Covid-19

"Es geht um Leben und Tod": Laschet mit dringlichem Appell an Bevölkerung

Das Coronavirus legt das gesellschaftliche Leben in Deutschland lahm. Nun verkündet die NRW-Landesregierung um Armin Laschet weitere Maßnahmen. Auch Münster und die Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt  und Warendorf sind betroffen.

  • Das Coronavirus Sars-Cov-2 verbreitet sich immer weiter.
  • Schulen und Kitas wurden bereits geschlossen.
  • Die NRW-Landesregierung beschließt nun weitere Maßnahmen.

Update: 17. März, 14.08 Uhr. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich am Dienstag (17. März) erneut ausführlich zur Lage im Bundesland geäußert. In einer Pressekonferenz in Düsseldorf richtete er dabei warnende Worte an die Bürger hinsichtlich des Coronavirus.

"Es geht um Leben und Tod – so einfach ist das", lautete seine Warnung. Er appellierte eindringlich an alle Menschen in NRW, zu Hause zu bleiben. Nur so könne das Coronavirus eingedämmt werden. Zudem wurde beschlossen, dass alle Restaurants im Bundesland bereits ab 15 Uhr schließen werden. Dieser Erlass gilt ab Mittwoch (18. März). Auch sämtliche Spielplätze werden geschlossen.

Laschet riet zudem von Reisen ins Ausland ab. Des Weiteren sind Hotelbetreiber dazu aufgerufen, Übernachtungen abzulehnen, die lediglich einen touristischen Hintergrund haben. In NRW sind mittlerweile zwölf Menschen am Coronavirus Sars-CoV-2 verstorben. Dabei habe es sich um "schwer vorerkrankte Menschen" gehandelt. 

Durch die Maßnahmen soll verhindert werden, dass eine intensivmedizinische Behandlung von Coronavirus-Patienten nicht mehr möglich ist. Auch eine komplette Ausgangssperre wie in Italien und Spanien solle somit verhindert werden.

Coronavirus: NRW-Regierung beschließt weitere Maßnahmen 

Erstmeldung: 16. März. NRW/Münsterland – Zuerst wurden Großveranstaltungen untersagt, dann wurden Schulen und Kitas geschlossen, nun folgen weitere Maßnahmen. Im Kampf um die fortschreitende Verbreitung des Coronavirus beschloss die Landesregierung in NRW um Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Sonntag (15. März) in einer Kabinettssitzung viele weitere Schließungen und Betretungsverbote. Davon sind natürlich auch die Stadt Münster sowie die Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf betroffen. Die Kreise im Münsterland haben derweil jeweils eigene Telefon-Hotlines zum Coronavirus eingerichtet

Münsterland: NRW schließt Bars, Clubs und Kinos

Der Beschluss greift notgedrungen weitreichend in den Freizeitbereich der Menschen ein: Nachdem bereits in einzelnen Städten wie Münster städtische Veranstaltungen abgesagt und Clubs und Discos geschlossen wurden, sind die neuen und bindenden Maßnahmen wegen des Coronavirus weitgreifender: Nun sollen  "nahezu alle Freizeit-, Sport-, Unterhaltungs- und Bildungsangebote im Land eingestellt werden", heißt es in der Pressemeldung. Dies betrifft zum Beispiel:

  • Bars
  • Clubs
  • Diskotheken
  • Spielhallen
  • Theater
  • Kinos
  • Museen
  • Prostitutionsbetriebe

NRW/Münsterland: Fitness-Studios geschlossen – Kaum Zutritt zu Einkaufszentren

Zudem untersagt die NRW-Landesregierung wegen des Coronavirus den Betrieb von Sportstätten wie Fitness-Studios, Schwimm- und Spaßbädern und Saunen. Ebenso müssen nun alle weiteren Sport- und Freizeiteinrichtungen schließen. Die Teilnahme an Angeboten in außerschulischen Bildungsstätten wie Volkshochschulen und Musikhochschulen werden ebenfalls untersagt.

Auch auf Einkaufszentren, wie es auch einige im Münsterland gibt, hat der Erlass der NRW-Landesregierung Auswirkungen: Zugang bekommt nur, wer wegen "dringenden Bedarfs" einkaufen muss, außerdem gebe es strenge Auflagen, heißt es in der Presseerklärung. Dies habe nicht zuletzt den Grund, angesichts der Schulschließungen in NRW wegen des Coronavirus zu verhindern, dass sich Schüler in Gruppen dort aufhalten. 

NRW/Münsterland: Supermärkte, Apotheken und Banken bleiben geöffnet

Während also die Freizeitmöglichkeiten in NRW und somit auch dem Münsterland weitestgehend eingeschränkt werden, soll die Versorgung mit Lebensmitteln, Kleidung, Bargeld, Dingen des täglichen Gebrauchs und Arzneimitteln weiterhin gewährleistet werden. So bleiben Supermärkte, Banken, bestimmte Geschäfte, Apotheken und Drogerien geöffnet

Auch Restaurants, Bibliotheken, Gaststätten und Hotels sollen trotz des Coronavirus geöffnet bleiben – sie sind allerdings an strenge Auflagen gebunden. Ministerpräsident Laschet erklärt dazu: "Wir müssen in dieser ernsten Lage die notwendige Versorgung in vollem Umfang sicherstellen. Aber alle Freizeitaktivitäten und nicht unbedingt notwendige soziale Kontakte müssen unverzüglich vermieden werden. So sehr das für viele Menschen ein Opfer und eine Einschränkung bedeutet, so wichtig ist es jetzt, besonnen, aber auch entschlossen unser Leben zu entschleunigen."

NRW/Münsterland: Ab wann tritt die Regelung in Kraft?

Die neue Regelung gilt angesichts der fortschreitenden Verbreitung des Coronavirus ab sofort und zunächst bis zum 19. April (Sonntag), also dem Ende der Osterferien. Der neue Erlass betrifft also ebenfalls wie die Schließungen von Schulen und Kitas die kommenden fünf Wochen. "Danach soll auf der Grundlage einer aktuellen Lage-Einschätzung des Robert-Koch-Instituts über das weitere Vorgehen entschieden werden", heißt es in der Presseerklärung weiter.

In anderen Bundesländern folgen ebenfalls weitere Maßnahmen. So rief Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sogar den Katastrophenfall aus. Dem voraus ging eine Erklärung von Innenminister Horst Seehofer (CSU), wegen des Coronavirus mehrere Grenzen Deutschlands zu schließen.

Coronavirus in Münster und den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf

Die Fallzahlen steigen immer weiter: Aktuell sind in Münster 90 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der positiven Testergebnisse stieg zuletzt stark an. Auch in den Kreisen werden immer mehr Fälle bekannt. In Borken stieg die Zahl auf 82 an, im Kreis Coesfeld auf 50.

Im Kreis Steinfurt wurden bislang 80 Menschen positiv auf den Coronavirus getestet, während im Kreis Warendorf 59 Menschen an Covid-19 erkrankten. Den aktuellen Stand der Coronavirus-Infizierungen im Münsterland erfahren Sie bei msl24.de.

Rubriklistenbild: © dpa

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