Pressekonferenz

Spahn: „Coronavirus-Zahlen stagnieren“ – Steht Wendepunkt in Deutschland bevor?

Angesichts der stagnierenden Corona-Zahlen in Deutschland zeigten sich Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler ratlos.

Berlin – Das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichte am Freitag (19. Februar) die aktuellen Corona-Zahlen. In Deutschland wurden 9113 Neuinfektionen registriert. Damit stieg die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus* in der Bundesrepublik auf 2.369.719. Der RKI-Präsident Lothar Wieler (60) sagte bei der Bundespressekonferenz am Morgen, dass das Ziel einer 7-Tage-Inzidenz von 50 bundesweit fast erreicht sei. Die Zahlen würden jedoch stagnieren.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) teilte seine Einschätzung. Der 40-jährige Politiker stellte zwar fest, dass die Corona-Fälle in Deutschland deutlich gesunken seien und es auch am Freitag einen Rückgang gegeben habe. Doch aus den Daten der vergangenen Tage gehe deutlich hervor, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt nur noch sehr langsam bis gar nicht gefallen sei. Bei der Einordnung der aktuellen Lage kamen beide zu einem ernüchternden Ergebnis.

Land:Deutschland
Hauptstadt:Berlin
Einwohner: 83,02 Millionen (2019)

Aktuelle Corona-Zahlen geben Rätsel auf – Jens Spahn und RKI-Chef Wieler warnen vor Mutationen

Seit dem Corona-Gipfel am 10. Februar mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder sind die Corona-Zahlen jeden Tag gesunken. Doch nach dem Abwärtstrend zeichnet sich in Deutschland nun möglicherweise ein Wendepunkt ab. Die 7-Tage-Inzidenz in Thüringen ist zuletzt sogar wieder gestiegen. Jens Spahn (40) und Lothar Wieler versuchten bei der aktuellen Pressekonferenz in Berlin am Freitag, die Daten einzuordnen.

Doch weder der Bundesgesundheitsminister noch der RKI-Präsident konnten mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, warum sich die Corona-Zahlen aktuell kaum noch verändern. Die Coronavirus-Mutationen, insbesondere die britische Variante, könnte eine Rolle spielen. Doch Wieler wollte sich nicht festlegen. Stattdessen appellierte er wie jedes Mal an alle Menschen, die Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren und die Hygienemaßnahmen zu befolgen. Gleichzeitig warnte er erneut vor den Mutanten.

Coronavirus in Deutschland: Mutationen breiten sich laut Jens Spahn weiterhin aus

Lothar Wieler geht davon aus, dass sich wegen der Veränderung des Coronavirus zukünftig auch immer mehr junge Menschen mit dem Erreger SARS-CoV-2 infizieren werden. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sei in Deutschland aktuell jede fünfte Neuinfektion auf die Britische Mutante zurückzuführen, weshalb die Bundesregierung in Sachen Lockerungen weiterhin sehr zurückhaltend ist.

Lediglich die Friseure dürfen ab dem 1. März in Deutschland wieder öffnen, allerdings müssen Kunden in den Salons einige wichtige Dinge beachten. „Wir müssen beim Öffnen sehr behutsam und vorsichtig vorgehen, um das Erreichte nicht zu verspielen“, sagte Jens Spahn bei der Bundespressekonferenz. „Gemeinsam haben wir in den letzten Wochen schon sehr viel erreicht“, erklärte der Präsident des Robert Koch-Instituts. „Wir stehen aber möglicherweise erneut an einem Wendepunkt“, so Wieler weiter.

Jens Spahn äußert sich zur Corona-Impfung in Deutschland: „Alle Impfstoffe wirken“

Über die aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland berichtete am Freitag auch wa.de*. Die Prognose sei aktuell düster, denn die angestrebte Inzidenz von 35, bei der es weitere Lockerungen geben soll, scheint in weite Ferne zu geraten. Angesichts der derzeitigen Entwicklungen, könnte der Wert, wenn überhaupt, frühstens am 16. März erreicht sein. Unklar ist auch, wie sich die geplanten Schulöffnungen (unter anderem in NRW ab dem 22. Februar) auswirken werden. In NRW solle nun auch die Corona-Schutzverordnung geändert werden.

Die Corona-Impfungen sollen dazu beitragen, die Kontrolle über das Coronavirus zurückzuerlangen. Doch bekanntermaßen tauchten bei diesem Thema immer wieder Probleme auf. Wegen häufigen Nebenwirkungen nach Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca* haben einige Krankenhäuser die Immunisierung sogar kurzzeitig gestoppt. Spahn und Wieler betonten nun aber erneut, dass alle drei in Deutschland zugelassenen Impfstoffe wirkten und unbedenklich seien.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn informiert mit dem RKI-Chef Lothar Wieler über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland.

Pro Tag werden in Deutschland aktuell rund 150.000 Menschen geimpft. Das Tempo soll nun zügig erhört werden. Auch bei den Forschungen zum Ursprung des Coronavirus tut sich was. Ein Wissenschaftler der Uni Hamburg meint, dass das Coronavirus bei einem Labor-Unfall in Wuhan entstanden ist, doch Kritiker zweifeln an seinem Ergebnis und beanstanden seine Methodik. (*Owl24.de und wa.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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