Corona

Der digitale Impfpass für die Corona-Impfung: Was er kann und wann er kommen soll

Ob beim Reisen, Einkaufen oder für den Konzert-Einlass: Der digitale Impfpass soll den Menschen ein Stück Freiheit wiedergeben und dabei sicherer sein als der herkömmliche Impfpass.

In Deutschland schreiten die Corona-Impfungen weiter voran. Am Montag (26. April) wurden über 19 Millionen verimpfte Dosen gemeldet. Daher wurde beim Impfgipfel mit Angela Merkel und den Länderchefs auch über eine mögliche Rückkehr der Freiheit für Geimpfte debattiert. Dazu soll auch die Einführung des digitalen Impfpasses gehören, wie msl24.de* berichtet.

Der digitale Impfpass beziehungsweise Immunitätsnachweis soll zeigen, dass eine Person gegen das Coronavirus* geimpft oder von einer Corona-Erkrankung wieder genesen ist. Anders als beim analogen gelben Impfbuch bezieht sich die digitale Variante nur auf die Corona-Impfung und verspricht dabei fälschungssicher zu sein.

VirusCoronavirus Sars-CoV-2
Bisher mindestens einmal geimpft19.486.698 Menschen
Vollständig geimpft5.960.243 Menschen

Coronavirus: Wie funktioniert der digitale Impfpass?

Wann genau der digitale Impfpass eingeführt wird, ist noch unklar: Das Bundesgesundheitsministerium von Jens Spahn* plant den Start schon zum Ende des zweiten Quartals 2021. An anderer Stelle ist jedoch erst von einem Start „spätestens zu Beginn der zweiten Jahreshälfte 2021“ die Rede. Die digitale Variante soll dabei das gelbe Impfbuch und die ständige Suche danach ersetzen – da sie einfach per App aufs Smartphone geladen werden kann.

Wie funktioniert der digitale Impfpass? Nachdem Personen zum Beispiel bei ihrem Hausarzt oder im Impfzentrum ihre Corona-Impfung erhalten haben, bekommt der Patient per QR-Code ein Zertifikat zugeteilt, das er vor Ort oder zu Hause mit seinem Handy einscannen kann. Dazu wird im Vorfeld eine App heruntergeladen – in die Corona-Warn-App soll der Code auch eingetragen werden können. Mit dem Impfnachweis sollen den Menschen zum Beispiel nach dem Urlaub Tests und Quarantäne erspart bleiben. Beim Einkaufen würden sie ebenso keinen zusätzlichen Nachweis mehr benötigen, um ein Geschäft betreten zu dürfen. Der Nachweis soll auch nachträglich für bereits Geimpfte erzeugt werden können.

Wie sicher ist der digitale Impfnachweis?

Das Bundesgesundheitsministerium verspricht im Vorfeld, dass der digitale Impfpass sicher gegen Fälschungen sei, nachdem in jüngster Vergangenheit bereits Fälschungen beim gelben Impfpass gemeldet wurden. Dennoch bestünde die Gefahr, so der Deutschlandfunk, dass die Infrastruktur des Zertifikats angreifbar sei. Experten weisen vor allem auf die schwache IT-Infrastruktur bei Hausärzten hin. Sollte ein QR-Code in falsche Hände gelangen, sei es binnen kürzester Zeit möglich, Tausende gefälschte Impfnachweise herzustellen. Ein Vorteil beim digitalen Impfnachweis besteht jedoch darin, dass Fälschungen bei Updates der App wieder ungültig gemacht werden können.

Der digitale Impfpass soll bald eine Corona-Impfung nachweisen. (Symbolbild)

Wie ruhr24.de* berichtet, könnte das Bundesland Brandenburg schon bald als Modellregion für den digitalen Impfpass fungieren. Dieser soll zudem nicht verpflichtend sein – wer will, kann auch weiterhin auf das gelbe Buch setzen. Zudem soll die digitale Variante in der Form wohl nur eine Übergangslösung darstellen. Denn ab 2022 soll der Corona-Impfnachweis flächendeckend Teil der elektronischen Patientenakte (ePA) werden, die dem Gesundheitssystem die notwendige Digitalisierung verschaffen soll. (*msl24 und ruhr24 sind Angebote von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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