltung des Hygienekonzeptes zu achten", betont Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr.

Die beiden Testreihen ergaben, dass sich 759 Mitarbeiter von Westfleisch nicht mit dem Coronavirus infiziert hatten. Am Mittwoch (20. Mai) sollen dann in einer weiteren Testphase 1500 Tiere geschlachtet werden. Nachdem die Fälle von Covid-19 im Betrieb festgestellt wurde, hatte es harsche Kritik an den Arbeitsbedingungen im Schlachtbetrieb gegeben.  In einem weiteren fleischverarbeitenden Betrieb kam es zum Ausbruch: Nach Tausenden Neuinfektionen mit dem Coronavirus bei Tönnies droht der Lockdown nun auch im Kreis Warendorf.

Coronavirus bei Westfleisch in Coesfeld: Betrieb ruht am Montag

Update: 18. Mai. Bis zum heutigen Montag (18. Mai) sollte der Betrieb bei Westfleisch in Coesfeld ursprünglich ruhen, nachdem sich über 200 Mitarbeitern mit dem Coronavirus infiziert hatten. Die Firma gab nun bekannt, dass die Arbeit zu Beginn der 21. Kalenderwoche noch weiter ruhen wird.

"Wir wollen an allererster Stelle ein sicheres, stufenweises Wiederanfahren unserer Produktion gewährleisten und nehmen uns daher gemeinsam mit allen Beteiligten die Zeit, um dieses komplexe Vorhaben auf alle Details hin zu überprüfen", betont Carsten Schruck, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von Westfleisch. Bis zur Wiederaufnahme des Betriebs in Coesfeld seien noch einige Verbesserungen hinsichtlich der Hygienemaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus notwendig.

"Das gemeinsam erarbeitete, strenge Hygienekonzept macht ein stufenweises Hochfahren des Betriebes bei entsprechender Einhaltung verantwortbar", erklärt Coesfelds Bürgermeister Heinz Öhmann. Wie es mit Westfleisch weitergehen soll, wird am Montag entschieden.

Knapp eine Woche ruhte der Betrieb bei Westfleisch in Coesfeld.

Coronavirus bei Westfleisch (Coesfeld): Weiter steigende Infektionszahlen

Update: 12. Mai. Die Zahl der Infizierten Westfleisch-Mitarbeiter steigt weiter an. Wie die Kreisverwaltung Coesfeld mitteilt, sind mittlerweile 254 Personen an Covid-19 erkrankt. Insgesamt wurden 1008 Corona-Tests durchgeführt.

"Die Testung der Beschäftigten, aber auch die Umsetzung der Quarantäne-Anordnungen standen bei unseren aktuellen Begehungen in den Unterkünften im Vordergrund", betont Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr. Bei einem Coronavirus-Patienten wurde ein Verstoß gegen die Quarantäne-Verordnung festgestellt. Sonst habe es am vergangenen Wochenende keine gravierenden Mängel bei Westfleisch in Coesfeld gegeben.

"Die systematische Überprüfung der Wohnstätten wird fortgesetzt und intensiviert – auch unter arbeitsschutzrechtlichen Aspekten", so Schulze Pellengahr. Coesfeld ist derzeit der einzige Kreis im Münsterland, bei dem der Wert der Coronavirus-Infektionen mit 85 pro 100.000 Einwohnern über dem Grenzwert von 50 liegt. Die Krise bei Westfleisch sorgt nun auch für eine generelle Debatte über die Zustände in den Schlachtbetrieben.

"In Schlachthöfen muss deutlich mehr unternommen werden, um die Risiken für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu reduzieren", sagt DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel im Hinblick auf die Zustände bei Westfleisch in Coesfeld. Dagegen betont Freddy Adjan, Vize-Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG): "Diese Krise macht deutlich, wie überfällig es ist, auf Stopp zu drücken und den ruinösen Preiskampf beim Fleisch zu beenden."

Nun gab es weitere Coronavirus-Infektionen bei Westfleisch in Coesfeld. Die Kritik an der Branche wird immer lauter. 

Über 200 Coronavirus-Infizierte bei Westfleisch: Lage in Coesfeld spitzt sich zu

Update: 11. Mai. Die Zahl der Mitarbeiter von Westfleisch in Coesfeld, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, ist in den vergangenen Tagen weiter angestiegen. Mittlerweile sind in dem Betrieb 230 Beschäftigte an Covid-19 erkrankt. 

Derweil hat das Verwaltungsgericht Münster einen Eilantrag gegen die befristete Schließung des Schlachthofes in Coesfeld abgelehnt. Der Grund: Die Verfügung von Westfleisch sei "nach Aktenlage aller Voraussicht nach rechtmäßig". Die Kreisverwaltung in Coesfeld teilte mit, dass mittlerweile 959 Beschäftigte des Betriebes auf das Coronavirus getestet wurden.

Zuvor hatte das Amt für Arbeitsschutz bei Westfleisch in Coesfeld Mängel bei den Hygienevorschriften festgestellt. So konnte weder am Zerlegerband, noch am in den Umkleiden der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden, der notwendig ist, um eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 zu meiden. Auch der Mund- und Nasenschutz sei nicht richtig getragen worden.

Coronavirus bei Westfleisch (Coesfeld): "Unzureichende Vorsichtsmaßnahmen"

Für das Gericht sei Westfleisch "aufgrund ersichtlich unzureichender Vorsichtsmaßnahmen" zu einer "erheblichen epidemiologischen Gefahrenquelle" für die Verbreitung des Coronavirus geworden. Bis zum kommenden Montag (18. Mai) soll der Betrieb in Coesfeld geschlossen bleiben. Mittlerweile formt sich breiter Protest gegen die Schlachtbetriebe. Die Facebook-Seite "Stoppt Westfleisch" zählt bereits über 1000 Follower.

Über 200 Coronavirus-Infektionen gab es bei Westfleisch. Dort wurden die Coronavorschriften nicht rechtmäßig durchgeführt.

Coronavirus: Infizierte Mitarbeiter bei Westfleisch in Coesfeld

Erstmeldung: 8. Mai. Coesfeld – Eigentlich sinkt die Zahl der Neuinfektionen im Münsterland mit dem Coronavirus kontinuierlich. Doch die Kreisstadt Coesfeld bildet da eine Ausnahme: Ganze 129 Angestellte der Firma Westfleisch wurden am Donnerstag (7. Mai) positiv getestet. 

129 Mitarbeiter von Westfleisch in Coesfeld infiziert – Grenze der Ansteckungen überschritten

Damit hat die Stadt Coesfeld die von der Regierung in NRW festgelegte Obergrenze von 50 Fällen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche bereits überschritten. Die Grenze wurde gezogen, um die sichere Rückkehr in den Alltag zu gewährleisten und gilt als Bedingung für die zuletzt für NRW verabschiedeten Lockerungen zum Coronavirus

Rund 1200 Menschen arbeiten bei Westfleisch in Coesfeld. Davon sind nun 129 mit dem Coronavirus infiziert – weitere Testergebnisse stehen noch aus. Alle Angestellten werden auf das Virus untersucht. Dennoch wird der Betrieb fortgesetzt, wie der WDR berichtet. Was die Quelle der zahlreichen Ansteckungen in dem Unternehmen ist, konnte noch nicht geklärt werden. 

Coronavirus bei Westfleisch (Coesfeld): Droht ein erneuter Lockdown? 

Ob im Kreis Coesfeld nun wieder ein Lockdown droht, bleibt abzuwarten. Landrat Dr.Christian Schulze Pellengahr geht jedoch nicht von der Aufhebung der Lockerungen aus. Solange der Ausbruch sich örtlich eingrenzen lasse, gelte dies auch für die Beschränkungen: "Abgesehen von dem Ausbruch bei Westfleisch, waren die Zahlen zu den Neuansteckungen in der Bevölkerung des Kreises in den letzten Tagen stagnierend oder leicht rückläufig."

Derweil sollen positiv auf das Coronavirus getestete Mitarbeiter von Westfleisch in eigens von dem Unternehmen angemieteten Wohnungen in Coesfeld zusammen untergebracht werden. So soll die Quarantäne konsequent gewährleistet werden. Insgesamt wurden im Kreis Coesfeld bislang 676 Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen. 20 Personen sind an dem Virus verstorben.  

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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