Angst vor Eichenprozessionsspinner 

Regierung in Sorge um Bürger: "Der Kontakt ist unbedingt zu meiden!"

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Der Eichenprozessionsspinner: Es sind die Haare dieser Raupe, die für einen heftigen Ausschlag und Juckreiz sorgen (Symbolbild). 

Seit Wochen sorgt eine heimische Schmetterlingsart in Deutschland für Probleme: der Eichenprozessionsspinner. Tausende Menschen sind von der Plage betroffen – und die Landesregierung macht sich ernsthafte Sorgen.

  • Landesregierung in Sorge um Einwohner
  • Vorsicht bei Kontakt mit Eichenprozessionsspinnern 
  • Aufruf zu Achtsamkeit und Vorsorge 

NRW/Münsterland – Der Eichenprozessionsspinner hat sich in den letzten Jahren massenhaft vermehrt, denn das trockene und heiße Wetter begünstigt die Ausbreitung der Raupe. Sie ist zu einer richtigen Plage geworden. Ihre Haare sind giftig – und können bei Menschen eine Hautkrankheit (Dermatose) auslösen. 

Das äußert sich vor allem in roten Pusteln auf der Haut und einem schlimmen Juckreiz. In eigenen Städten sorgte der Eichenprozessionsspinner für Angst bei den Anwohnern, beispielsweise in Greven: "Man ist nirgends mehr sicher", sagte eine Frau zu der Plage. Sie und ihr Sohn mussten mit dem heftigen Ausschlag den Notdienst kontaktieren.

Mittlerweile mussten Betroffene sogar in der Universitätsklinikum der Domstadt operiert werden, um ihnen die feinen Haare des Eichenprozessionsspinner in Münster aus den Augen zu entfernen – diese hatten auch dort für einen enormen Juckreiz gesorgt. Deshalb rät die Stadt derzeit, nur noch mit Sonnenbrille auf dem Fahrrad zu fahren. Sollten die Brennhaare der Raupe eingeatmet werden, können sogar Atembeschwerden entstehen. 

Landesregierung besorgt über Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners

Weil Vorfälle dieser Art immer häufiger gemeldet werden – und mittlerweile ganze Veranstaltungen, wie das "Day & Night"-Schwimm-Event in Münster, vom Eichenprozessionsspinner lahm gelegt wurden – hat sich nun auch die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen zu Wort gemeldet – sie sehe die massive Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners mit Sorge und rufe deshalb zur erhöhten Achtsamkeit und Vorsorge auf, heißt es in einer Pressemitteilung. 

"Der Kontakt mit den Raupen und den Gespinstnestern, welche die Tiere zum Zwecke der Verpuppung errichten, ist unbedingt zu meiden", erklärt Dr. Edmund Heller, Staatssekretär im Arbeits- und Gesundheitsministerium. Die Landesregierung ist deshalb derzeit im Gespräch mit den Kommunen, um sich über die Gefahrenabwehr sowie geeigneten Maßnahmen auszutauschen. Denn für das Entfernen der Nester beauftragen die Städte oder Gemeinden bisweilen Spezialfirmen. 

Seine Nester baut der Eichenprozessionsspinners, um sich darin zu verpuppen – und zu einem Schmetterling zu werden. 

Die Landesregierung rät auch Privatpersonen davon ab, eigenständige Gegenmaßnahmen im Garten oder Wald durchzuführen. Stattdessen sollten sie das Ordnungsamt informierten und ebenfalls eine Spezialfirma beauftragen – sich allerdings vorher über den Preis informieren, um einer Abzocke zu entgehen: Denn beispielsweise ließ eine Familie in Coesfeld neulich den Eichenprozessionsspinner entfernen – und zahlt über 1600 Euro

Tipps zum Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner

Zum Schutz der Bürger hat die Landesregierung eine Broschüre mit aktuellen Informationen zur Bekämpfung und dem sicheren Umgang mit der Raupe veröffentlicht. Für den Fall des Kontakts mit den giftigen Härchen empfehlen die Gesundheitsbehörden folgende Maßnahmen:

  • Sofortiger Kleiderwechsel und der Versuch, mit einem Klebeband vorhandene Brennhaare von der Haut abzunehmen 
  • Dusche inklusive Haarwäsche 
  • Wenn Härchen in die Augen gekommen sind, diese mit Wasser auswaschen
  • Hautreaktionen können mit mittelstark bis stark wirksamen Kortikosteroiden (Entzündungshemmer) behandelt werden 
  • Bei Bindehautentzündung helfen Augentropfen, die auch ein Antiseptikum enthalten 
  • Gegen den meist stark ausgeprägten Juckreiz sind orale Antihistaminika (Allergiemittel) hilfreich 
  • Bei Atemproblemen wird zum Einsatz von geeigneten Medikamenten, wie etwa Asthma-Spray, geraten
  • Schwerere Verläufe können eine Kortikosteroidtherapie notwendig machen 
  • Bei ausgeprägten Symptomen gegebenenfalls ärztliche Hilfe aufsuchen

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