Regeln und Tipps

Coronavirus: 14 Tage in Quarantäne? Das müssen Sie beachten

Die Zahl der Menschen, die in Deutschland an Covid-19 erkranken, steigt von Tag zu Tag an. Und somit auch die Zahl derer, die sich in Quarantäne begeben müssen. Wie läuft so eine Isolation ab?

  • Immer mehr Menschen infizieren sich mit dem Coronavirus.
  • Für alle Erkrankten und deren Kontaktpersonen wird Quarantäne verordnet.
  • Dies ist in den 14 Tagen zu beachten.

In Deutschland haben sich bislang 12.223 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 19. März, 10 Uhr). Sie alle sind derzeit von der Außenwelt abgeschottet und befinden sich in Quarantäne. Doch nicht nur die an Covid-19 erkrankten Personen befinden sich in Isolation.

Wer in den vergangenen 14 Tagen in Risikogebieten war, muss sich ebenfalls in häusliche Quarantäne begeben. Auch Kontaktpersonen der an Covid-19 Erkrankten dürfen zwei Wochen lang ihre Wohnung nicht mehr verlassen. Doch was ist bei solch einer Quarantäne zu beachten? Was ist erlaubt und was verboten? Wir klären auf.

Coronavirus: Wieso wird Quarantäne verordnet?

Die Quarantäne dient zum Schutz der Mitmenschen. Durch die Isolation soll verhindert werden, dass sich noch mehr Menschen anstecken und sich das Coronavirus, wogegen es noch keinen Impfstoff gibt, unkontrolliert ausbreitet. Durch diese Maßnahme sollen auch die Krankenhäuser entlastet werden, die bei weitem nicht alle Covid-19-Patienten behandeln können. Aktuell sind nachweislich über 700 Menschen im Münsterland mit dem Coronavirus infiziert.

Am Coronavirus erkrankt? So läuft die Quarantäne ab

Bevor das Gesundheitsamt eine 14-tägige Quarantäne verordnet, wird ein Test durchgeführt, um zu sehen, ob eine Infektion durch das Coronavirus Sars-CoV-2 vorliegt. Fällt dieser positiv aus, dürfen Sie ihre Wohnung oder ihr Haus nicht mehr verlassen.

Ab diesem Zeitpunkt dürfen Sie keinen Besuch mehr empfangen, nicht mehr zur Arbeit gehen, keine Freunde und Familienmitglieder treffen und auch nicht mehr einkaufen gehen. Leben Sie in einer WG oder mit ihren Familienmitgliedern zusammen, ist eine räumliche Trennung wichtig, um eine weitere Ansteckung des Coronavirus zu vermeiden.

Sie werden täglich vom Gesundheitsamt kontaktiert und zu ihrem Gesundheitszustand befragt. Wer wegen einer Covid-19-Erkrankung in Quarantäne ist, muss zudem zweimal täglich Fieber messen und darüber Tagebuch führen. Sind die 14 Tage in Isolation vergangen, wird ein weiterer Test durchgeführt. Sind Sie frei vom Coronavirus und haben keine Symptome mehr, können Sie ihre Wohnung wieder verlassen.

Coronavirus: Wie versorge ich mich in der Quarantäne?

Sind sie am Coronavirus erkrankt oder eine Kontaktperson und müssen daher in Quarantäne, sind Einkäufe nicht mehr erlaubt. Fragen Sie Freunde oder Bekannte, ob diese Ihnen Lebensmittel besorgen und vor die Haustür stellen. Wichtig auch hier: Vermeiden Sie jeglichen Kontakt zu anderen und beachten sie die gängigen Hygienevorschriften bezüglich Covid-19.

Falls Sie über Lieferdienste Essen bestellen, lassen Sie den Boten nicht zu sich in die Wohnung, sondern lassen Sie ihn die Pizza vor die Haustür stellen. Dasselbe gilt auch für Postboten. Alternativ bitten Sie Ihre Nachbarn, Pakete für Sie in Empfang zu nehmen.

Wegen Coronavirus in Quarantäne: Darf ich den Müll rausbringen?

Die klare Antwort: Nein. Sie müssen Ihren Müll während der Quarantäne tatsächlich 14 Tage lang deponieren. Nutzen Sie dafür gut verschließbare Müllsäcke. Sie sollten Ihren Müll auch nicht nach draußen stellen, damit Nachbarn diesen wegschmeißen. Die Säcke könnten unter Umständen von Viren befallen sein.

Coronavirus: Darf ich mich in der Quarantäne im Garten aufhalten?

Sofern Sie einen eigenen Garten besitzen, dürfen sie diesen während der 14-tägigen Quarantäne betreten. Sollte es sich jedoch um einen Gemeinschaftsgarten handeln, ist das Betreten in diesem Fall verboten, um keine anderen Personen mit dem Coronavirus anzustecken.

Versuchen Sie die Zeit in der Quarantäne sinnvoll zu nutzen.

Drohen bei Nichteinhaltung der Quarantäne-Regeln Strafen?

Sollten Sie sich trotz der Vorschriften nicht an die Regeln halten, müssen sie tatsächlich mit Strafen rechnen. Dies ist durch das Infektionsschutzgesetz geregelt. Sollten Sie sich während der Quarantäne nicht an die Maßnahmen halten, drohen Ihnen Geldstrafen zwischen 2500 und 25.000 Euro. Auch eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren kann verhängt werden, sofern das Coronavirus durch vorsätzliches Zuwiderhandeln weiterverbreitet wird.  

Coronavirus: Worauf sollte ich in der Quarantäne noch achten?

Die Quarantäne ist für die meisten Menschen eine neue und ungewohnte Situation. Schaffen Sie sich eine Tagesstruktur und setzen Sie sich Ziele für jeden Tag. Zudem könnten Ihnen diese Tipps weiterhelfen:

  • Bleiben Sie mit Freunden und Familie in Kontakt – ob virtuell oder telefonisch.
  • Bleiben Sie körperlich aktiv und betreiben sie während der Quarantäne zu Hause Sport.
  • Wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen, können Sie die telefonische Seelsorge anrufen (0800/1 11 01 11 oder 0800/1 11 02 22 oder 116 123).
  • Bleiben Sie mental aktiv, indem Sie Lesen, Schreiben und Spiele spielen.
  • Bleiben Sie positiv.  

Risikogruppen sind besonders gefährdet durch Covid-19. Medizinstudenten haben jetzt ein Projekt ins Leben gerufen, das für diese Menschen in Münster in der Coronavirus-Krise Einkäufe tätigt. Die Ausgangssperre ist zwar vom Tisch, doch es wurde ein Kontaktverbot angeordnet. Bei Nichteinhaltung der Regel drohen in Zeiten der Coronavirus-Krise harte Strafen.

Rubriklistenbild: © Fotomontage: picture alliance/Center for Disease Control/Planet Pix via ZUMA Wire/dpa / pexels.com

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