Impf-Nachweis

Digitaler Impfpass ab sofort verfügbar: Alle wichtigen Fragen und Antworten

Früher als gedacht soll er nun kommen: der digitale Impfpass. Dieser soll auch in die Corona-Warn-App integriert werden und ebenso nachträglich erhältlich sein.

Diese Nachricht betrifft Stand Donnerstag (10. Juni) knapp über 19 Millionen Menschen. So viele sind bislang vollständig gegen das Coronavirus geimpft worden. Wer die komplette Immunisierung bekommen hat, kann sich ab sofort mit dem digitalen Impfpass ausweisen.

Wer den alten, unhandlichen gelben Impflappen nicht ständig mit sich herumführen möchte, braucht von nun an nur noch sein Handy. „Der digitale Impfpass wird jetzt Schritt für Schritt ausgerollt und in den Apps verfügbar sein“, erklärte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. Am Mittag erläuterte Jens Spahn (CDU) weitere Details dazu auf einer Pressekonferenz. Wir erklären ihnen jetzt schon, wie die digitale Variante funktioniert.

Der digitale Impfpass: Freiwillig oder Pflicht?

Wie auch die Corona-Impfung ist der digitale Impfpass freiwillig. Wer weiterhin die analoge Variante präferiert, kann sich zukünftig mit dem gelben Lappen ausweisen. Mit beiden Optionen können sich vollständig Geimpfte sowie Genesene ab sofort in Restaurants, Geschäften sowie Konzerten nachweisen. In zwei unterschiedlichen Apps soll dies möglich sein.

Digitaler Impfpass in Corona-Warn-App und CovPass: Wo liegen die Unterschiede?

Seit vergangenem Jahr gibt es in Deutschland die digitale Kontaktverfolgung über die Corona-Warn-App. In die vom Robert Koch-Institut herausgegebene App können vollständig geimpfte Personen ab sofort auch ihren digitalen Impfnachweis hinterlegen. Die neue App namens CovPass stammt hingegen von der Bundesregierung und dient ausschließlich als Impfnachweis. Eine digitale Kontaktverfolgung gibt es hier nicht. Noch ist die App nicht erhältlich. Wie Jens Spahn auf der PK mitteilte, wird sie in den kommenden Tagen zur Verfügung gestellt. Spätestens bis Ende Juni solle der digitale Impfpass verfügbar sein.

Bereits vollständig geimpft? So kommen Sie an den digitalen Impfpass

Die 19 Millionen Bundesbürger, die bereits vollständig immun gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 sind, können ihren digitalen Impfnachweis dort erhalten, wo sie auch geimpft wurden – also zum Beispiel im Impfzentrum Münster oder beim Hausarzt. Laut Bundesgesundheitsministerium kann der Nachweis vom Impfzentrum auch nachträglich per Post zugesendet werden. Ab Montag (14. Juni) können Geimpfte zudem eine Apotheke aufsuchen, um sich ein Dokument mit QR-Code, der in die App eingescannt wird, ausstellen zu lassen. Welche Apotheken den Service anbieten, sehen Sie unter mein-apothekenmanager.de. Dazu erklärte Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, im ARD-Morgenmagazin:

Dazu brauchen sie Ihren Papierbeleg, das ist häufig der gelbe Impfpass und das zweite ist der Personalausweis. Diese beiden Dinge können Sie dann zum Beispiel in der Apotheke vorlegen und dann kann die Apotheke einen entsprechenden elektronischen Code erstellen, der dann letztendlich den digitalen Impfnachweis bedeutet.

Gabriele Regina Overwiening
Wer demnächst Urlaub machen möchte, kann sich ab sofort mit dem digitalen Impfpass ausweisen.

Gilt der digitale Impfpass auch für Genesene?

Mit der Corona-Warn-App können Personen, die von einer Corona-Infektion genesen sind, bereits ihre Genesung digital hinterlegen. Mit der neuen App CovPass soll dies auch möglich sein. Wie genau dies funktionieren wird, werden Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler am Donnerstag bekannt geben. Jens Spahn warnte bei der Vorstellung der CovPass-App jedoch vor zu hohen Erwartungen bezüglich der nachträglichen Ausstellung des Impfnachweises. „Es geht jetzt los, Schritt für Schritt“, sagte der gebürtige Münsterländer.

Rubriklistenbild: © Clara Margais/dpa/Soeren Stache/dpa

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