Nach Bluttat in Dülmen

"Ich habe ihn geliebt": Angeklagte bestreitet Mord an Ehemann

+
Der 86-Jährigen wird am Landgericht Münster der Prozess gemacht.

Eine Bluttat ereignete sich im Dezember in Dülmen: Die Polizei fand einen 86-Jährigen tot in seiner Wohnung. Nun steht seine Ehefrau vor Gericht, angeklagt wegen Totschlags – doch die erzählt ihre eigene Version der Geschichte.

Update: 14. Juni. Mit einem Holzschrubber soll eine demenzkranke Frau aus Dülmen ihren Ehemann in der eigenen Wohnung getötet haben. Die Tat ereignete sich am ersten Weihnachtstag 2018. Am Landgericht Münster kam es nun zum Prozess gegen die 86-Jährige.

Dort bestritt die Frau, ihren gleichaltrigen Mann ermordet zu haben. "Ich habe meinen Mann nicht getötet. Ich habe ihn geliebt“, verteidigte sie sich vor Gericht, Die Staatsanwaltschaft geht von einer ausgeprägten Kritikminderung und einer Überforderung in der Pflege aus. Da sie möglicherweise als schuldunfähig gilt, wird sie vermutlich nicht verurteilt und stattdessen in eine Psychiatrie eingewiesen. 

Der Ehemann der Angeklagten wurde am 25. Dezember tot in der Wohnung aufgefunden. Seine Ehefrau soll ihn mit Tritten und mit einem Holzschrubber derart traktiert haben, bis dieser verstarb. Auch der 86-Jährige litt an einer Demenz. Die Angeklagte gab gegenüber der Polizei an, dass ihr Mann in der Küche gestürzt sei. "Wir haben uns gut verstanden, wir waren glücklich", sagte sie vor dem Landgericht. Das Urteil wird am 12. Juli erwartet.

Mord an Weihnachten? Neue Details zur Bluttat in Dülmen

Update: 11. März. Über zwei Monate wurde ermittelt: Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Münster gegen die Frau, die beschuldigt wird, ihren Ehemann am 25. Dezember 2018 in der gemeinsamen Wohnung in Dülmen getötet zu haben, einen Antrag zur Sicherheitsverwahrung gestellt. Sie sei aufgrund ihrer fortschreitenden Demenz ohne Pflege eine Gefahr für die Allgemeinheit.

In der besagten Nacht soll die Beschuldigte ihren 86-jährigen Ehemann mit Tritten sowie mit einem Holzschrubber derart traktiert haben, bis dieser starb. Der Getötete litt ebenfalls an einer Demenz. Seine gleichaltrige Ehefrau sei mit der Pflege des Mannes überfordert gewesen, so die Staatsanwaltschaft. Dies dürfte die Ursache für die Geschehnisse am ersten Weihnachtstag gewesen sein.

Im Ermittlungsverfahren bestritt die Frau, ihren Ehemann getötet zu haben. Er sei, so die Beschuldigte, in der Küche gestürzt und habe sich am Kopf verletzt. Aufgrund ihrer Erkrankung könnte die 86-Jährige zum Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen sein.

Mord an Weihnachten? Ehefrau verlegt - Zweifel an Schuldfähigkeit

Update: 3. Januar. Die Ehefrau (86), die unter Verdacht steht, ihren Ehemann an Weihnachten in Dülmen getötet zu haben, wurde nun in ein psychiatrischen Krankenhaus verlegt. Bislang hatte sie sich in einer Psychiatrie aufgehalten. [Anmerkung der Redaktion: Wir haben es bis 11.15 fälschlicherweise andersherum berichtet, den Fehler nun aber korrigiert.]

Eine Untersuchung habe ergeben, dass die Frau "an einer psychischen Erkrankung in Form einer beginnenden Demenz leidet", erklärt Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. Demnach wäre die Dülmenerin nur eingeschränkt schuldfähig. 

Vor dem Haftrichter hatte die Frau abgestritten, ihren Mann ermordet zu haben. Das 86-jährige Mordopfer litt ebenfalls an Demenz. 

Hat sie ihn ermordet? Ehefrau in Dülmen unter Tatverdacht

Erstmeldung: 27. Dezember. Dülmen – Die Polizei bekam am Tag nach Heiligabend (25. Dezember) gegen 17.25 Uhr einen Hinweis, dass sich ein Mann in seiner Wohnung vermutlich in einer hilflosen Lage befände. Schnell rückten die Beamten zur Wohnung an und fanden dort einen 86-Jährigen in seiner Wohnung liegen. Er war bereits tot.

"Die Situation in der Wohnung deutete schnell darauf hin, dass der Tod des Mannes nicht auf eine natürliche Ursache zurückzuführen ist, sondern möglicherweise durch Gewalteinwirkung von außen herbeigeführt wurde", erläutert Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. 

Ermittlung wegen Totschlags – Welche Rolle spielt die Psyche der Frau

Unter Tatverdacht steht die 86-jährige Ehefrau des Dülmeners. Sie befindet sich seit dem ersten Weihnachtstag in psychiatrischer Behandlung, berichtet die Polizei weiter. 

Die Leiche des 86-jährigen Dülmeners wird derzeit im Uniklinikum Münster obduziert. Die Todesursache konnte bereits festgestellt werden. So sei der Dülmener durch "massive, stumpfe Gewalt gegen seinen Körper" gestorben. Daher werde nun gegen die Ehefrau wegen des Verdachts auf Totschlags ermittelt, so Botzenhardt weiter. 

Insbesondere müsse in den Ermittlungen geklärt werden, inwieweit der psychische Zustand der 86-Jährigen zur möglichen Tatzeit eine Rolle spiele, um die Hintergründe des Geschehens zu klären.

Im Dezember kam es zu einer Bluttat in Dülmen (Symbolbild)

Außerdem kam es kürzlich nach einem missglückten Überholmanöver in Dülmen zu einem Traktor-Unfall. Dabei wurde eine 5-Jährige verletzt. Außerdem steigt bald wieder ein traditionellen Großevent: In Dülmen wird erneut der Wildpferdefang veranstaltet.

Polizisten hielten in Dülmen einen Mann an, der eigentlich gar nicht Auto fahren durfte. Der Arbeitsweg mit Bus und Bahn sei ihm jedoch "zu kompliziert". Ebenfalls in Dülmen sucht die Polizei nun nach einem Postboten: Dieser hatte zuvor eine 12-Jährige angefahren. Schockmoment: Ein Dülmener parkte sein Auto an einer Tankstelle – dann ging es in Flammen auf. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare