Öffnungen

Kreis Warendorf öffnet Außengastronomie und lockert Corona-Regeln

Bundes-Notbremse, Ausgangssperren – all das können die Bürger im Kreis Warendorf nun hinter sich lassen. Aufgrund der niedrigen Inzidenzen werden die Corona-Regeln zudem deutlich gelockert.

Kreis Warendorf – Mit einer positiven Meldung können die Einwohner im Kreis Warendorf ins Wochenende starten: Die 7-Tage-Inzidenz wird aller Voraussicht nach am Samstag (15. Mai) den fünften Werktag in Folge unter der kritischen Grenze von 100 liegen. Diese Entwicklung bedeutet nicht nur einen positiven Trend bei den Corona-Fallzahlen, sondern auch, dass nun weitreichende Öffnungen vorgenommen werden können – unter anderem in der Gastronomie.

Kreis:Warendorf
Einwohner:277.840 (31. Dezember 2019)
Bundesland:NRW

Kreis Warendorf setzt Notbremse aus – diese Corona-Lockerungen kommen

Wie der Kreis Warendorf berichtet, soll die Bundes-Notbremse in der Nacht zu Montag (17. Mai) außer Kraft gesetzt werden. Ab 0.00 Uhr gilt dann auch die Ausgangssperre nicht mehr. Hinzu kommen weitreichende Öffnungen, die den Vorgaben der neuen Corona-Lockerungen für NRW entsprechen. Für die meisten Bereiche gilt, dass nur Geimpfte, Genesene und negativ Getestete Zugang erhalten. Sie müssen entsprechende Nachweise vorzeigen können. Ein negativer Schnelltest darf dabei maximal 48 Stunden alt sein. „Um ihren Impfstatus zu dokumentieren, sollten Geimpfte ihren Impfausweis bei sich tragen“, rät auch Landrat Dr. Olaf Gericke (CDU).

Diese Lockerungsschritte hatte die Landesregierung am Mittwoch verkündet. Sie gelten mit dem Inkrafttreten der aktualisierten Corona-Schutzverordnung bereits ab Samstag (15. Mai) überall dort, wo die Inzidenz an fünf Werktagen in Folge unter 100 liegt. In Warendorf ist dies dann ab Montag der Fall. Folgende Änderungen hat der Kreis für den Wochenstart angekündigt:

  • Kontaktbeschränkungen: In der Öffentlichkeit erlaubt sind wieder Zusammenkünfte von zwei Hausständen mit bis zu fünf Personen, Kinder bis 14 Jahre zählen hierbei nicht mit, ebenso Personen mit der vorgenannten nachgewiesenen Immunisierung. Ab einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 dürfen sich bis zu zehn Personen aus höchstens drei Haushalten treffen, auch hier zählen Kinder bis 14 Jahre als auch der zuvor genannte Personenkreis nicht mit.
  • Musikunterricht, Sport und Bildung: Musikunterricht für Jugendliche bis einschließlich 18 Jahren ist in Innenräumen künftig wieder für Gruppen bis fünf Personen zulässig, im Freien bis höchstens 20 Personen. Schwimmkurse für Kinder dürfen in Hallenbädern mit bis zu fünf Kindern stattfinden, in Freibädern dürfen höchstens 20 Kinder am Schwimmunterricht teilnehmen. Ab einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 sind alle berufsbezogenen Bildungsangebote wieder in Präsenz zulässig, jedoch sollte hier der Wechselunterricht genutzt werden.
  • Kontaktfreier Sport ist ab Montag auf Sportanlagen unter freiem Himmel für bis zu 20 Personen erlaubt. Die Sportler müssen dabei einen Mindestabstand von fünf Metern einhalten. Kontaktsport ist nur für max. 20 Kinder bis einschließlich 14 Jahren zulässig. Ab einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 darf Kontakt- und kontaktfreier Sport im Freien wieder ohne Begrenzung ausgeübt werden. Bei Kontaktsport in Innenräumen müssen die Sportler ein negatives Schnelltestergebnis nachweisen und die Rückverfolgbarkeit sicherstellen.
  • Freibäder dürfen mit Personenbegrenzung zur Sportausübung öffnen, wenn die Besucher einen negativen Schnelltest nachweisen können und die Liegewiesen geschlossen bleiben. Ab einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 dürfen die Liegewiesen genutzt werden und die Begrenzung auf die reine Sportausübung entfällt. Die Besucher müssen jedoch weiterhin ein negatives Schnelltestergebnis nachweisen.
  • Kunst und Kultur: Konzerte sowie Theater- und Kinoaufführungen sind künftig im Freien mit höchstens 500 Zuschauerinnen und Zuschauern zulässig. Voraussetzung ist aber ein negatives Schnelltestergebnis der Besucher. Zudem muss die Rückverfolgbarkeit sichergestellt und der Mindestabstand eingehalten werden. Ab einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 dürfen diese Veranstaltungen auch wieder in Innenräumen stattfinden. In Museen, Galerien, Schlössern und Gedenkstätten sind ab einer stabilen Inzidenz von unter 50 auch wieder Führungen möglich.
  • Einzelhandel: Der Einzelhandel (außerhalb des täglichen Bedarfs) ist ab Montag wieder mit Personenbegrenzung geöffnet. Termine müssen nicht mehr vereinbart werden, jedoch brauchen Kundinnen und Kunden ein negatives Schnelltestergebnis. Ab einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 ist der Zutritt auch ohne Schnelltest möglich.
  • Friseurbesuche und körpernahe Dienstleistungen: „Für den Friseurbesuch ist ab nächster Woche kein negativer Schnelltest mehr nötig“, erläutert Krisenstabsleiterin Petra Schreier. Dies gelte auch für andere körpernahe Dienstleistungen. Nur für den Fall, dass Kundinnen oder Kunden zulässigerweise keine Maske tragen müssen, bedarf es weiterhin eines bestätigten negativen Schnelltests.
  • Außengastronomie mit negativem Schnelltest: Auch die Außengastronomie darf wieder öffnen. Voraussetzung ist jedoch ein negatives Schnelltestergebnis der Besucher. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 50, dürfen auch die Innenbereiche der Gaststätten wieder öffnen, wenn die Gäste einen negativen Schnelltest vorweisen können und der Mindestabstand zwischen den Tischen zwei Meter beträgt.
  • Tourismus: Übernachtungen zu touristischen Zwecken sind mit negativem Schnelltest wieder möglich. Hotels, Pensionen usw. dürfen jedoch nur höchstens 60 Prozent ihrer Räumlichkeiten belegen und in Innenräumen nur ein Frühstück anbieten. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 50, entfallen diese Beschränkungen.

Positiver Trend im Kreis Warendorf – doch Landrat Gericke mahnt zur Vorsicht

Bei der Unterschreitung der 50er Inzidenz sieht die Corona-Schutzverordnung für NRW weitere Lockerungen vor. So dürfte dann auch die Innengastronomie wieder öffnen, zudem wären private Veranstaltungen mit bis zu 100 Gästen unter freiem Himmel erlaubt. Trotz der positiven Aussichten im Kreis Warendorf mahnt Olaf Gericke weiter zur Vorsicht. (Bei msl24.de erfahren Sie, wo im Münsterland noch überall die Corona-Regeln in den kommenden Tagen gelockert werden.)

Bei aller Freude über die sinkenden Fallzahlen und die Lockerungen müssen wir weiter vorsichtig bleiben. Denn sobald die Inzidenz wieder steigt und an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt, greift die Notbremse aus dem Infektionsschutzgesetz wieder automatisch am übernächsten Tag.

Olaf Gericke (CDU), Landrat Kreis Warendorf
Ab Montag darf auch im Kreis Warendorf die Außengastronomie wieder öffnen. (Symbolbild)

Auch in den anderen Landkreisen im Münsterland sieht die Lage derzeit gut aus: Münster hat mit 35,5 am Freitag die niedrigste Inzidenz in ganz NRW und liegt als einzige Kommune unter der 50er Marke. Und auch der Kreis Borken wird nun ebenfalls erste Corona-Lockerungen durchführen, sogar schon am Sonntag.

Rubriklistenbild: © Ronny Hartmann/dpa

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